Eine besondere Mission.

BREAKCHANCE Initiative
@ Hasenkopf

Waltrop-Mün­chen-Waltrop: 1.412 Kilo­me­ter Fahrt­weg — Rekord für »BREAKCHANCE on Tour«. Zehn Tage Zeit­span­ne inklu­si­ve An- und Abrei­se — Rekord für »BREAKCHANCE on Tour«. War es anstren­gend? Ja, das war es. Sehr sogar. War es eine Inklu­si­ons­ver­an­stal­tung wie man sie schon unzäh­li­ge Male zuvor in der nun­mehr 15-jäh­ri­gen Geschich­te der »KRAMER BREAKCHANCE Initia­ti­ve« erlebt hat? Auf kei­nen Fall. Hat sich der immense Auf­wand gelohnt? Hundertprozentig.

Um das Fazit gleich vor­weg­zu­neh­men: »BREAKCHANCE on Tour« 2021 hat im Umfeld der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt Mün­chen blei­ben­de Ein­drü­cke hin­ter­las­sen. Bei allen Betei­lig­ten. Ins­be­son­de­re natür­lich bei den über 30 teil­neh­men­den Kin­dern und Jugend­li­chen sowie deren Eltern, aber auch beim gast­ge­ben­den Ver­eins­trai­ner Thas­si­lo Haun. Der näm­lich setz­te die Ende 2020 ent­stan­de­ne gemein­sa­me Idee eines »inklu­si­ven Ten­nis­camps« für Kids mit dem lang­jäh­ri­gen Bun­des­trai­ner Chris­toph Kel­ler­mann und des­sen sozi­al-inte­gra­ti­ver Initia­ti­ve in den ers­ten bei­den baye­ri­schen Schul­fe­ri­en­wo­chen opti­mal um.

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„Mehr als Vor­hand und Rückhand…”

Nach den Gast­spie­len in Berg­ka­men, Köln und Bochum schlug »BREAKCHANCE« in die­sem Jahr also in Mün­chen auf, genau­er gesagt beim TSV Pen­ten­ried, einem klei­nen, aber fei­nen Sport­club im Land­kreis Starn­berg. Chef­trai­ner vor Ort ist kein Gerin­ge­rer als Thas­si­lo Haun, Bau­jahr 1973, gebür­ti­ger Saar­län­der und ein Mann, der die Kugel selbst seit jeher eben­so nach­hal­tig wie erfolg­reich bear­bei­tet: Zahl­rei­che Welt- und Euro­pa­meis­ter­ti­tel wan­der­ten bereits auf das Kon­to des 47-jäh­ri­gen Linkshänders. 

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Als Trai­ner liebt er aller­dings mehr die »klei­ne« Büh­ne. Eine, wie sie ihm der TSV Pen­ten­ried in der beschau­li­chen Gemein­de Krai­ling bie­ten kann: Fünf gepfleg­te Sand­plät­ze, ange­legt rund um ein klei­nes Ver­eins­haus, wo die Befül­lung des Kühl­schranks sowie die Bezah­lung der Après-Ten­nis-Geträn­ke noch auf gegen­sei­ti­gem Ver­trau­en basie­ren. Haun selbst, wie bereits erwähnt ein Meis­ter sei­nes Faches, setzt in sei­ner Unter­richts­phi­lo­so­phie nicht nur auf Vor­hand und Rück­hand. Sehr viel wich­ti­ger ist ihm die Ver­mitt­lung mensch­li­cher Wer­te und Tugen­den. So ent­stand die Idee, den Kids im all­jähr­li­chen Ten­nis­camp ein wenig mehr mit auf den Lebens­weg zu geben als die blan­ke Schu­lung von Tech­nik, Tak­tik und Kon­di­ti­on. Zen­tra­les The­ma soll­te der Roll­stuhl­ten­nis­sport mit all sei­nen Facet­ten sein.

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„Etwas mit­ge­ben fürs Leben…”

Glück, Zufrie­den­heit, Demut — zwei­fel­los drei der wich­tigs­ten Fak­to­ren, um gut durchs Leben zu kom­men und exakt die­se Wer­te zu ver­mit­teln war der Haupt­auf­trag von »BREAKCHANCE« in Pen­ten­ried. So stell­te Chris­toph Kel­ler­mann in sei­nen Prä­sen­ta­tio­nen zahl­rei­che Spie­le­rin­nen und Spie­ler aus sei­nem Team samt ihrer Lebens­ge­schich­ten vor. „Wäh­rend der jeweils zwei Stun­den dau­ern­den Vor­trä­ge konn­te man die Steck­na­del fal­len hören”, so Thas­si­lo Haun, der sei­nem Gast­red­ner „selbst an den Lip­pen hing”, wie er spä­ter erzähl­te. „Chris­tophs Prä­sen­ta­tio­nen waren unter­halt­sam wie span­nend, sen­si­bi­li­sie­rend wie ergrei­fend. Vor allem die Geschich­ten um Nick Vuji­cic und Regi­na Isecke haben die Kin­der und mich regel­recht gepackt!” Isecke, der Men­to­rin und För­de­rin von Chris­toph Kel­ler­mann als Roll­stuhl­ten­nis-Bun­des­trai­ner, war es auch zu ver­dan­ken, dass die Kids in Pen­ten­ried als abso­lu­tes High­light eine ech­te paralym­pi­sche Medail­le in den Hän­den hal­ten durf­ten. Iseckes Bron­ze­me­dail­le von den Paralym­pics 1992 in Bar­ce­lo­na brach­te Kel­ler­mann als Erb­stück der lei­der viel zu früh ver­stor­be­nen Köl­ne­rin mit nach Bayern.

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Per­spek­tiv­wech­sel

Hat­ten die Bea­mer-Prä­sen­ta­tio­nen und beein­dru­cken­den Geschich­ten die Sicht­wei­se aller Nach­wuchs­kräf­te des TSV Pen­ten­ried bereits nach­hal­tig ver­än­dert, sorg­ten die akti­ven Parts »on court« für den end­gül­ti­gen Per­spek­tiv­wech­sel. End­lich durf­ten alle Mäd­chen und Jun­gen — und spä­ter dann auch die anwe­sen­den Eltern und Groß­el­tern — die mit Span­nung erwar­te­te Bekannt­schaft mit den Ten­nis­roll­stüh­len der »BREAKCHANCE«-Initiative machen. „Eine beein­dru­cken­de Erfah­rung”, so die ein­stim­mi­ge Mei­nung aller Betei­lig­ten. War das pure Steu­ern der Roll­stüh­le recht schnell ent­schlüs­selt, erwies sich das Ten­nis­spiel aus dem Stuhl her­aus als rie­si­ge und meist unbe­zwing­ba­re Her­aus­for­de­rung. Den Roll­stuhl als drit­tes Sport­ge­rät neben Ball und Schlä­ger auf dem Court zu hän­deln, Bäl­le im rich­ti­gen Tem­po und vor allem mit dem rich­ti­gen Abstand anzu­fah­ren und danach den Platz wie­der sau­ber abzu­de­cken — das ent­lock­te den neu­gie­ri­gen Fuß­gän­gern den aller­höchs­ten Respekt.

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Zer­ti­fi­kat als Lohn

Am Ende konn­te Gast­ge­ber Thas­si­lo Haun gemein­sam mit sei­ner Frau Hei­ke, die neben Julia Oster­wald und Sol­mi Wit­tig Teil des enga­gier­ten Trai­ner­teams vor Ort war, und »BREAKCHANCE«-Initiator Chris­toph Kel­ler­mann 35 Zer­ti­fi­ka­te an die Kids ver­tei­len. „Wenn man in einem Wett­streit etwas errun­gen hat, gibt es eine Urkun­de. Wenn man aber am Ende einer Ver­an­stal­tung nach­weis­lich etwas gelernt und auf dem eige­nen Lebens­weg in solch jun­gen Jah­ren ein klei­nes Mei­len­stein­chen gesetzt hat, dann bekommt man ein Zer­ti­fi­kat, wel­ches für immer an die­se ganz beson­de­re inklu­si­ve Woche in Pen­ten­ried erin­nern soll. Wert­vol­ler als jeder Pokal!”, so die Inten­ti­on der bei­den Ten­nis-Enthu­si­as­ten Thas­si­lo Haun und Chris­toph Kel­ler­mann. Die Kids ver­ab­schie­de­ten sich am Ende mit brei­ter Brust und die Eltern mit gro­ßer Dankbarkeit. 

Mis­si­on erfüllt.

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