Fast 39? So what!

Von Christoph Kellermann.

Es besteht doch überhaupt kein Zweifel: dieser Kerl muss in einen Jungbrunnen gefallen sein! Roger Federer wird in diesem Jahr 39 Jahre alt und geht jedes Tempo und jede Distanz mit seinen teils erheblich jüngeren Kontrahenten mit. Heute stand der Schweizer Edelmann dem immens gefährlichen Australier John Millman gegenüber. Jener Millman also, der Federer bereits bei den US Open 2018 beim 3:7, 7:5, 7:6, 7:6 ein Bein stellen konnte.

Millman perfekt eingestellt

Und der Aussie war auch heute gegen den 20-maligen Grand-Slam-Sieger aus Basel perfekt eingestellt. Immer wieder angesport durch seine Box, angeführt von Lleyton Hewitt, aber auch getragen von den Fans in der ausverkauften »Rod Laver Arena«, die gar nicht so wirklich wussten, wie sie sich zu verhalten haben. Einerseits wollte man natürlich zum eigenen Landsmann halten, anderseits wollte man auch nicht, dass der überaus beliebte »Maestro« das Stadion als Verlierer verlässt und somit ausscheidet.

Federer dreht den Supertiebreak

So war es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Eine ungewohnt hohe Fehlerquote Federers hielt den Australier bis zum Ende im Spiel, ohne dass ich hier dessen außergewöhnliche Leistung am heutigen Tage schmälern möchte. Bei einer 8:4-Führung für Millman stand der Rekord-Gland-Slam-Sieger im Supertiebreak des fünften und entscheidenden Satzes unmittelbar vor dem Aus, doch Federer wäre ja nicht Federer, wenn er auch ein solch schier unmögliches Unterfangen nicht noch zu seinen Gunsten wenden würde. 10:8 hieß es am Ende in einer über vier Stunden und drei Minuten dauernden Partie. Federer trifft nun im Achtelfinale auf den Ungarn Marton Fucsovics. Wieder so ein Underdog, der an guten Tagen zu allem fähig ist. John Millman aber konnte einem am heutigen fünften Tag der Australian Open ainfach nur leid tun. Er hätte diesen Coup verdient gehabt. Keine Frage.

Januar 2020 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf