Alexander Zverev
© Jürgen Hasenkopf

In wenigen Tagen sollst Du eigentlich in Berlin ein Showturnier bestreiten. Ich bin der Meinung, dass Du das besser lassen solltest. Zum Einen stehst Du aktuell nach Deinen Aussetzern am Balkan und an der Côte D’Azur sowieso nackt im Schaufenster und zum Anderen kannst und darfst Du die verbalen Fehltritte des Berliner Veranstalters Edwin Weindorfer nicht ignorieren, der Dich in aller Öffentlichkeit in einer Art und Weise angeht, die sich nicht gehört.

Zunächst einmal hätte es wohl ausgereicht, wenn er Dir das, was er der Presse da über Dich gesteckt hat, persönlich gesagt hätte. Dich als Vertragspartner öffentlich bloß zu stellen, zeugt von wenig Stil. Darüber hinaus hat er sich komplett in der Wortwahl vergriffen und Dich öffentlich angezählt. »Eliminieren« wolle er Dich, solltest Du Dich nicht an die Spielregeln halten. Betteln wolle er auch nicht um Dich und nötig habe er Dich schon gar nicht. Weniger Wertschätzung geht kaum. Ich finde, da lehnt sich der gute Edwin in Bezug auf sein Zugpferd Nummer Eins nicht zuletzt auf Grund der aufgerufenen – völlig unverschämten – Ticketpreise mächtig aus dem Fenster. Wenn sich der egozentrische Österreicher da nicht mal vergaloppiert.

Das »Team Zverev« hat in all den Jahren für mich immer auch für eine gewisse Sturheit gestanden. Nicht zuletzt diesem Eigensinn ist es sicherlich zu verdanken, dass Ihr es bereits bis fast an die Spitze geschafft habt. Ich gehe mal stark davon aus, dass Ihr vor Weindorfer nicht einknickt und für Berlin angeschlagen raus zieht. Ich weiß auch nicht, ob Du Dir in diesen Tagen unbedingt »King Kyrgios« antun möchtest, der Dir kürzlich ebenfalls öffentlich kostenlose Ratschläge gegeben hat und in der Hauptstadt bereits auf Dich wartet.

Gleichwohl wird es höchste Zeit für Dich, glaubwürdig und demütig »Sorry« zu sagen und an Deinem Image zu basteln. Was sagt eigentlich Dein neues Management zu Deinen jüngsten Eskapaden? »Team 8« wäre sicherlich gut beraten, Dich schleunigst mal gut zu beraten. Schließlich sollst Du schon bald in die großen Fußstapfen des »Maestros« treten. Sportlich noch nicht ganz, aber was das Management angeht so liegst Du bereits im obersten Regal. Vorsicht ist allerdings geboten, denn schon ein, zwei Etagen darunter lauern »Business-People« und Tennismanager wie Weindorfer & Konsorten. Tu das Richtige!

Liebe Grüße, Christoph