Esther & Shingo

Von Peter Seidl.

Ein User schrieb mir: „Hallo Peter. Ich habe ein wenig im Netz recherchiert und wollte wissen, welche Spielerin/welcher Spieler das weltweite Rollstuhltennis in den letzten Jahren dominiert hat. Hierbei bin ich auf die Niederländerin Esther Vergeer und den Japaner Shingo Kunieda gestoßen, die sich zu besten Zeiten ja offensichtlich nur selbst schlagen konnten. Kennst Du diese beiden Asse persönlich und warum waren, bzw. sind sie so dominant?! Was hat ihr Spiel ausgemacht? Wie hoch war ihr Trainingspensum und: waren/sind Esther und Shingo Vollprofis? Wenn ja: wie können sie vom Rollstuhltennis leben? Ich selbst habe Rollstuhltennis schon einige Male live gesehen und muss höchsten Respekt zollen. Danke für Deine Mühen!“

Hallo Diethelm! Danke für Deine Frage und es freut mich sehr, dass Du Rollstuhltennis klasse findest! Die beiden Spitzenspieler Esther Vergeer und Shingo Kunieda kenne ich natürlich von zahlreichen Turnieren. Beide waren bzw. sind – wie Du schon erwähnt hast – absolute Ausnahmespieler und wirklich kaum zu bezwingen. Esther hat es geschafft, über 470 Matches ungeschlagen zu bleiben – ein unglaublicher Rekord! Esther und Shingo haben das Glück, in den Ländern Holland und Japan zu leben, wo der Behindertensport unglaublich bekannt ist und gefördert wird. Ein professionelles Umfeld und die besten Trainingsmöglichkeiten haben sie ganz nach oben gebracht. On top kommt natürlich eine gehörige Portion Talent. Esther hat ja schon vor einigen Jahren ihre Karriere beendet, aber mit Diede de Groot steht seit einiger Zewit schon wieder eine Holländerin an der Spitze der Weltrangliste. Shingo steht aktuell an Position Zwei der Weltrangliste, hat leider immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Ich behaupte mal, wenn er verletzungsfrei agieren kann, ist er auch nur ganz schwer zu bezwingen. Beide, Esther und Shingo, waren bzw. sind Vollprofis, die zwar nicht allein von den Preisgeldern leben können, aber durch ihre Sponsorenverträge über sehr gute Einnahmequellen verfügen. Das Trainingspensum eines Profis im Rollstuhl unterscheidet sich in Quantität und Qualität kaum von dem eines »normalen« Fußgängerprofis.

November 2019 · Photocredit: Tennisredaktion.de