»Die Thiem-Methode«

Stephan Medem
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Von Ste­phan Medem. Seit über fünf­zig Jah­ren bewe­ge ich mich im »Micro-Kos­mos« Ten­nis. Selbst­ver­ständ­lich habe ich da drin­nen im Ver­lau­fe die­ser lan­gen Zeit sehr vie­le Gesich­ter, Namen und Geschich­ten kom­men und gehen gese­hen. Einer der Namen, wel­cher lei­der viel zu früh ver­schwun­den, weil ver­stor­ben, ist Horst Skoff, der mega talen­tier­te Para­dies­vo­gel aus Kla­gen­furt. Es war in den spä­ten Acht­zi­ger­jah­ren auf der Tour, da habe ich eini­ge Zeit mit die­sem »Ver­rück­ten« ver­bracht und die­se Zeit auch unheim­lich genos­sen. Und seit die­ser Zeit schon ken­ne ich auch Gün­ter Bres­nik. Damals war er noch der Hilfs-She­riff des legen­dä­ren Tsche­chen Jan Kukal. Seit­dem ist natür­lich eine Men­ge Zeit ver­gan­gen und Gün­ter hat sich in die­ser Zeit selbst­ver­ständ­lich wei­ter­ent­wi­ckelt und sich einen eige­nen Namen gemacht.

Ich per­sön­li­che mag die Arbeit die­ses eigen­wil­li­gen Öster­rei­chers sehr und fin­de es des­halb wirk­lich gut, wenn man etwas mehr über ihn und sei­ne Metho­den erfährt. Das ist abso­lut inspi­rie­rend und lesens­wert! Lei­der hat Gün­ter sein Buch »Die Thiem-Metho­de« beti­telt. Das fin­de ich per­sön­lich schlecht. Das ist so, wie wenn Patrik Mou­ra­touglu sei­ne Bio »The Coach« (habe ich Euch eben­falls schon vor­ge­stellt) »Die Wil­liams-Metho­de« genannt hät­te, nur um ein paar Exem­pla­re mehr zu ver­kau­fen. Auch schim­mert bei Gün­ter Bres­nik lei­der immer wie­der die­ses »Wo wäre die­ser Bub’ nur ohne MICH?« durch. Ver­dammt noch­mal, wir sind nun mal Coa­ches und wir Coa­ches wer­den von unse­ren Coachées enga­giert und bezahlt, um die­se bes­ser zu machen. Wo wären Fede­rer, Wil­liams, Djo­ko­vic, Nadal, usw. ohne ihre Coa­ches und Men­to­ren?! Wer ein schwa­ches Ego oder ein lädier­tes Selbst­wert­ge­fühl hat, soll­te nicht coachen.

Am Ende die­ses Buches gibt es als Zuga­be auch noch 17 Sie­ger-Tipps für Beruf, All­tag und Sport — qua­si als Nach­schlag. Für Berufs‑, Sport- oder All­tags­ein­stei­ger sicher­lich ganz hübsch, für Fort­ge­schrit­te­ne emp­feh­le ich da eher die Tipps von Sir Richard Bran­son. Aber bit­te lasst Euch durch die genann­ten Kri­tik­punk­te nicht vom Lesen der »Thiem-Metho­de« abhal­ten. Sehr lesens­wert… und end­lich wie­der mal was in deut­scher Spra­che — ist doch auch nett! Ich ver­ge­be drei Asse.

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