Herzerfrischend

Am vergangenen Wochenende hat die Tennisredaktion wieder die Medienarbeit anlässlich der POTTHOFF LADIES OPEN übernommen. Ein mit 5.000 Euro dotiertes Damen-Preisgeldturnier im westfälischen Hamm. Turnierboss David Schwätter hat dort mit seinem Team die 27. Auflage dieses westfälischen Spitzenevents einmal mehr souverän über die Bühne gebracht. Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes, sprach im Rahmen der Siegerehrung davon, dass sich der ausrichtende TuS 59 Hamm mit seinem Damenturnier keinesfalls vor Veranstaltungen auf ITF-Ebene verstecken muss. Recht hat er. Der Cut lag bei 66, was für ein 5.000-Euro-Preisgeldevent schon außerordentlich gut ist.

Souveräne Siegerin der mit 5.000 Euro dotierten 27. POTTHOFF LADIES OPEN im westfälischen Hamm: Stephanie Wagner vom TC Blau-Weiss 1899 Berlin (Foto: Tennisredaktion.de)

Dass die gemeldeten Katharina Gerlach (leicht erkrankt) und Julia Wachachzyk (beim Hammer Turnierstart in Altenkirchen noch im Doppelfeld) nicht nach Hamm kamen, war schade, jedoch nicht zu verhindern. Die an Position Zwei gesetzte 24-jährige Stephanie Wagner spielte sich souverän durchs 32er-Haupfeld – 10:0 Sätze sprechen für sich. Dank ihres erfrischenden Auftretens und ihrer höchst attraktiven Spielweise flogen ihr die Herzen der Zuschauer an den drei Turniertagen förmlich zu. Der hoch gehandelte Nachwuchs konnte auch bei diesem Turnier nicht stechen. Stattdessen stand Routinier Steffi Bachofer in diesem Jahr mit Baujahr 1984 erneut im Finale und die 38-jährige Manon Kruse brachte DTB-Top-Talent Lara Schmidt im Achtelfinale mit einer Handvoll Schüssen aus der Hüfte doch tatsächlich an den Rande einer Niederlage. Nicht weniger als 14 Spielerinnen im Feld waren Jahrgang 2000 oder jünger, die jüngste Teilnehmerin sogar erst 14 Jahre alt: Mia Mack (DTB 145) wurde dem Turnierveranstalter von keiner Geringeren als Barbara Rittner für das Hauptfeld empfohlen und machte ihre Sache ordentlich. Im Achtelfinale musste sie gegen Lena Ruppert (DTB 24) leider verletzungsbedingt aufgeben. Immerhin bis ins Viertelfinale spielte sich Noma Noha Akugue (Jahrgang 2003). Die Linkshänderin zeigte gute Ansätze. Dass sie aber Spaß am Tennis hätte, konnte sie zu keinem Zeitpunkt auf die Tribüne transportieren. Bei Stephanie Wagner hingegen sprang der Funke über. Sie überzeugte mit einem hoch professionellen Auftreten auf und abseits des Platzes und versprach, im nächsten Jahr wiederzukommen, so es ihre Turnierausrichtung zulasse. Schöpft sie ihr Potential weiter aus, wird sie den Siegerscheck allerdings wohl eher beim Parallelturnier in Altenkirchen (ITF 25.000 US-Dollar) entgegen nehmen. Es wäre ihr zu gönnen. Und in Hamm wären die Chance für den hoch gehandelten Nachwuchs ungleich höher.

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Tennisredaktion.de

Februar 2019 · © Tennisredaktion.de