Novak Djokovic
© Jürgen Hasenkopf

Liebe Tennisfreunde!

Heute planen Novak Djokovic und Vasek Pospisil in New York einen historischen Abend. Mit vielen anderen Spielern wollen sie eine Spieler-Association gründen. Gestern sind die beiden, zusammen mit John Isner, aus dem Player Council der ATP zurückgetreten. Der CEO der ATP, Andrea Gaudenzi, hatte ihnen das im Falle der Gründung einer neune Spieler-Association nahegelegt. Und Kevin Anderson, der es schon mehrmals nicht schaffte, Präsident des ATP-Player-Council zu werden, hat schon seit Wochen Stimmung gegen Novak Djokovic gemacht und dessen Rückzug gefordert. Wohl, um dieses AMt selbst nun endlich bkelieden zu können.

Und hier zeigt sich das Hauptproblem der Spieler: ihre Uneinigkeit. Angfenagen bei den Big-Three, Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federern. Im ATP-PLayer-Council wird bei wichtigen Fragen oft mit 5:5 abgestimmt. So war es einst in der Causa Justin Gimlstob, so war es bei der Verlängerung des Vertrages von Chris Kemode und so war es auch in anderen wichtigen ANgelegenheiten. Oft waren die Fronten in diesem 10-köpfigen Gremium verhärtet.

Die wirklichen Aufgaben des ATP-Player-Council kamen zu kurz. Anstatt die Spieler zu vereinen sowie deren Wünsche und Bedürfnisse zu vertreten, hatten einige der dort Gewählten überwiegend ihre eigenen Interessen im Blick. Einer machte sich Sorgen, im Falle einer Quarantäne bei den Australian Open keine Schaukämpfe außerhalb Australiens mehr spielen zu können, ein anderer wiederum strebte im eigenen Interesse Turnierlizenzen an.

Dirk Hordorff
© ITF

Dabei hätte die Spieler enormen Einfluss. Sie vereinen die Hälfte der Macht und Stimmen in der ATP, nur waren sie nicht in der Lage, qualifizierte Vertreter zu benennen, die ihre Interessen vertraten. Ohne ihre Zustimmung kann kein CEO der ATP ins Amt kommen. Allerdings sollten sie ihr Management besser unterstützen. Das ATP-Player-Council sollte persönliche Interessen besser hinten an stellen und stattdessen mehr Vertrauen in ihr selbst gewähltes Management stecken. Als Spieler hat man den Job, Tennis zu spielen. Die meisten sind vom Wissen sowie von der Zeit her sowieso nicht in der Lage, das Management einer solchen Organisation zu übernehmen. Und man kann auch nicht in jede Micro-Entscheidung eingebunden werden. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn durch eine neue Spieler-Association hier ein Selbstreinigungsprozess in Gang gesetzt wird. Dann merken die Spieler, wie ihre Interessen auseinander gehen und konzentrieren sich vielleicht auf die wirklich wichtigen Themen: zum Beispiel mehr Fairness bei der Geld-Distribution oder ein besserer und gesünderer Turnierplan für Alle sowie ein besser geeintes Management der Sportart Tennis.

Es ist wichtig, dass die Stimme der Spieler gehört wird. Es ist richtig, dass die Spieler mit Respekt und fair behandelt werden. Es ist nachvollziehbar, wenn die Spieler eine faire Beteiligung an den Erlösen fordern, insbesondere gegenüber den Grand-Slam-Turnieren. Die Spieler haben im Tennis mehr Mitspracherecht, als in anderen vergleichbaren Sportarten. Das ist gut und sollte auch erhalten bleiben. Diese Rechte beinhalten aber auch die Pflicht, diese verantwortungsvoll zu nutzen. Darüber muss sich jede Spielervereinigung im Klaren sein.

Euer Dirk Hordorff