Energiehaushalt

Stephan Medem
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Fra­ge an Ste­phan Medem: Hal­lo Ste­phan! Mein Trai­ner hat mir gera­ten, zwi­schen den Punk­ten und auch beim Sei­ten­wech­sel mei­nen Ener­gie­haus­halt zu prü­fen. Der Tipp war sicher­lich gut gemeint, nur kann er mir das nicht näher erklä­ren und auf mich allei­ne gestellt kann ich mit dem Begriff Ener­gie­haus­halt nicht viel anfan­gen. Tol­ler Trai­ner, was?! Nein, er ist echt lieb und meint, dass ich über­prü­fen soll, wie ich emo­tio­nal drauf bin. Kannst Du mir das als Psy­choex­per­te näher erklä­ren? Auch, wie ich mei­ne Atmung bes­ser kon­trol­lie­ren kann? Mein Dad sagt, ich wäre im Match mega ficke­rig und echt wenig aus­ge­gli­chen. Falls das wich­tig ist für Dei­ne Ant­wort: ich bin 15, spie­le Mann­schaft und vie­le Ranglistenturniere…

Ste­phan Medem: Ener­gie­haus­halt?! Den Begriff ken­ne ich, wird aber nach mei­nem Stand des Wis­sens meis­tens im Zusam­men­hang mit »kör­per­li­cher« Ener­gie gebraucht. Mit Kalo­rien, Mine­ra­li­en, Vit­ami­ne, usw. — also in einer sol­chen Art zu haus­hal­ten, dass opti­ma­le, sport­li­che Leis­tun­gen abge­ru­fen wer­den kön­nen. Natür­lich gehö­ren auch The­men wie zum Bei­spiel Schlaf oder Rege­ne­ra­ti­on in die­se »Haus­halts­über­le­gun­gen«.

Also, ich wür­de Dir raten, Dei­nen Trai­ner zu sei­nen Äuße­run­gen noch ein­mal zu kon­sul­tie­ren und um Auf­klä­rung bit­ten. Dei­ne »Ficke­rig­keit« und Unaus­ge­gli­chen­heit im Match ist etwas ganz Natür­li­ches. Wir nen­nen das »Ner­vo­si­tät«! Und die­se kannst Du über eine gute und kon­trol­lier­te Atmung sehr wohl in den Griff bekom­men! Ver­su­che, wäh­rend der Ball­wech­sel Dei­ne Atmung so zu steu­ern, dass Du beim Treff­punkt explo­siv aus­at­mest. Du musst nicht gleich stöh­nen, wie eini­ge der Spie­le­rin­nen und Spie­ler auf der Tour. Aber zum Bei­spiel ein lei­ses »pah« beim Schlag ermög­licht es Dir, die­se Akti­on auch akus­tisch zu über­prü­fen. Dei­ne Schlä­ge wer­den durch die­se Maß­nah­me sofort besser!

Zwi­schen den Ball­wech­seln soll­test Du ver­su­chen, immer eini­ge rich­tig, schö­ne tie­fe und vor allem ruhi­ge Atem­zü­ge ein­zu­bau­en. Das beru­higt nicht nur die Ner­ven, son­dern hilft Dir auch in Dei­nem Rege­ne­ra­ti­ons­pro­zess. Hier­zu noch ein wich­ti­ger Tipp: atme immer erst ganz fest aus, bis Du das Gefühl hast, kei­ne Luft mehr in dei­nen Lun­gen zu haben. Stell Dir Dei­ne Lun­gen als Plas­tik­tü­te vor, aus der Du sämt­li­che Luft her­aus drückst. Dein nächs­ter Atem­zug wird danach ganz auto­ma­tisch tief und mäch­tig sein. Das kannst Du dann bis zum nächs­ten Ball­wech­sel ger­ne ein paar Mal wiederholen.

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