Low-T-Ball

Kindertennis
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Fra­ge an Rei­mar Bez­zen­ber­ger: Hal­lo lie­be Ten­nis­re­dak­ti­on! Ich wür­de ger­ne etwas mehr über das The­ma Low-T-Ball erfah­ren! Lohnt sich die Anschaf­fung? Was genau bringt der Ein­satz die­ser Spiel­me­tho­de?! Und: kann man so etwas auch sel­ber bauen?!

Reimar Bezzenberger
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Rei­mar Bez­zen­ber­ger: Wer im Ver­ein vor der Auf­ga­be steht, Ten­nis ein­zu­füh­ren, wird sich zunächst ein­mal Gedan­ken machen müs­sen, wie er die Kin­der mög­lichst schnell für die­ses Spiel begeis­tern kann. Hier­bei steht eine zen­tra­le Fra­ge im Mit­tel­punkt: „Wie führt man für Schü­ler bis­her unbe­kann­te Spie­le erfolg­reich ein?“ Es muss bei der Ein­füh­rung von Sport­spie­len davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Spiel­idee als Kern unver­än­dert blei­ben soll­te, dane­ben ist meist ein umfang­rei­cher koor­di­na­ti­ver Übungs­an­teil erfor­der­lich. Wei­ter­hin soll­te bedacht wer­den, dass gewis­se Spiel­for­men die Kin­der spiel­tech­nisch nicht über­for­dern. Hier­zu sind metho­di­sche Ver­ein­fa­chungs­stra­te­gien drin­gend erfor­der­lich. Sie sol­len hel­fen, dass ein Mit­ein­an­der­spie­len rasch mög­lich ist. Ziel muss es sein, früh eine kind­ge­mä­ße Spiel­fä­hig­keit zu erlan­gen. Dazu muss die kom­ple­xe Ten­nis­tech­nik ver­ein­facht wer­den, wobei die bedeut­sa­men Abschnit­te der Haupt­ak­ti­on deut­lich erkenn­bar im Mit­tel­punkt ste­hen sol­len. Daher stel­len sich Trai­ner immer wie­der die Fra­ge, wie man Kids im Vor- und Grund­schul­al­ter metho­disch und didak­tisch sinn­voll an die bewe­gungs­kom­pli­zier­te Sport­art Ten­nis her­an­füh­ren kann.

Die Spiel­idee beim Low-T-Ball besteht dar­in, einen groß­vo­lu­mi­gen Ball mit einem Ten­nis­schlä­ger unter einem Brett hin­durch zu schla­gen. Dadurch ist es mög­lich, dass jeder Anfän­ger — auch wenn er vor­her noch nie einen Ten­nis­schlä­ger in der Hand hat­te — die Inter­ak­ti­on eines Ball-Rück­schlags­ports erlebt. Die schlag­tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen erge­ben sich aus dem Spiel­ver­lauf. Bei Kin­dern ist zu beob­ach­ten, wie wäh­rend eines Spie­les der moto­ri­sche Lern­pro­zess ein­setzt, also wie sie den Ball opti­mal tref­fen und schla­gen müs­sen, damit die­ser in die gegen­über­lie­gen­de Spiel­hälf­te gelangt. Durch die Kom­po­nen­ten der Auf­bau­ten des Spiel­fel­des stellt sich ein wir­kungs­vol­ler Kör­per­ein­satz (tie­fer Kör­per­schwer­punkt und Ober­kör­per­ver­wrin­gung) fast von selbst ein. Die für die spä­te­re Schlag­aus­füh­rung im Groß­feld drin­gend not­wen­di­ge Vor­wärts-Auf­wärts-Bewe­gung beim Vor- oder Rück­hand­schlag wird mit dem Low-T-Ball auto­ma­tisch erlernt (Haupt­ak­ti­ons­poin­tier­tes Ler­nen). Die eigent­li­che Schlag­be­we­gung (Haupt­ak­ti­on) des rol­len­den Bal­les kann zum wesent­li­chen Teil der Grund­la­gen-Metho­dik im Ten­nis inklu­si­ve Bein­ar­beit wei­ter ent­wi­ckelt wer­den. Koor­di­na­ti­ve Bewe­gungs­de­fi­zi­te bei Kin­dern las­sen sich durch ent­spre­chen­de Auf­ga­ben­stel­lun­gen gezielt verbessern.

Somit ist die Anschaf­fung und Nut­zung des Low-T-Ball Spiel­ge­rä­tes eine sinn­vol­le metho­di­sche Hil­fe, um den Ein­stieg in die Sport­art Ten­nis spie­le­risch zu rea­li­sie­ren. Da »Low-T-Ball« eine ein­ge­tra­ge­ne Mar­ke ist und welt­wei­ter Patent­schutz für das Spiel­ge­rät besteht, ist ein Nach­bau nicht erlaubt. Die Kos­ten für eine Low-T-Ball-Anla­ge lie­gen zwi­schen 125 und 175 Euro.

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