Großmeister der Heuchelei

Das letzte große Rothenbaum-Finale unter der Ägide Michael Stich hatte noch nicht begonnen und der Körper des vom DTB in aller Öffentlichkeit demontierten Turnierdirektors war noch nicht kalt, da wurde Felix Grewe, Head of Media des Deutschen Tennis Bundes, von eben jenem angewiesen, ein Statement seines Präsidenten rauszuhauen. Der lässt, just wo sich die beiden German-Open-Finalisten des Jahres 2018 Nikolosz Basilashvili und Leonardo Mayer einschlugen, Folgendes verlauten:

„In den vergangenen zehn Jahren hat das ATP-Turnier am Hamburger Rothenbaum eine positive Entwicklung genommen. Dafür danke ich im Namen des Deutschen Tennis Bundes sowohl Turnierdirektor Michael Stich als auch seinen Partnern Detlef Hammer und Jens Pelikan. Mit ihrer enorm langen Tradition gehören die German Open noch immer zu den wichtigsten Tennisevents in Deutschland. Unser Ziel ist es, das Turnier künftig weiter zu verbessern – und die Veranstaltung ab 2019 wieder mehr zu einem DTB-Turnier zu entwickeln. Gemeinsam mit dem neuen Veranstalter Peter-Michael Reichel werden wir eng zusammenarbeiten.“

Bla-bla-bla. Was für eine widerliche Aktion des DTB-Präsidiums. Hinterhältig, undankbar und in höchstem Maße unsportlich. Ulrich Klaus, the Head of Hypocrisy. Ein Großmeister der Heuchelei. Allein die Androhung, die German Open am Hamburger Rothenbaum als ATP-World-Tour-500-Event wieder mehr zu einem »DTB-Turnier« machen zu wollen, ist für einen anerkannten Tennis-Global-Player wie Michael Stich ein gezielter Schlag in die Fresse. Freuen wir uns auf 2019, wenn es am Hamburger Rothenbaum heißt: »Deutschland spielt Tennis«. Ins Hauptfeld kommt, wer beim DTB-Tennis-Sportabzeichen mehr Punkte holt als Ulrich Klaus himself oder bei der »Dosen-Challenge« des DTB-Hausformats »Tiebreak« unter den ersten Fünf landet. #UnserTennis.

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit: J
ürgen Hasenkopf

Juli 2018 · © Tennisredaktion.de