Der Teufelskerl

Von Christoph Kellermann.

Zunächst ein paar Zahlen und Fakten: er ist 31 Jahre alt, Profi seit 2003, 1,88m groß und sein Kampfgewicht beträgt 77kg. Weltranglistenplatz: 1. Seine Einzelbilanz in 2019: 20:4. Turniersiege 2019: seit heute 2 (Australian Open und Madrid). Die letzten drei Grand-Slam-Turniere gewann er allesamt. Die Rede ist von Novak Djokovic. Der Serbe hat heute wieder einmal zugeschlagen. Im Finale des ATP Masters Turniers in Madrid setzte er sich gegen den aufstrebenden griechischen Zverev- und Nadal-Bezwinger Stefanos Tsitsipas mit 6:3, 6:4 durch und sicherte sich so seinen 33. Masters-Titel. Damit konnte »Nole« zu Rafa Nadal aufschließen, der diese Statistik bislang alleine anführte. Der Vollständigkeit halber: Roger Federer rangiert mit 28 Masters-Titeln auf Rang Drei.

So weit, so gut. Die große Frage, die sich mir und sicherlich auch vielen Fans und vor allem der Konkurrenz aufdrängt, ist, ob Novak Djokovic als erster Spieler nach dem legendären Rod Laver den lupenreinen Grand Slam gewinnen kann?! In Madrid jedenfalls hat er der Tenniswelt ohne Satzverlust einmal mehr bewiesen, dass er auch in Kürze in Paris auf Sand ein sehr, sehr ernst zu nehmender Titelaspirant sein wird, bei den darauffolgenden Slams in Wimbledon und bei den US Open sowieso. Natürlich muss sehr viel zusammenkommen, damit das klappt (immerhin wären es dann sechs Grand-Slam-Erfolge in Serie!). Aber ganz ehrlich? Ich traue es ihm zu. Novak ist ein Teufelskerl, der es immer wieder schafft, auf die Sekunde topfit und hellwach zu sein. Diese Tatsache, gepaart mit seinen außergewöhnlichen technischen und mentalen Fähigkeiten, könnten den gordischen Knoten durchschlagen und der Tenniswelt einen würdigen Nachfolger Lavers präsentieren. Das Momentum spricht für Novak Djokovic. Er scheint zumindest der einzige der legendären »Fab Four« zu sein, der noch den ganz »großen Wurf«, sprich: den Grand Slam schaffen kann.

Mai 2019 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf