Gezielt und sinnvoll versichern

Versicherung
© Pixabay

Fra­ge an Thas­si­lo Haun: Hal­lo, Herr Haun! Wir grün­den in Kür­ze einen neu­en Ten­nis­ver­ein. Zwei Frei­plät­ze (spä­ter sol­len dar­aus vier wer­den), ein klei­nes Club­haus, eine Gerä­te­hüt­te für unse­ren Platz­wart und zum Start um die 50 Mit­glie­der. Mei­ne Fra­ge nun an Sie, der Sie ja laut eige­ner Anga­ben unter ande­rem aus der Ver­si­che­rungs­bran­che kom­men: Wel­che Ver­si­che­run­gen erach­ten Sie als abso­lut zwin­gend für unse­ren Club und wel­che wären Ihrer Mei­nung nach emp­feh­lens­wert, aber halt nur optional?

Thassilo Haun
© HAUN | COACHING

Thas­si­lo Haun: Guten Mor­gen, Wil­helm! Vie­len Dank für Ihre Kon­takt­auf­nah­me und damit ver­bun­de­ne Fra­ge! Zunächst möch­te ich Ihnen gra­tu­lie­ren, dass Sie offen­sicht­lich einen neu­en Ver­ein gegrün­det haben und frisch an den Start gehen! Dies ist in Zei­ten eines all­ge­mei­nen Mit­glie­der­rück­gangs in deut­schen Sport­ver­ei­nen aller Ehren wert!

Wie Sie sich vor­stel­len kön­nen, ist die Fra­ge nach der opti­ma­len Ver­si­che­rung eines Ver­ei­nes ähn­lich kom­plex, wie die Fra­ge nach der opti­ma­len Ver­si­che­rung sei­ner pri­va­ten Bedürf­nis­se. Der sicher­heits­ori­en­tier­te Kun­de fühlt sich wohl, wenn er mög­lichst umfas­send gegen alle rea­lis­ti­schen (und manch­mal auch eher unwahr­schein­li­chen) Risi­ken ver­si­chert ist. Der risi­ko­be­wuss­te Kun­de, dem nach eige­nen Anga­ben »sowie­so nichts pas­siert«, spart ger­ne ein­zel­ne Prä­mi­en und freut sich, solan­ge nichts Grö­ße­res oder Unvor­her­ge­se­he­nes passiert.

Bei einem (Tennis-)Verein kommt es auf die räum­li­chen Gege­ben­hei­ten an. Wie Sie schrei­ben, gibt es ein klei­nes Club­haus sowie eine Gerä­te­hüt­te für den Platz­wart. Hier wäre aus mei­ner Sicht schon mal dar­auf zu ach­ten, dass Sie einen Ver­si­che­rungs­schutz wäh­len, der auch Sport­ge­rä­te ein­schließt, die außer­halb des Ver­eins­ge­bäu­des bzw. außer­halb der Gerä­te­hüt­te abge­stellt und/oder zwi­schen­ge­la­gert sind. Den­ken Sie an eine Platz­wal­ze oder an die Abzieh­be­sen. Die­se Din­ge kos­ten rich­tig Geld, wenn sie beschä­digt oder sogar ent­wen­det werden.

In Zei­ten von DSGVO und dem Umgang mit sen­si­blen Daten gibt es sogar die Mög­lich­keit, einen »Cyber-Schutz« abzu­schlie­ßen. Denn auch der enga­gier­tes­te »Ehren­amt­ler« hat nur begrenz­te Mög­lich­kei­ten und über­sieht in der Hek­tik des All­ta­ges ger­ne mal etwas — voll­kom­men unab­sicht­lich bzw. ohne Vor­satz. Auch hier kommt es ganz auf Ihren per­sön­li­chen Geschmack an. Ich ken­ne die finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se des Ver­ei­nes nicht, aber eine Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung könn­te Sinn machen, um alle Ver­eins­mit­glie­der zu schüt­zen, die haupt- oder ehren­amt­lich tätig sind, soll­te durch ein Fehl­ver­hal­ten oder ein Ver­säum­nis ein Ver­mö­gens­scha­den ent­ste­hen. Aber auch hier emp­feh­le ich – alles mit Augen­maß ent­schei­den und nicht zum »Über­ver­si­chern« neigen.

Sogar Belei­di­gun­gen oder üble Nach­re­de (etwas, was in einem Ver­ein durch­aus auf der Tages­ord­nung ste­hen kann) könn­ten eine Absi­che­rung im Bereich Straf­rechts­schutz begrün­den. Hier emp­feh­le ich Ihnen, in ihrer Mit­glie­der­schaft nach Exper­ten zu suchen, die ein­schlä­gi­ge Erfah­run­gen haben. Oft hel­fen die­se Leu­te ger­ne auch ohne eine Deckungs- oder Kos­ten­zu­sa­ge eines Ver­si­che­rers, denn es geht ja um den eige­nen Ver­ein und das eige­ne Umfeld. Viel­leicht könn­ten Sie sich hier­durch sowohl eini­ge hun­dert Euro an Ver­si­che­rungs­prä­mi­en spa­ren, als auch Men­schen in Ihr Boot holen, die den Ver­ein per­spek­ti­visch — wie ein ein­ge­spiel­tes Ten­nis-Dop­pel — opti­mal schüt­zen können.

Ich wün­sche Ihnen beim Auf­bau Ihres Ver­eins gutes Gelin­gen und freue mich, in ein oder zwei Jah­ren wie­der von Ihnen zu hören, bei wie vie­len Mit­glie­dern Sie zwi­schen­zeit­lich ange­kom­men sind. Vie­le Grü­ße aus München!

  » Thas­si­los bis­he­ri­ge Beiträge…