»Flow«-Zustand

Userfrage: „Hallo Frau Neumann! Ich habe Sascha im Finale der Finals gegen Djokovic gesehen und beobachtet, dass er in den wichtigen Situationen mental funktionierte. Zum Beispiel beim Stande von 4:4, als er das entscheidende Break schaffte und anschließend bei eigenem Aufschlag drei Asse in Serie erzielte. Viele junge Spieler fangen hier ja an zu »überlegen«. Auch die berühmte Angst vor dem Sieg kommt dann oft durch. Sascha diesmal nicht. Wie nennt man solche Fähigkeiten in der Fachsprache und wie kann man so etwas trainieren? Vielen Dank für die Mühen.“

Brigitte Neumann: Nun, vermutlich hat sich Sascha in diesem Finale in den so genannten »Flow«-Zustand gespielt. »Flow« ist das ganzheitliche Gefühl beim völligen Aufgehen in einer Handlung. »Flow« ist ein Bewusstseinszustand, in dem der Spieler alles, was er je gelernt hat, anwendet, ohne groß darüber nachzudenken. Alles geht wie von selbst. Er ist total ruhig und konzentriert, wie in einem Tunnel. Sascha hat in den Matches zuvor bravurös gekämpft und seinen Spielrhythmus gefunden. Er war erfolgreicher als je zuvor. Wie sagt man so schön: er hatte nichts mehr zu verlieren! Er fühlte sich stark und sicher und merkte, dass er dem Gegner ebenbürtig war. Im entscheidenden Moment hatte er die Ruhe und die Energie, sein bestes Tennis zu zeigen.

Autorin: Brigitte Neumann
Photocredit: Jürgen Hasenkopf
Januar 2019 · © Tennisredaktion.de