Kinder wollen spielen

Kindertennis
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Inter­view mit Jan Fro­de­no, Tri­ath­lon-Olym­pia­sie­ger: (Welt am Sonn­tag, 2008): „Grund­schu­le ist ein gutes Stich­wort. Wie vie­le Grund­schul-Leh­rer gibt es denn, die tat­säch­lich eine Sport­aus­bil­dung haben? Und da kann und muss man die Talen­te letzt­end­lich fin­den.“ — Nicht nur dort, wo Pro­ble­me bestehen Kin­der für den Ten­nis­sport zu gewin­nen, soll­te der Weg über Schu­len und Groß­grup­pen gewählt werden.

Reimar Bezzenberger
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Es ist eine Mög­lich­keit, die frü­hen Nach­mit­tags­stun­den sinn­voll zu fül­len sowie sich im Rah­men des Kon­zep­tes Ganz­tags­schu­le zu posi­tio­nie­ren. Jetzt liegt es nur noch an den Trai­nern, mög­lichst schnell die Spiel­fä­hig­keit der Kin­der zu ent­wi­ckeln, um sie so für die Sport­art Ten­nis zu moti­vie­ren und für die Ver­ei­ne zu gewin­nen.  Die Moto­rik hat ent­schei­den­den Ein­fluss auf die psy­chi­sche Ent­wick­lung der Kin­der. Die moto­ri­schen Fer­tig­kei­ten geben den Kin­dern Sicher­heit, stär­ken das Selbst­ver­trau­en und Selbst­wert­ge­fühl. Wenn auf­grund von moto­ri­schen Erfolgs­er­leb­nis­sen das Selbst­ver­trau­en der Kin­der zunimmt, wächst dadurch eben­falls die Bereit­schaft, Pro­ble­men nicht aus­zu­wei­chen, son­dern die­se aktiv anzugehen.

Gute moto­ri­sche Fähig­kei­ten ver­set­zen die Kin­der in die Lage, sich selbst zu beschäf­ti­gen. Sie kön­nen sich dabei den ver­schie­dens­ten Inter­es­sen­ge­bie­ten wid­men und ihre Umwelt auf viel­fäl­ti­ge Art und Wei­se ent­de­cken. Die Kin­der kön­nen sich durch Bewe­gung von emo­tio­na­len Span­nun­gen befrei­en und auf­ge­stau­te Ener­gien, Angst und Frus­tra­ti­on abbau­en. Damit wer­den sie in die Lage ver­setzt, sich sowohl phy­sisch als auch psy­chisch zu ent­span­nen. Wei­ter­hin hat die Moto­rik im Kin­des­al­ter Ein­fluss auf die kogni­ti­ven Pro­zes­se. Bewe­gun­gen ent­hal­ten eine Fül­le kogni­ti­ver Aspek­te, wie etwa Ent­fer­nun­gen ein­schät­zen, Wege fin­den oder Eigen­be­we­gun­gen wahr­neh­men. Die Moto­rik­ent­wick­lung ist die Vor­aus­set­zung für die Inter­ak­ti­ons­fä­hig­keit der Kin­der. Das Spie­len in der Grup­pe bie­tet mehr Bewe­gungs­mög­lich­kei­ten als das Spiel des ein­zel­nen Kin­des. Zusam­men­fas­send lässt sich fest­stel­len, dass der Bewe­gung im Kin­der­gar­ten und Grund­schul­al­ter eine zen­tra­le Bedeu­tung im Ent­wick­lungs­pro­zess zukommt. Sie gibt die not­wen­di­gen Wachs­tums- und Ent­wick­lungs­rei­ze für den Orga­nis­mus und stei­gert die Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung der Kin­der durch die Ver­mitt­lung von Selbst­ver­trau­en, Unab­hän­gig­keit und Moti­va­ti­on. Dar­über hin­aus gibt sie die Mög­lich­keit zu sozia­len Kon­tak­ten, durch die das Kind Erfah­run­gen sam­meln kann.

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