Irgendwie hundsgemein…

Frage an Christoph Damaske: Hallo Herr Damaske! Zunächst hoffe ich einmal, dass es Ihnen in Zeiten von Corona gut geht. Mir ist im vergangenen Sommer etwas sehr Kurioses passiert, was mich immer noch beschäftigt. Beim Matchball für mich spielte ich mit meiner Gegnerin einen sehr langen Ballwechsel. Nachdem ich eine Spielhälfte bei ihr quasi freigespielt hatte, konnte ich den finalen Gewinnschlag ansetzen. Unerreichbar für sie. Leider lief in dem Moment, noch bevor der Ball das zweite Mal in der Hälfte der Gegnerin aufdupfte, ein kleiner Hund auf den Platz. Meine Gegnerin plädierte auf »zwei Neue«, ich verlor das Match, welches ich eigentlich schon gewonnen hatte, denn der letzte Schlag war für sie absolut unerreichbar. Sie machte auch keine Anstalten mehr, diesen Ball zu erreichen. Dann kam der Hund. Wie wäre richtig zu entscheiden gewesen?

Christoph Damaske
© Hasenkopf

Christoph Damaske: Das ist wirklich eine sehr knifflige Frage, vor allem auf Mannschaftsspiel-Niveau! Wenn der Hund, nachdem Sie ihren Gewinnschlag gespielt hatten – also nach der Ballberührung – auf den Platz läuft, also innerhalb der Doppellinien auftaucht, hätte es Ihr Punkt sein müssen, unabhängig davon, ob der Ball dann schon ein zweites Mal aufsprang oder nicht, denn ein Gewinnschlag kann auch durch den Hund nicht mehr behindert werden. Sollte der Hund das Feld vor ihrem Schlag betreten haben, wäre auch eine Wiederholung denkbar.

Allerdings stellt sich jetzt die Frage, wer zu bewerten hat, wann der Hund genau das Spielfeld erreicht hat. Ein am Platz stehender Oberschiedsrichter könnte das machen, den gibt es aber – wie wir aus der Praxis wissen – nicht immer, da er ja meist drei Plätze gleichzeitig überwacht. Es müssten also Zeugen befragt werden. Hierbei ist aber immer auch die Parteilichkeit sowie die Fachkenntnis zu hinterfragen. Es läuft also darauf hinaus, dass ein Oberschiedsrichter, der selbst nichts mitbekommen hat, eher auf »Wiederholung des Punktes« entscheiden würde.

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