»Flow«-Zustand

Alexander Zverev
© Hasenkopf

Fra­ge an Bri­git­te Neu­mann: Lie­be Frau Neu­mann! Ich habe Sascha im Fina­le der Finals gegen Djo­ko­vic gese­hen und beob­ach­tet, dass er in den wich­ti­gen Situa­tio­nen men­tal funk­tio­nier­te. Zum Bei­spiel beim Stan­de von 4:4, als er das ent­schei­den­de Break schaff­te und anschlie­ßend bei eige­nem Auf­schlag drei Asse in Serie erziel­te. Vie­le jun­ge Spie­ler fan­gen hier ja an zu »über­le­gen«. Auch die berühm­te Angst vor dem Sieg kommt dann oft durch. Sascha dies­mal nicht. Wie nennt man sol­che Fähig­kei­ten in der Fach­spra­che und wie kann man so etwas trai­nie­ren? Dan­ke für Ihre Mühen!

Brigitte Neumann
© Neu­mann

Bri­git­te Neu­mann: Nun, ver­mut­lich hat sich Sascha in die­sem Fina­le in den so genann­ten »Flow«-Zustand gespielt. »Flow« ist das ganz­heit­li­che Gefühl beim völ­li­gen Auf­ge­hen in einer Hand­lung. »Flow« ist ein Bewusst­seins­zu­stand, in dem der Spie­ler alles, was er je gelernt hat, anwen­det, ohne groß dar­über nach­zu­den­ken. Alles geht wie von selbst. Er ist total ruhig und kon­zen­triert, wie in einem Tun­nel. Sascha hat in den Matches zuvor bra­vu­rös gekämpft und sei­nen Spiel­rhyth­mus gefun­den. Er war erfolg­rei­cher als je zuvor. Wie sagt man so schön: er hat­te nichts mehr zu ver­lie­ren! Er fühl­te sich stark und sicher und merk­te, dass er dem Geg­ner eben­bür­tig war. Im ent­schei­den­den Moment hat­te er die Ruhe und die Ener­gie, sein bes­tes Ten­nis zu zeigen.

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