Tennishalle
© Jürgen Hasenkopf

Userfrage: „Hallo Thassilo! Mich würde einmal interessieren, wie die Vertragsgestaltung in Coronazeiten in Sachen Hallenbuchung (Platz und Training) ausschauen sollte? Das ist ja für uns Trainer alles Neuland. Da Du ja glaube ich selber auch als Trainer aktiv bist (?) würde mich interessieren, wie Du persönlich die Platz- und Stundenbuchungen im Umgang mit Deinen Schülern, bzw. den zahlenden Eltern handhabst?! Rechnest Du Deine Stunden sowie die Hallenbuchungen im Vereinstraining direkt ab oder wickelt das Dein Club für Dich ab?! Danke für Deine Erfahrung! Ich denke, da stehen viele unserer Kolleginnen und Kollegen – mich eingeschlossen – weitestgehend auf dem Schlauch…“

Lieber Hans-Peter!

Vielen Dank für Deine Frage! Grundsätzlich sollte die Vertragsgestaltung so aussehen, dass sie aktuellem Recht entspricht und die Inhalte für alle Vertragsparteien passen. In Zeiten von Corona sind momentan die jeweiligen AGBs des Hallenbetreibers für mich entscheidend. Hier lohnt sich ein genauer Blick, wie es ausschaut, wenn es aufgrund von Corona möglicherweise zu erneuten Verboten kommen sollte, Tennis in geschlossenen Räumen zu spielen. Wird der Hallenbetreiber mit Gutschriften arbeiten oder wird er auszahlen? Muss die Wintersaison (wie es üblich ist) komplett vorab bezahlt werden oder werden andere Optionen angeboten?

Es gibt Vereine, die über eine eigene Halle verfügen und es gewohnt sind, die Plätze für den Trainer buchen. Der Trainer rechnet »nur« sein Training mit dem Verein ab (in der Regel monatlich nachträglich), da der Verein mit den jeweiligen Mitgliedern/Kunden die Hallenkosten direkt abrechnet. Manche Trainer rechnen sogar das Training mit dem Verein ab, wenn der Verein Anbieter und Rechnungsempfänger ist, so dass keine direkte Rechtsbeziehung zwischen Trainer und Mitglied/Kunde besteht. Es gibt Trainer, die in Vereinen ohne eigene Halle arbeiten und die sich auf eigene Kosten in fremden Hallen einmieten müssen, da der Verein damit nichts zu tun haben möchte. Der Trainer muss also nicht nur sein Training, sondern auch die Hallenkosten mit seinen Kunden/Mitgliedern abrechnen. Und es gibt Trainer, die in Vereinen ohne eigene Halle arbeiten, wobei sich der Verein extern einmietet und somit wieder andere Modalitäten zur Abrechnung zum Tragen kommen. Egal wie die Regelung aussehen soll, sie sollte schriftlich getroffen werden und für alle nachvollziehbar sein.

Ich persönlich lege in diesem Zusammenhang größten Wert auf maximale Transparenz, so dass alle wissen, wie finanzielle Dinge laufen, sollte Unvorhergesehenes um die Ecke kommen, wo vor einem halben Jahr kaum Jemand bewusst gedacht hat. Ich hatte in den letzten Jahren mit allen vorgenannten Varianten Berührungspunkte und nie ein Problem, da ich verbindlich und zuverlässig arbeite. Egal wie Ihr es lösen wollt – ich empfehle immer das persönliche Gespräch, da E-Mails oft Missverständnisse verursachen oder falsche Rückschlüsse erlauben. Es geht nichts über die »gute alte Schule«. Dies galt schon lange vor Corona und dies gilt auch gerade in Zeiten wie diesen, wo Vertrauen die entscheidende Währung ist.

Beste Grüße aus der Stadt des Triple-Siegers!

Thassilo Haun

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Thassilo Haun ist ein echter »Tausendsassa«. Bundesligaspieler, DTB-A-Lizenz-Tenniscoach, Jura-Student, Bankkaufmann sowie Privatkunden- und Existenzgründungsberater. Für unser Portal »Tennisredaktion.de« steht Thassilo als Teil des Kompetenz-Teams für den Bereich »Vereins- und Trainerberatung« kostenlos Rede und Antwort.

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