Der Flow-Zustand

Dominic Thiem
© Hasenkopf

Der Psy­cho­lo­ge Csiks­zent­mi­ha­lyi hat 1975 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Kon­zen­tra­ti­on etwas mit »völ­li­gem Auf­ge­hen in einer Tätig­keit« zu tun hat. In sei­nen For­schun­gen kam er auf die­se Flow-Cha­rak­te­ris­ti­ken: Man weiß jeder­zeit und ohne nach­zu­den­ken, was jetzt zu tun ist, man fühlt sich opti­mal bean­sprucht und hat auch bei hohen Anfor­de­run­gen das siche­re Gefühl, das Gesche­hen unter Kon­trol­le zu haben, das eige­ne Han­deln fließt von einem Schritt in den ande­ren, die Kon­zen­tra­ti­on kommt von selbst — alles was ablen­ken könn­te wird völ­lig aus­ge­blen­det — hier spricht man vom so genann­ten »Tun­nel­blick« — man ver­gisst die Zeit und weiß nicht wie lan­ge man schon dabei ist. Men­schen, die über ein Flow-Erleb­nis berich­ten, erzäh­len immer von den fol­gen­den Gefüh­len und Eigen­schaf­ten: Kör­per­lich ent­spannt, auto­ma­tisch, mühe­los, alle Zeit der Welt, selbst­si­cher, kla­re Sin­nes­wahr­neh­mung, Freu­de, Schmet­ter­lin­ge im Bauch, kaum Angst, Herr der Lage, men­tal fokus­siert, vol­ler Tat­kraft und Ener­gie, locker.

Brigitte Neumann
© Neu­mann

Hat­test Du schon ein­mal ein sol­ches Erleb­nis? Warst Du schon ein­mal so inten­siv mit einer Sache beschäf­tigt, dass Du alles um Dich her­um ver­ges­sen hast? Bist Du schon ein­mal völ­lig auf­ge­gan­gen in einer Tätig­keit, die Dir rie­si­ge Freu­de gemacht hat? Wenn man spie­len­den Kin­dern zusieht, stellt man oft fest, dass sie total im Spiel ver­sun­ken sind, dass sie ein­fach nur Spaß haben und an kei­ner­lei Kon­se­quen­zen den­ken. Im Flow-Zustand erreicht ein Sport­ler sei­ne maxi­ma­le Kon­zen­tra­ti­on! Die Fra­ge ist also: Wie errei­che ich die­sen begeh­rens­wer­ten Flow-Zustand? Du kannst ihn nicht erzwin­gen, aber es gibt eini­ge Fak­to­ren, die — mit Neu­gier und der Bereit­schaft- zum »Flow-Zustand« füh­ren können:

1) Ver­ein­fa­che Dein Leben – las­se Unwich­ti­ges weg – beschrän­ke Dich auf das Wesent­li­che! 2) Erle­di­ge Auf­ga­ben sofort, schie­be nichts vor Dir her! 3) Sor­ge für aus­rei­chend Schlaf, Erho­lung, Ent­span­nung! 4) Da das Gehirn für extre­me Kon­zen­tra­ti­on mehr Sauer­stoff ver­braucht, musst Du regel­mä­ßig in fri­scher Luft tief durch­at­men! 5) Tue immer nur eine Sache, nicht meh­re­re Din­ge gleich­zei­tig! 6) Lebe im »Hier und Jetzt«, nicht in der Ver­gan­gen­heit oder weit vor­aus in der Zukunft! 7) Betrach­te alle Pro­ble­me als Her­aus­for­de­rung und nimm sie an! 8) Lache viel, stei­ge­re Dei­ne Freu­de am Sport!

Zusam­men mit dem ent­spre­chen­den Men­tal­trai­ning (Kon­zen­tra­ti­ons­übun­gen, rea­lis­ti­sche Selbst­ein­schät­zung, Moti­va­ti­on, rich­ti­ge Ziel­set­zung) wirst Du in der Lage sein, selbst von die­sem traum­haf­ten Gefühls­zu­stand erzäh­len kön­nen. Das gilt nicht nur im Sport, son­dern gen­rell – in der Schu­le, im Beruf, bei Prü­fun­gen und im täg­li­chen Miteinander.

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