»Know the rules!«

Regeln
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Fra­ge an Her­bert Schnau­belt: Hal­lo, Herr Schnau­belt! Zunächst gra­tu­lie­re ich Ihnen zu Ihrer jüngs­ten Aus­zeich­nung. Ich habe dar­über auf der Ten­nis­re­dak­ti­on gele­sen. Bock­stark! Bit­te tei­len Sie mir Ihre Ansich­ten hin­sicht­lich der Strenge/Lockerheit eines Ver­eins­ten­nis­trai­ners mit. Wie ist hier der Spa­gat zu schaf­fen? Und letz­te Fra­ge: Wann ist für Sie der Punkt gekom­men, ein Kind aus der lau­fen­den Trai­nings­stun­de her­aus vom Platz zu stel­len? Jüngst sah ich mich näm­lich hier­zu genö­tigt, weil ein Kind einen sei­ner Grup­pen­kol­le­gen dau­er­haft ver­bal gemobbt und aus­ge­lacht hat. 

Herbert Schnaubelt
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Her­bert Schnau­belt: Hal­lo und vie­len Dank für die Glück­wün­sche! Ich ant­wor­te unter dem Mot­to »Strenge/Lockerheit vs. Klar­heit«. Ich bin weder ein Fan von Stren­ge noch von Locker­heit. Bei­des ist nicht nötig, wenn Klar­heit herrscht. Ist das Ein­hal­ten von Regeln »streng«? Ist das Nicht­ein­hal­tung von Regeln »locker«?

Fakt ist, dass es Regeln bedarf. Auch im Ten­nis­un­ter­richt. Im Ide­al­fall wer­den die­se gemein­sam mit den Kids und Jugend­li­chen auf­ge­stellt und den Eltern auch zur Kennt­nis gege­ben. In Ihrem Fall sehe ich die Pro­ble­ma­tik aus einem ande­ren Blick­win­kel. Wenn Sie genö­tigt sind, ein Kind vom Platz zu stel­len, so ist dies eine »reak­ti­ve« Hand­lung — es ist etwas gesche­hen und Sie fühl­ten sich auf­ge­for­dert zu han­deln. Aus mei­ner Sicht soll­ten (und müs­sen!) die Regeln im Vor­feld auf­ge­stellt wer­den. Eine pro­ak­ti­ve Hand­lung! Ich nen­ne es auch ger­ne »Haus­auf­ga­ben«.

Der Pro­zess hier­bei soll­te fol­gen­den Regeln folgen:

1. Defi­ni­ti­on der Regeln
2. Kom­mu­ni­ka­ti­on der Regeln
3. Zustim­mung der Regeln

Die Defi­ni­ti­on der Regeln lässt Ihnen belie­big Frei­raum, um Wer­te und Ver­hal­tens­wei­sen zu bestim­men. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on soll­te in einer klei­nen Zere­mo­nie und in Anwe­sen­heit der Kids, der Eltern, des Vor­stands und der Trai­ner erfol­gen. Die Zustim­mung kann ver­bal erfol­gen: „Seid ihr ein­ver­stan­den, dass wir…“ Ich bevor­zu­ge jedoch das For­mat eines »Ver­tra­ges«. Die Regeln wer­den auf ein Pos­ter gedruckt, von allen Betei­lig­ten unter­schrie­ben und im Klub­haus auf­ge­hängt. Machen Sie es wich­tig! Hier ein Beispiel:

Regeln Tennisschule

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