»Serve and Volley«

Mischa Zverev
© Hasenkopf

Auch ich habe in den 80er-Jah­ren so gut wie kei­nen Ball­wech­sel von der Grund­li­nie gewon­nen, war also ein klas­si­scher »Net-Rus­her«, nur nicht ganz so erfolg­reich wie Ste­fan Edberg, Pat Cash, Patrik Raf­ter oder Boris Becker. Mischa Zver­ev hat mit die­ser »Old-School«-Spielweise einst bei den Aus­tra­li­an Open rich­tig gut auf­ge­mischt und, wie ja bekannt, auch die Nume­ro Uno besiegt.

Mei­ner Mei­nung nach hat er an die­sem Tur­nier die Kon­kur­renz mit »Ser­ve and Vol­ley« über­rum­pelt. Lang­fris­tig hat­te er jedoch mit die­ser Stra­te­gie in sei­ner rei­nen Form, vor allem auf lang­sa­me­ren Belä­gen kei­ne Chan­ce. Zu gut ist das Return­spiel in Sachen Prä­zi­si­on und frü­hem Treff­punkt der Retur­nie­rer gewor­den. Hät­te bei­spiels­wei­se Andy Mur­ray bei den »AO« mehr Eier in der Hose gehabt und sich getraut, frü­her, fla­cher und aggres­si­ver in sei­ne Returns zu gehen, wäre er von Micha ganz sicher nicht besiegt worden.

Ich gehe ein­mal von der Annah­me aus, dass Ihr daheim rela­tiv sel­ten auf Hart­plät­zen oder Rasen spielt son­dern mehr­heit­lich auf Asche, bzw. Gra­nu­lat in der Hal­le. Trotz­dem könnt und sollt Ihr »Ser­ve and Vol­ley« in Euer Reper­toire inte­grie­ren, indem Ihr z.B. zwei bis drei­mal pro Auf­schlag­spiel angreift. Aber halt nicht immer. Dadurch muss sich Euer Geg­ner nicht nur auf den Ball kon­zen­trie­ren, er muss auch immer einen Teil sei­ner Auf­merk­sam­keit bei Euch und einer even­tu­el­len Netz­at­ta­cke las­sen. Vor allem emp­feh­le ich die­se Vari­an­te in Big-Point-Situa­tio­nen, um den Druck auf den Geg­ner zu erhö­hen. Trai­nie­ren? Ganz ein­fach: Auf­schla­gen, erst dem Ball hin­ter­her ren­nen und dann erst schau­en, ob er im Feld ist. Größ­ter Feh­ler. Nicht weg vom Geg­ner spie­len, son­dern direkt auf den Kör­per, ruhig auch mit etwas Sli­ce. Dadurch schafft Ihr es näher ans Netz und Euer Geg­ner wird durch die Aus­weich­be­we­gung in eine Rück- oder Sei­ten­la­ge gedrängt. Haut rein! Ich wün­sche Euch vie­le punkt­brin­gen­de Netz­at­ta­cken, denn es gibt nichts Cooleres.

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