Davis-Cup-Farce

Von Christoph Kellermann.

Nach meinem satirischen Beitrag gestern anlässlich der »Leistung« von Philipp Kohlschreiber möchte ich meiner Chronistenpflicht nachkommen und das 2:0 für Deutschland im Davis-Cup-Qualimatch gegen Ungarn vermelden. Alexander Zverev war mit seiner Partie gegen den nicht in der Weltrangliste geführten Peter Nagy nach etwas über einer Stunde durch. Der Weltmeister gestatte dem »Weltranglisten-Nullten« vier Spielgewinne. Man stelle sich vor, auch Kohlschreiber hätte zuvor einen Ball getroffen, dann hätten die Zuschauer an einem Davis-Cup-Eröffnungstag nach gut zwei Stunden die Halle schon wieder verlassen können. Dass der Deutsche Tennis Bund diese beiden lausigen Matches gegen zwei absolute »No-Names« im sozialen Netzwerk mit »Ganz, stark, Philipp Kohlschreiber!« und »Eiskalt. Alexander Zverev!« bewertet, ist natürlich völlig daneben und bringt die Fans noch mehr auf die Palme. Aber was soll der DTB schon anders schreiben?! Was ich allerdings noch weniger verstehe, ist die Tatsache, dass man eine Davis-Cup-Partie gegen einen maximal viertklassigen Gegner nicht dazu nutzt, endlich einen Marterer oder Molleker ins lauwarme Wasser zu werfen. Wann, wenn nicht gegen Ungarn, meine Herren?

Auch auf den anderen Plätzen gab es übrigens mehrere Einzelpartien, die eher einem Trainingsmatch glichen. Fünf Mal heißt es in den zwölf Qualipartien rund um den Globus aktuell »Unentschieden«. Australien, das uns auf Grund der Zeitverschiebung einige Stunden voraus ist, hat sich gegen Bosnien als erste Nation für die Endrunde qualifizieren können. Den nächsten Supergau für die Fans gab es in Indien in der Partie gegen Italien, wo beim Stande von 3:1 für die Südeuropäer nicht mal das letzte Einzel gespielt wurde. Dieser Davis Cup ist eine absolute Farce. Vor allem die Fans bleiben außen vor. Geld regiert die Welt. Gebt den Herren Piqué und Haggerty sowie jenen Verbandspräsidenten, die für die Reform dieses verkappten Komikerduos gestimmt hat, Platzverbot. Auf allen Anlagen dieser Welt.

Februar 2019 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf