Boris Becker Matthias Stach
© Jürgen Hasenkopf

Userfrage: „Hallo Herr Hofen! Ich bin es schon wieder. Zunächst einmal recht herzlichen Dank für Ihre Ausführungen zu meiner Frage hinsichtlich der Tennis-Kommentatoren. Wissen Sie, was mir wirklich missfällt? Diese permanente Doppelbesetzung am Mikrofon während der Spiele. Im Studio einen Experten, meist einen Ex-Spieler, mit dazu zu nehmen halte ich ja für in Ordnung, aber warum müssen jetzt immer gleich zwei Personen am Mikro sitzen und kommentieren. Ich stelle sowohl Matthias Stach, als auch Boris Becker oder den anderen Kommentatoren-Doppeln fachlich ein gutes Zeugnis aus, aber dieses pausenlose Gequatsche geht einem doch irgendwann gehörig auf den Zeiger, um es einmal etwas flapsig zu formulieren. Wie ist Ihre Meinung hierzu? Finden Sie nicht auch, dass ein Kommentator durchaus reicht? Auch finde ich, dass uns die Informationsflut, die uns seitens der Eurosportreporter entgegenschwappt, völlig überfordert. Das finden auch alle Tenniskollegen in unserer Spielrunde. Alles, was nicht direkt mit dem Match zu tun hat, gehört in das Livespiel unserer Meinung nach nicht hin. Wir wollen doch alle die tollen Spiele genießen. Was sagt der Experte dazu?“

Lieber Bernhard!

Da bin ich ganz bei Ihnen und Ihren Tenniskollegen. Auch mir geht die, so wie ich es formuliere, Faselei gehörig auf den Nerv. Habe da ein ganz profanes Mittel gefunden: ich schalte den Ton einfach aus und erfreue mich an den entsprechenden TV-Bildern! So kann ich ganz entspannt das Match verfolgen.

Sie haben mich aber nach meiner Meinung gefragt, wie ich das beurteile! Brauche ich nicht, siehe meine vorherigen Sätze! Nun dürfen wir uns aber nicht alleine ins Licht des alles schon Wissenden stellen. Es sind zweifelsohne auch immer Hundertausende von TV-Zuschauern dabei, die wenig oder kaum Tenniskompetenz haben. Da aber heutzutage fast alles – und selbst wenn es sich nur um ein Schleifchen-Turnier im eigenen Verein handelt – immer ein Event (man nennt es so, obwohl es von der Veranstaltung her nichts anderes als ein Schleifchen-Tunrier ist, nur zeitgeistmäßig will man sich modern geben), sein muss, hat sich auch Eurosport darauf eingestellt. Sie wollen nun einmal mit ihrer Doppelmoderation die ganze sprachliche Informationsflut abdecken. Ob Sie oder ich das wollen, ist da leider nicht gefragt. Ein Tipp von mir: Schreiben Sie und Ihre Tenniskollegen doch Eurosport als TV-Zuschauer an, wie sehr Sie das stört und so das Zuschauen erheblich beeinträchtigt.

Frank Hofen

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Frank Hofen ist seit November 2019 im Kompetenz-Team von »Tennisredaktion.de«. Die Turnierhistorie der GERRY WEBER OPEN wird immer mit dem Namen des renommierten Sportjournalisten verbunden bleiben. Vom ersten Aufschlag an im Jahre 1993 bis zur 25. Auflage im Jahre 2017 war Frank Hofen das mediale Gesicht des Turniers. Er konzipierte PR-Konzepte, leitete hunderte von Pressekonferenzen und moderierte Stars aus Sport- und Showbusiness professionell durch Veranstaltungen. Für seine weltweite Medienarbeit wurde er von der ATP (Internationale Organisation der Turnierveranstalter und Tennisprofis) in den Jahren 2002 und 2012 mit dem »ATP Award of Excellence Best Media« ausgezeichnet. Aktuell erarbeitet er Medien- und PR-Konzepte für die Stadt HalleWestfalen, für weltweit tätige Konzerne und pflegt zudem sein mediales Netzwerk, welches er sich mit seiner Agentur »hofmedia« erarbeitet hat.

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