Ferngesteuerte Medien?

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Fra­ge an Frank Hof­en: Sehr geehr­ter Herr Hof­en! Ich habe Sie frü­her öfters in Hal­le gese­hen und Ihre Mode­ra­tio­nen sowie Kolum­nen im West­fa­len­ten­nis stets bewun­dert. Ich fra­ge mich, wes­halb Sie nie Pres­se­spre­cher des Deut­schen Ten­nis Bun­des wur­den? Hat man sie nie gefragt oder kam dies für Sie per se nie in Fra­ge. Mei­ne eigent­li­che Fra­ge aber lau­tet: Inwie­fern beein­flusst die Medi­en­ar­beit unse­ren Sport als sol­ches? Man spricht ja vor allem in die­sen Tagen immer wie­der von der Macht der Medi­en, so sol­len ja bei­spiels­wei­se die öffent­lich-recht­li­chen Sen­de­an­stal­ten von der Regie­rung fern­ge­steu­ert sein und uns, die Bevöl­ke­rung, nur das wis­sen las­sen, was wir wis­sen sol­len und dürfen.

Frank Hofen
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Frank Hof­en: Lie­ber Jan-Peter, eine ein­fa­che­re Fra­ge hät­ten Sie mir nicht stel­len kön­nen? Gleich­wohl unter­neh­me ich ein­mal den Ver­such einer Ant­wort, die natür­lich aus mei­ner Sicht nur sub­jek­tiv sein kann. Ihre sug­ges­ti­ve Fra­ge nach »Fern­steue­rung« Medi­en ord­ne ich dem Bereich der »Fake News« zu. Wir haben in der Bun­des­re­pu­blik die drei Gewal­ten von Legis­la­ti­ve, Exe­ku­ti­ve und Judi­ka­ti­ve. Die­se Auf­tei­lung der Staats­ge­walt dient ein­zig und allein dem Zweck der Macht­be­gren­zung sowie der Siche­rung von Frei­heit und Gleich­heit. Viel­fach wer­den in der Öffent­lich­keit die unab­hän­gi­gen Medi­en als »Vier­te Gewalt«, was jedoch nicht wört­lich zu neh­men ist.

Damit bin ich auch schon bei Ihrem Punkt: Die Medi­en, egal ob Öffent­lich-Recht­li­che oder Pri­va­te, unter­lie­gen kei­ner staat­li­chen Kon­trol­le bzw. Zen­sur und haben auch kei­ne Staats­funk­ti­on. Sie sind ledig­lich wirt­schaft­lich und poli­tisch den jewei­li­gen Ver­le­gern bzw. Eigen­tü­mern gegen­über ver­ant­wort­lich. Unser öffent­lich-recht­li­cher Rund­funk ori­en­tier­te sich nach dem Krieg 1949 am unab­hän­gi­gen bri­ti­schen Sen­der BBC und hat nach wie vor ist die unpar­tei­li­che Bericht­erstat­tung als zen­tra­le Auf­ga­be. Damals wie heute!

Doch was ist heu­te anders?

Die Medi­en­land­schaft ist aktu­ell so viel­fäl­tig, wie man sie sich in den Grün­der­jah­ren nicht hat vor­stel­len kön­nen. Mit Ein­zug der Social Media-Kanä­le sowie dem welt­wei­ten Netz­werk »World Wide Web« (www) kom­men »Fake News« ohne jeg­li­che Kon­troll­funk­ti­on auf Wahr­heit in die Mei­nungs­bil­dung. So ist es für jeden Ein­zel­nen von uns schwer, Fak­ten von Fäl­schun­gen, Tat­sa­chen von Behaup­tun­gen und Wahr­hei­ten von Lügen zu unter­schei­den. Die Netz­welt ist ein idea­les Umfeld für Dem­ago­gen aller Art und hier sei mir der Hin­weis auf den US-ame­ri­ka­ni­schen Ex-Prä­si­den­ten Donald Trump erlaubt. Dies aber immer und per­ma­nent zu wider­le­gen, ist viel­fach in der Öffent­lich­keit kaum mög­lich. Im Übri­gen muss man dies auch zur Kennt­nis neh­men wollen!

Mei­ner­seits bin ich ein Ver­fech­ter des gebüh­ren­fi­nan­zier­ten öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks, der in der Mit­te der Gesell­schaft ver­an­kert ist. Sein Auf­trag ist es, alle Men­schen zu errei­chen, alle Stand­punk­te wider­zu­spie­geln und abzu­bil­den. Nur so ist garan­tiert, dass allen Stim­men und Per­spek­ti­ven immer Gehör ver­schafft wird. Die Unab­hän­gig­keit ist näm­lich die wich­tigs­te Säu­le des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks, damals wie heu­te. Eine von Regie­run­gen gesteu­er­te Medi­en­be­richt­erstat­tung exis­tiert nur als Hirn­ge­spinst bei Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern. Nur weil das tau­send­fach wie­der­holt wird, ent­spricht es nicht der Wahr­heit. Und was kann ich dage­gen tun, von die­sen »Fake News« nicht gefan­gen zu wer­den? Lesen, lesen, lesen… und machen Sie bei grund­sätz­li­chen The­men immer einen Fak­ten-Check! Außer am Ende eines Ten­nis­mat­ches. Ein 4:6, 4:6 bleibt immer ein 6:4, 6:4. Es kommt nur auf die Sicht des Spie­lers an. Und Ihre ein­gangs gestell­te Fra­ge beant­wor­te ich so: Seit Beginn der 80er-Jah­re bin ich als Agen­tur »hof­me­dia Kom­mu­ni­ka­ti­on« immer selb­stän­dig gewe­sen und die­se jour­na­lis­ti­sche Unab­hän­gig­keit habe und woll­te ich nie aufgegeben.

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