Doppelt besetzte Mikros

Boris Becker Matthias Stach
© Hasenkopf

Fra­ge an Frank Hof­en: Hal­lo Herr Hof­en! Ich bin es schon wie­der. Zunächst ein­mal recht herz­li­chen Dank für Ihre Aus­füh­run­gen zu mei­ner Fra­ge hin­sicht­lich der Ten­nis-Kom­men­ta­to­ren. Wis­sen Sie, was mir wirk­lich miss­fällt? Die­se per­ma­nen­te Dop­pel­be­set­zung am Mikro­fon wäh­rend der Spie­le. Im Stu­dio einen Exper­ten, meist einen Ex-Spie­ler, mit dazu zu neh­men hal­te ich ja für in Ord­nung, aber war­um müs­sen jetzt immer gleich zwei Per­so­nen am Mikro sit­zen und kom­men­tie­ren. Ich stel­le sowohl Mat­thi­as Stach, als auch Boris Becker oder den ande­ren Kom­men­ta­to­ren-Dop­peln fach­lich ein gutes Zeug­nis aus, aber die­ses pau­sen­lo­se Gequat­sche geht einem doch irgend­wann gehö­rig auf den Zei­ger, um es ein­mal etwas flap­sig zu for­mu­lie­ren. Wie ist Ihre Mei­nung hier­zu? Fin­den Sie nicht auch, dass ein Kom­men­ta­tor durch­aus reicht? Auch fin­de ich, dass uns die Infor­ma­ti­ons­flut, die uns sei­tens der Euro­sport­re­por­ter ent­ge­gen schwappt, völ­lig über­for­dert. Das fin­den auch alle Ten­nis­kol­le­gen in unse­rer Spiel­run­de. Alles, was nicht direkt mit dem Match zu tun hat, gehört in das Live­spiel unse­rer Mei­nung nach nicht hin. Wir wol­len doch alle die tol­len Spie­le genie­ßen. Was sagt der Exper­te dazu?

Frank Hofen
© Hof­en

Frank Hof­en: Da bin ich ganz bei Ihnen und Ihren Ten­nis­kol­le­gen. Auch mir geht die, so wie ich es for­mu­lie­re, Fase­lei gehö­rig auf den Nerv. Habe da ein ganz pro­fa­nes Mit­tel gefun­den: ich schal­te den Ton ein­fach aus und erfreue mich an den ent­spre­chen­den TV-Bil­dern! So kann ich ganz ent­spannt das Match verfolgen.

Sie haben mich aber nach mei­ner Mei­nung gefragt, wie ich das beur­tei­le! Brau­che ich nicht, sie­he mei­ne vor­he­ri­gen Sät­ze! Nun dür­fen wir uns aber nicht allei­ne ins Licht des alles schon Wis­sen­den stel­len. Es sind zwei­fels­oh­ne auch immer Hun­der­tau­sen­de von TV-Zuschau­ern dabei, die wenig oder kaum Ten­nis­kom­pe­tenz haben. Da aber heut­zu­ta­ge fast alles — und selbst wenn es sich nur um ein Schleif­chen-Tur­nier im eige­nen Ver­ein han­delt — immer ein Event (man nennt es so, obwohl es von der Ver­an­stal­tung her nichts ande­res als ein Schleif­chen-Tur­nier ist, nur zeit­geist­mä­ßig will man sich modern geben), sein muss, hat sich auch Euro­sport dar­auf ein­ge­stellt. Sie wol­len nun ein­mal mit ihrer Dop­pel­mo­de­ra­ti­on die gan­ze sprach­li­che Infor­ma­ti­ons­flut abde­cken. Ob Sie oder ich das wol­len, ist da lei­der nicht gefragt. Ein Tipp von mir: Schrei­ben Sie und Ihre Ten­nis­kol­le­gen doch Euro­sport als TV-Zuschau­er an, wie sehr Sie das stört und so das Zuschau­en erheb­lich beeinträchtigt.

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