»Last Man Standing«

Von David Schwätter.

Traditionsgemäß finden in London zum Ende des Tennisjahres die »Nitto ATP Finals« statt. Die acht besten Spieler der Saison treten im Modus »Round Robin« gegeneinander an. So weit, so gut. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe fortwährend das Gefühl, dass zu diesem Zeitpunkt der Saison längst nicht mehr alle Spieler in der Lage oder willens sind, »100%« zu liefern. Die Frage ist doch, ob wir uns am Ende mit einem wahren »Weltmeister« oder eher mit dem »Last Man Standing« freuen dürfen?! Natürlich ist der Termin am Ende der Saison in Stein gemeißelt. Worüber wir aber reden sollten, ist der Modus des finalen Shoot-Outs. Ich plädiere für ein KO-System, im Best-of-Five-Modus, um auch der Wertigkeit dieser Veranstaltung gerecht zu werden. So vermeidet man auch sportlich wertlose Gruppenspiele, wie nun zwischen Thiem und Berrettini, oder dass Spieler, weil nicht mehr voll leistungsfähig, vorzeitig enttäuscht oder gar angeschlagen rausziehen. Bei den Damen war es bei den Finals im chinesischen Shenzhen ja nicht anders. Abgesehen davon, dass der fragwürdige Veranstaltungsort keine Zuschauer generieren konnte, ließen zahlreiche Match-Aufgaben und vor allem die verletzungsbedingten Rückzüge von Osaka und Andreescu, die beide heiße Titelkandidatinnen waren, die Saisonkrönung zur sportlichen Farce werden. Das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein und schon gar nicht im Sinne der erwartungsfrohen Fans.

November 2019 · Photocredit: Tennisredaktion.de