Imageaufwertung erwünscht

Corona Tennis
© Hasenkopf

Die welt­wei­te Bericht­erstat­tung der letz­ten Mona­te hat­te natür­lich ein zen­tra­les Schwer­punkt­the­ma: Coro­na. Dabei wur­de neben aktu­el­len und zukünf­ti­gen wirt­schaft­li­chen und sozia­len auch von gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen durch die Pan­de­mie berich­tet. Die Maß­nah­men, die sei­tens diver­ser Regie­run­gen getrof­fen wur­den, las­sen jedoch ver­mu­ten, dass spe­zi­ell im Bereich der Gesund­heits­för­de­rung und einem dafür wesent­li­chen Bau­stein, näm­lich dem Sport, nur sehr bedingt Beach­tung geschenkt wird.

Toni Witz
© Witz

Die Wir­kung von regel­mä­ßi­ger sport­li­cher Betä­ti­gung ist mitt­ler­wei­le durch unzäh­li­ge Stu­di­en belegt, Ärz­te und selbst Poli­ti­ker rufen dazu auf, dass sich Men­schen bewe­gen sol­len, um bei­spiels­wei­se Stress abzu­bau­en oder ihr Immun­sys­tem zu stär­ken. Für mich als Coach hört sich das nach einem »abge­ben« der Ver­ant­wor­tung von Sei­ten der Ver­ant­wort­li­chen an. Drei grund­le­gen­de Feh­ler wer­den mei­ner Ansicht nach hier­bei gemacht:

1. Man geht davon aus, dass Bewe­gung und sport­li­che Betä­ti­gung kei­ne Anlei­tung braucht und dass jeder weiß, wel­che und wie­viel Bewe­gung für einen selbst opti­mal ist.

2. Es wird ver­ges­sen, dass hier in ers­ter Linie Per­so­nen ange­spro­chen wer­den, die grund­sätz­lich bereits sport­lich aktiv sind und sich den posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen, die der Sport mit sich bringt, bewusst sind. Doch was pas­siert mit den­je­ni­gen, die man gera­de für den Sport begeis­tern konn­te, oder den­je­ni­gen, denen noch unter die Arme gegrif­fen wer­den muss? Jene Men­schen, die abwechs­lungs­rei­che und freud­vol­le Ein­hei­ten benö­ti­gen, um auch regel­mä­ßig zu trai­nie­ren. Die­se Per­so­nen wer­den dabei vergessen.

3. Es wird viel dar­über gere­det, dass die Angst groß ist, Kin­der und Jugend­li­che die län­ger kei­nen Sport betrei­ben, an Spiel­kon­so­len, usw. auf Dau­er zu ver­lie­ren. Spe­zi­ell in die­sem Fall ist die gemein­sa­me sport­li­che Bewe­gung, wie z.B. im Ten­nis-Grup­pen­un­ter­richt ein pro­ba­tes Mit­tel, um dem entgegenzuwirken.

Bedeu­tung der Coa­ches wird unterschätzt

Die­se Aspek­te machen deut­lich, dass eine Berufs­grup­pe sehr stark unter­schätzt, bzw. igno­riert wird, näm­lich Coa­ches! Gera­de sie haben in Zukunft, wenn der »nor­ma­le« Sport­be­trieb wie­der mög­lich ist, eine sehr gro­ße Ver­ant­wor­tung. Denn dann liegt es an ihnen, mit Ein­füh­lungs­ver­mö­gen, Moti­va­ti­on und mit­un­ter auch Über­zeu­gungs­ar­beit dafür zu sor­gen, dass sich wie­der eine Viel­zahl an Men­schen für den Sport begeis­tert und dadurch in Zukunft wie­der gesün­der und glück­li­cher leben kann.

Die­se Ver­ant­wor­tung steht im Wider­spruch zu der Wert­schät­zung und der Aner­ken­nung, die Coa­ches durch die Ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen erfah­ren, was sich deut­lich in der täg­li­chen Bericht­erstat­tung der Medi­en oder auch bei den diver­sen Pres­se­kon­fe­ren­zen der Regie­run­gen zeigt, bei denen sie im bes­ten Fall in einem Neben­satz erwähnt werden.

Wenn nicht jetzt, wann dann…

Wann, wenn nicht jetzt, wäre die Mög­lich­keit einer Image­auf­wer­tung für Coa­ches, die dabei hel­fen könn­te, sie bei ihrer wich­ti­gen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Arbeit auch für die Gesell­schaft im All­ge­mei­nen zu unter­stüt­zen und zusätz­lich viel­leicht noch mehr Men­schen für die­sen Beruf in Zukunft zu begeis­tern. Denn je mehr Coa­ches es gibt, des­to mehr qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Sport kann ange­bo­ten werden.

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