Emotionen im Tennissport

Alexander Zverev
© Hasenkopf

Läch­le! Ver­mut­lich stellt sich dann ein Gefühl von Zufrie­den­heit, Hei­ter­keit und Freu­de ein. Du siehst, es ist gar nicht schwer, Ein­fluss auf Dei­ne eige­nen Emo­tio­nen zu neh­men. Du musst nur wis­sen wie! Die »Smi­ling-Übung« gelingt des­halb, weil es einen untrenn­ba­ren Zusam­men­hang gibt zwi­schen unse­ren Gedan­ken, unse­ren Gefüh­len und unse­rer Kör­per­spra­che. Im Ten­nis kann heut­zu­ta­ge nur der­je­ni­ge ganz oben mit­spie­len, der sei­nen Kör­per, sei­ne Gedan­ken und sei­ne Emo­tio­nen opti­mal auf das Spiel ein­stellt. Das heißt nicht, dass Du stän­dig lächelnd auf dem Platz ste­hen sollst — im Gegenteil!

Brigitte Neumann
© Neu­mann

Bri­git­te Neu­mann: Gefragt ist ein der jewei­li­gen Situa­ti­on ange­pass­tes Ver­hal­ten! Bei einem Auf­schlag von 170 km/h hast Du nur eine hal­be Sekun­de zur Reak­ti­on. Da bleibt zum Lächeln kei­ne Zeit. Wenn Du Dich in die­sem Moment aber selbst anfeu­erst, Dich aggres­siv zum Geg­ner ver­hältst (Kör­per­spra­che) und auch noch mit Selbst­ge­sprä­chen Ein­fluss auf Dein eige­nes Ver­hal­ten nimmst („Ich spie­le jeden Auf­schlag zurück ins Feld!“), dann wer­den in die­ser Situa­ti­on die gewünsch­ten bio­che­mi­schen Ver­än­de­run­gen im Kör­per aus­ge­löst: eine erhöh­te Adre­na­lin­aus­schüt­tung ergibt bei­spiels­wei­se eine ver­bes­ser­te Reak­ti­on und grö­ße­re Schnel­lig­keit. Das macht Dich genau in die­sem Moment so stark.

Zum Glück ist der Mensch kei­ne Maschine

Nach dem Match ist eine ande­re Ver­fas­sung nötig. Du brauchst die Fähig­keit, Abstand zu gewin­nen, Dich zu erho­len und Dich zu ent­span­nen, damit Du Dich für das nächs­te Match aus­rei­chend rege­ne­rie­ren kannst. Zum Glück sind wir Men­schen kei­ne Maschi­nen, denn ohne Emo­tio­nen wären wir schon längst aus­ge­stor­ben. Gefüh­le wie Schmerz, Angst und Freu­de beein­flus­sen stark unser Ver­hal­ten. Wir ver­mei­den Schmerz aus­lö­sen­de Rei­ze, wir wer­den vor­sich­tig bei Angst, wir wer­den stark bei Tätig­kei­ten, die uns Freu­de berei­ten und wir ver­set­zen unse­ren Kör­per in Kampf­be­reit­schaft bei einem Gefühl der Bedro­hung. Emo­tio­nen sind die Antriebs­kräf­te unse­res Ver­hal­tens. Die­se Antriebs­kräf­te kön­nen wir mit geziel­tem Men­tal­trai­ning für den Sport nut­zen! Jeder kann ler­nen, sich über die eige­nen »Gefüh­le plus Gedan­ken plus Kör­per­spra­che« im Wett­kampf in die opti­ma­le Wett­kampf­stim­mung zu brin­gen. Die Leis­tung auf dem Platz ist das Resul­tat von Emo­ti­on, Psy­che und Physis.

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