Die Erde ist eine Scheibe…

Hey Steph! Was ist los? Angelique Kerber hat Wimbledon gewonnen und Du hast dies bis heute noch nicht kommentiert! Chris, Was willst Du denn hören? Alter, sie hat Wimbledon gewonnen! Das wichtigste Tennisturnier der Welt! Ja, ich hörte davon. Ein schöner Erfolg für sie. Sie hat sich mit diesem sehr speziellen Titelgwinn in die Geschichtsbücher eingetragen! Bestimmt hat sie das. Und es freut mich für sie. Sie hat auch bestimmt hart dafür gearbeitet. Wie kann man das so nüchtern analysieren?! Chris, lassen wir die Kirche im Dorf. Das Draw hat sich im Laufe der zwei Wimbledon-Wochen sehr Kerber-freundlich entwickelt. Da von den Top-Acts absolut niemand wollte oder konnte, musste Angie am Ende zwangsläufig gewinnen. Gegen die 18-jährige Claire Liu aus den USA wurde Kerber von der Nummer 153 der Welt noch am meisten gefordert. Das muss ich nicht weiter kommentieren. Also ein geschenkter Wimbledontitel? Das will ich so nicht unbedingt sagen. Fakt ist aber, dass Kerber die Gunst der Stunde genutzt hat – um es einmal vorsichtig zu formulieren. Und um Deine nächste Frage gleich vorweg zu nehmen: Kerber wird durch ihren Wimbledon-Triumph keinen neuen Tennis-Boom in Deutschland entfachen. Steph, da sagt die Umfrage des DTB aber etwas anderes: 6,3 Millionen Deutsche sollen durch den Kerber-Sieg ein erhöhtes Interesse am Tennissport bekommen haben. Ja, Chris. Und die Erde ist eine Scheibe. Bevor ich diesen Zahlen Glauben schenke, verlegt Kerber ihren Wohnsitz vom polnischen Puszcykowo wieder zurück nach Deutschland. Gutes Thema: die Polen reklamieren nämlich die drei Grand-Slam-Titel Kerbers für sich, weil Angie sagt, dass ihr Herz auch für Polen schlage und sie sich erst dort wirklich zu Hause fühle. Interessant. Apropos: unsere »Bundes-Angie« aus dem Kanzleramt hat auch polnische Wurzeln. Die wollen sie nicht zufällig auch zurück? Nein, ich fürchte nicht. Denn es heißt ja: »Noch ist Polen nicht verloren…« Gut weggedrückt, Alter.

Das »Netz-Duell by Tennisredaktion.de« ist ein nicht immer ernst gemeinter verbaler Austausch zwischen den beiden »Tennis-Buddies« Christoph »Chris« Kellermann und Stephan »Steph« Medem. Scharfe, aus der Hüfte geschossene Volleys prägen die wortgewandten Duelle. Oft direkt erbarmungslos auf den Körper, manchmal mit Netzkante, manchmal gerade noch auf der Linie und gewürzt mit einer Prise »ehrlicher« Satire…