Herausforderung

Buch WImbledon
© Heusinger

Dein Kind muss von Dir ler­nen, nicht nur den Sport, son­dern das Leben an sich als gro­ße Her­aus­for­de­rung anzu­neh­men. Und das gan­ze Paket mit einer posi­ti­ven »Macher-Men­ta­li­tät« bestückt sein! Auch hier han­delt es sich um ein abso­lu­tes Muss, um auf und neben dem Court erfolg­reich han­deln zu kön­nen. Helft Euren Kids, star­ke Per­sön­lich­kei­ten zu werden!

Dazu wie­der eine klei­ne Sto­ry aus mei­ner Racket­bag: Sofie ist eine rich­tig gute Nach­wuchs­spie­le­rin. Im Rah­men eines »Scou­tings« habe ich sie ken­nen­ge­lernt. Bei unse­rem Trai­ning war sie enorm flei­ßig, wiss­be­gie­rig und enga­giert bei der Sache. Die­se Beob­ach­tung bestä­tig­te mir auch ihr Heim­trai­ner. Bei Tur­nie­ren hat sie immer wie­der eini­ge Run­den gewon­nen, aber kaum Tur­nier­sie­ge auf dem Kon­to, was ich ihr jedoch auf­grund ihres Kön­nens jeder­zeit zuge­traut hät­te. Ich woll­te von ihr die Tableaus ihrer letz­ten Tur­nier­e­in­sät­ze sehen. Das Bild war ganz ein­deu­tig: spiel­te Sofie gegen unge­setz­te Spiel­rin­nen, gewann sie ihre Par­tien. Wur­de sie jedoch gegen eine der Top-Spie­le­rin­nen gelost oder muss­te gezwun­ge­ner­ma­ßen zu einem spä­te­ren Zeit­punkt im Tur­nier gegen eine gesetz­te Spie­le­rin antre­ten, ern­te­te sie fast immer Nie­der­la­gen. War­um? Ich habe sie natür­lich auf die­ses The­ma ange­spro­chen. „Nun, die­se Mädels haben ein­fach eine viel bes­se­re Rang­lis­ten­po­si­ti­on als ich. Mei­ne Mum sagt mir dann vor den Spie­len immer, dass ich ein­fach ver­su­chen soll, eini­ger­ma­ßen gut zu spie­len und ein paar Games zu gewin­nen, mehr sei da eh nicht drin!“ Hmm, sicher meint es die gute Mum nicht böse mit ihrer Toch­ter. Ver­mut­lich ver­such­te sie auf die­se Wei­se kei­nen Druck auf Sofie aus­zu­üben. Kein schlech­ter Gedan­ke und er mag irgend­wann in der Ver­gan­gen­heit auch ein­mal ganz nett gewe­sen sein. Inzwi­schen ist das Mäd­chen aber sehr gut gewor­den, hat hart an sich gear­bei­tet und wäre ohne Wei­te­res in der Lage, Tur­nie­re zu gewinnen.

Ich habe mich mit Sofie und ihrer Mut­ter an einen Tisch gesetzt und in etwa Fol­gen­des gesagt: „Ja, die Num­mer Eins oder Num­mer Zwei des Fel­des hat eine bes­se­re Rang­lis­ten­po­si­ti­on als Du. Kor­rekt! Aber was heißt das denn kon­kret? Es bedeu­tet doch nur, dass die­se Spie­le­rin­nen in der Ver­gan­gen­heit gute Resul­ta­te erspielt haben. Die­se Resul­ta­te lie­gen aber in der Ver­gan­gen­heit. Sie lie­gen teil­wei­se schon Mona­te zurück. Wis­sen wir, ob die Geg­ne­rin in der Zwi­schen­zeit opti­mal trai­niert hat? Wis­sen wir, ob sie viel­leicht sogar ver­letzt war? Hat sie viel­leicht den Trai­ner gewech­selt? Hat sie sonst irgend­wel­che Pro­ble­me gehabt? Nein, das wis­sen wir nicht! Wir wis­sen jedoch, dass Du, Sofie, in den letz­ten sechs Mona­ten hart trai­niert und Dein Spiel in allen Berei­chen enorm ver­bes­sert hast und auch kon­di­tio­nell bist Du viel stär­ker gewor­den. Die Ver­gan­gen­heit inter­es­siert uns nicht! Wenn Du in ein Match gehst, dann gehst Du hin­ein, um es zu gewin­nen! Egal gegen wen! Die Geschich­te Dei­ner Geg­ne­rin ist Geschich­te, Du spielst hier und heu­te, nichts ande­res zählt. Soll­test Du hier und heu­te ver­lie­ren, dann war Dei­ne Geg­ne­rin auch nur hier und heu­te bes­ser! Soll­test Du das Match aber gewin­nen, dann warst Du hier und heu­te die Bes­se­re! Für einen erfolg­rei­che Spie­le­rin zählt nur das Jetzt. Nicht das Ges­tern und auch nicht das Mor­gen!“ Sofie schrieb sich einen Merk­satz auf: „Ich spie­le im Hier und Jetzt, alles ande­re ist unwich­tig!“ Nun, Ihr könnt Euch sicher­lich bereits aus­ma­len, wie Sofie plötz­lich gegen ver­meint­lich »bes­se­re« Spie­le­rin­nen agiert hat…?!

   » Eltern­rat­ge­ber A bis Z

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