Foto-Akkreditierungen

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© Hasenkopf

Fra­ge an Frank Hof­en: Hal­lo Herr Hof­en! Ich habe fol­gen­de Fra­ge: Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen erfüllt wer­den, um bei einem ATP-Tur­nier als Foto­graf akkre­di­tiert zu wer­den und wie ver­hält es sich bei einem Grand-Slam-Tur­nier? Bei einem der Majors stel­le ich mir das umso schwie­ri­ger vor! An wen muss man sich da wenden?!

Frank Hofen
© Hof­en

Frank Hof­en: Die Grund­vor­aus­set­zung für eine Akkre­di­tie­rung ist immer der Nach­weis eines media­len Auf­trags. Denn die­je­ni­gen, die bei ATP-Tur­nie­ren foto­gra­fie­ren müs­sen, sind nicht irgend­wel­che Hob­by­freun­de der Foto­gra­fie, es ist deren Beruf. Eine zwei­te wich­ti­ge Kom­po­nen­te ist die Mit­glied­schaft in einem Berufs­ver­band, wie unter ande­rem beim Ver­band Deut­scher Sport­jour­na­lis­ten (VDS) oder dem Deut­schen Jour­na­lis­ten Ver­band (DJV), denn durch die­se Mit­glied­schaft zei­gen Sie auf, dass sie haupt- bzw. auch frei­be­ruf­lich als Foto­graf tätig sind. Ein wei­te­res Kri­te­ri­um einer Akkre­di­tie­rung ist der Nach­weis einer offi­zi­el­len Beauf­tra­gung des Ver­lags bzw. der Redak­ti­on, dass Sie für die­ses Medi­um das ent­spre­chen­de WTA- oder ATP-Tur­nier foto­gra­fie­ren müssen.

Dar­an kön­nen Sie erken­nen, dass die Hür­den für eine Akkre­di­tie­rung ziem­lich hoch sind. Ist aber auch erfor­der­lich, denn in ers­ter Linie sind es Berufs­fo­to­gra­fen, die damit ihren Lebens­un­ter­halt ver­die­nen müs­sen. Ein Bei­spiel aus mei­ner Busi­ness­zeit beim ATP-Rasen-Cham­pio­nat in Hal­le­West­fa­len: für mehr als 80 Akkre­di­tie­rungs­an­trä­ge von Foto­gra­fen stan­den nur max. 30 Foto­gra­fen­plät­ze am Cent­re-Court zur Ver­fü­gung! Dem­zu­fol­ge sind beruf­li­che Vor­aus­set­zun­gen erfor­der­lich! Denn es gibt da noch die gro­ße Schar der Hob­by­fo­to­gra­fen, die ein­fach dabei sein möch­ten. Sie wol­len Bil­der für irgend­wel­che Home­pages, Ver­eins­heft­chen oder sons­ti­ge loka­le Blätt­chen knip­sen, doch sor­ry: dafür kann es kei­ne Pres­se­ak­kre­di­tie­run­gen geben. Über eine sol­che Pres­se­ak­kre­di­tie­rung ent­schei­den die Tur­nier­ver­an­stal­ter eigen­ver­ant­wort­lich. Über deren Tur­nier-Home­page fin­den Sie den ent­spre­chen­den Ansprech­part­ner für Medi­en bzw. viel­fach auch den Akkre­di­tie­rungs­an­trag zum Down­load. Wenn Sie die ein­gangs genann­ten Kri­te­ri­en nach­wei­sen kön­nen, dürf­te eine Akkre­di­tie­rung für ein natio­na­les ATP-Tur­nier durch­aus mög­lich sein. Eine sol­che für ein Grand-Slam-Tur­nier zu bekom­men, hal­te ich für schier unmög­lich, wenn Sie nicht gera­de zu der eli­tä­ren Schar der Berufs­fo­to­gra­fen bzw. Medi­en­pu­bli­ka­tio­nen gehören.

Im Übri­gen stim­men die Tur­nier­ver­an­stal­ter ihre Akkre­di­tie­run­gen auch zumeist mit den inter­na­tio­na­len Ten­nis­ver­bän­den wie ATP oder ITF ab. Einer­seits um die Pro­fes­sio­na­li­tät der Jour­na­lis­ten zu über­prü­fen und ande­rer­seits um einen mög­li­chen ande­ren Per­so­nen­kreis — den­ken sie hier ein­mal an mög­li­che Wett­be­trü­ger – aus­zu­schal­ten! Nur die Lie­be zur Foto­gra­fie reicht daher nicht aus! In die­sem Sin­ne ver­blei­be ich mit pro­fes­sio­nel­len Grü­ßen, Frank Hofen.

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