Kein Plan B, C oder D

Und da war es wieder diese Zetern, Schläger zertrümmern, Jammern und Klagen. Angelique Kerber und Alexander Zverev haben auf großer Bühne einmal mehr komplett versagt. Beide bei den US Open mit einer glänzenden Auslosung gesegnet, aber nicht in der Lage, auch nur die zweite Woche zu erreichen, geschweige denn ein ernstes Wort um den Titel mitzureden.

Dass Zverev sich von Oldie Philipp Kohlschreiber ablutschen lässt und Kerber Wackelspielerin Dominika Cibulkova einfach nicht unter Kontrolle bekommt, ist schwach. Beide, Kohlschreiber und Cibulkova, haben in der Folgerunde richtig einen verplättet bekommen – das hätte man auch von unseren deutschen Nummer Einsen erwartet. Stattdessen große Klappe und nichts dahinter.

Er, Zverev, weiß sich noch immer weder zu kontrollieren, noch den Kopf aus einer schwierigen Matchschlinge zu ziehen und sie, Kerber, geht mir auch tierisch auf den Zeiger. Beide legen eine höchst eigenwillige Art, mit sich selbst und ihrer Box zu kommunizieren an den Tag. Was wollen sie der Welt sagen? „Seht her, ich weiß nimmer weiter! Was soll ich denn nur tun? Ich hab keinen Plan B! Wie ungerecht!” Ja, das ist es. Die beiden haben schlichtweg keinen Plan B oder gar C und D. Wenn es läuft, dann läufts, aber wehe, wenn nicht… Ehrlich? Beide machen mir keinen Spaß. Ich habe bis heute noch keine Ahnung, wie Kerber in diesem Jahr Wimbledon gewinnen konnte. Mensch: ein bisschen Matchhirn, Fitness und Konstanz und sie könnte die Tenniswelt bei den Damen regieren. Für Zverev wird dies aller Voraussicht nach sowieso erst gehen, wenn alle arrivierten Spieler in Rente sind.

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

September 2018 · © tennisredaktion.de