Lüner SV
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Vom 24. bis 27. Juni sollen beim Lüner Sport-Verein die 19. »Offenen Westfälischen Nachwuchsmeisterschaften« um den »Autohaus Rüschkamp Cup« stattfinden. Ein mit 4.000 Euro dotierter U21-Wettkampf für »Damen und Herren«. Angesichts der aktuell ohnehin schon extrem brenzligen Lage rund um das »Corona«-Virus sowie der von Experten erwarteten noch heftigeren Entwicklung in den kommenden Wochen und Monaten und vor allem angesichts der konsequenten Wettkampfabsagen von ATP, WTA, ITF und DTB wäre eine sofortige Absage der Westfälischen Nachwuchsmeisterschaften 2020 in Lünen eine ebenso weitsichtige, wie vorsorgliche und logische Entscheidung seitens des Verbandes. Gebt Spielerinnen und Spielern sowie vor allem dem Ausrichter Planungssicherheit.

Die »Tennisredaktion« ist seit zwanzig Jahren Medienpartner des »Autohaus Rüschkamp Cups« und hat ihre Hausaufgaben schon gemacht: Turnierposter und Turnierheft sind bereits seit Februar redaktionell aufbereitet und fertig gestaltet – was fehlt, sind einzig und allein die für den ausrichtenden Lüner Tennisclub wirtschaftlich notwendigen Anzeigen. Ich überspitze nicht, wenn ich in diesen Tagen von »Leben und Tod« spreche. Von Existenzen, die krisenbedingt den Bach hinunter gespült werden. Kleine und mittlere Firmen, die zu Jahresbeginn noch gesund waren, stehen keine zehn Wochen später völlig unvorbereitet vor dem Nichts. Das Werben des Vereins um eine 80- oder 100-Euro-Anzeige für ein Tennisturnier passt nicht in diese Zeit. Auch Bilder, wo sich in zwei Monaten 40, 50 oder 60 Nachwuchskräfte samt Zuschauern und Betreuern auf der kleinen, aber feinen Tennisanlage »In der Geist« in Lünen mit Atemschutzmasken begegnen, Clubhaus und Grillstand des wunderbaren Gastgebers meiden, womöglich zwei verschiedene Sätze Bälle benutzen (nur einen Satz Bälle darf man selbst in die Hände nehmen), auf Seitenwechsel verzichten und auf das sportliche und obligatorische »Handshake« sowieso, mag ich mir gar nicht vorstellen.

Der Westfälische Tennis-Verband kann mit einer klaren Entscheidung jedes Hoffen und Bangen im Keim ersticken. Lasst uns im kommenden Jahr ainfach einen neuen Anlauf nehmen. Aktuell herrscht rund um den Globus Geisterstimmung. Absolut krass und fremd alles. Wenn wir dieses Jahr kein Tennis spielen sollen, dann ist das so. Das ist aktuell unser geringstes Problem.

Eine Bitte hätte ich da aber noch: den obligatorischen finanziellen Zuschuss für den langjährigen Partner und treuen Ausrichter der Westfälischen Nachwuchsmeisterschaften solltet Ihr trotz oder gerade wegen der »Corona«-bedingten Absage dennoch an den Lüner SV überweisen, denn der Familienverein in Lünen ist hierbei der einzige Verlierer. Alle Tennisclubs kämpfen in dieser Zeit ums Überleben. Hier bietet sich für den Westfälischen Tennis-Verband eine gute Gelegenheit, die jüngst eingeforderte Solidarität selbst vorzuleben.

Bleibt gesund und auf ein Neues in 2021!