Gut gemacht, Jürgen!

Von Stephan Medem.


Die »Gebrauchsanleitungs-Serie« hat sich ja beim PIPER Verlag als eine Art Dauerbrenner etabliert. Ob für die Fußballnationalmannschaft, für’s Fahrradfahrer oder die Selbstverteidigung, zu allen erdenklichen Themen gibt es sie mittlerweile. Auch in der »Gebrauchsanleitung für Tennis« geht es nicht, wie der Titel für den Unkundigen vielleicht suggerieren mag, um ein Tennisbuch, in welchem uns erklärt wird, wie man einen Volley schlägt oder mehr Topspin in die Grundschläge bekommt.

Es ist auch nicht ein Seelen-Striptease wie in Agassis »Open« oder eine Selbstinszenierung  wie in Günther Bresniks »Thiem Methode«. Nein, Erfolgsautor Jürgen Schmieder schreibt über die Themen, die uns als durchschnittliche, aber hochengagierte und bis aufs Messer kämpfende Club- oder auf Bezirksebene herum tingelnden Zocker beschäftigen. Die Agonie der Niederlage gegen den Angstgegner, die verschiedenen Typen von Menschen, die in jedem Verein zum Inventar gehören und nicht wegzudenken sind.

Jürgen Schmieder verpasst es jedoch dennoch nicht, auch ein bisschen was über das verzwickte Regelwerk, die Stars und Sternchen, das große Geld und die großen Turniere, über Becker-Momente und Nadals Macken und sehr vieles mehr zu erzählen. Ein cooler Mix aus Fakten, Anekdoten, Tipps und Thesen rund um unsere gemeinsame Leidenschaft Tennis. Das alles in einer lockeren und immer kurzweiligen, sehr witzigen Schreibe. Lange Rede, kurzer Sinn: Jürgen Schmieders »Gebrauchsanleitung für Tennis« ist ein echt geiler Lesestoff und für jeden Tennisfreak ein absolutes Muss.


Autor: Stephan Medem
Photocredit: PIPER Verlag

Juli 2018 · © tennisredaktion.de