Corona Virus
© Jürgen Hasenkopf

Userfrage: „Hallo, lieber Herr Haun! Ich benötige Ihren fachkundigen Rat als Vereinsberater. Haftet unser Tennisverein, bzw. unser bestellter Corona-Beauftragter für Infizierungen und deren mögliche wirtschaftlichen Folgen, die nachweislich auf den Betrieb auf unserer Anlage zurückzuverfolgen sind? Hier wird mir ein wenig mulmig. Unser örtliches Gesundheitsamt konnte mir diese Frage jedenfalls nicht ausreichend beantworten. Wie ist die rechtliche Lage in Baden-Württemberg? Und wie ist Ihre persönliche Meinung zu diesem Thema? Sollten wir die Clubs nicht besser noch eine Weile geschlossen halten? Danke und bleiben Sie gesund!”

Liebe Heidrun!

Vielen Dank für Ihre Frage! Auch mir ist mulmig, wenn es zu den ersten Vorfällen dieser Art kommen wird. Aktuell sind mir noch keine entsprechenden Vorgänge bekannt geworden, insofern kann ich Ihnen (noch) keinen belegbaren Vorgang als Referenz nennen. All’ das ist neu und es gibt noch kein einziges rechtsgültiges Urteil, auf welches man sich beziehen kann. Meine persönliche Meinung ist, dass man durchaus noch ein bis zwei Wochen länger hätte warten können, um Tennisanlagen zu öffnen. Lieber etwas später, dafür um so »normaler« wäre meine Strategie gewesen. Aber hier gab es von politischer Seite den Wunsch, den vermeintlich gebeutelten Tennistrainern entgegen zu kommen.

Für mich fühlt sich nach wie vor alles wie »Tennis light« an: kein Shake-Hands, kein Doppel und bereits jetzt viele Vereine, die ihre Mannschaften für die laufende Punktspielsaison abmelden. Gut möglich, dass vieles zur Farce wird. Dazu theoretisch nur zwei Personen pro Auto bei Auswärtsspielen, bitte nur Einzel, kein Doppel und bitte zuhause duschen, wenn es nichts ausmacht. Und sorry, dass wir nicht noch ein paar Minuten auf einen Plausch auf der Terrasse sitzen bleiben dürfen. Es könnte ja einer von der »Inspektion« vorbeikommen. Essen danach zusammen fällt auch aus. Ich weiß nicht so Recht…

Wenn ich dann mitbekomme, dass sich Fußball-Profis aus Berlin mittels selbstgedrehter Videos über Corona lächerlich machen und auch ein Trainer aus Augsburg auf gewisse Spielregeln »scheißt«, dann schwillt mir als Tennisspieler der Kamm. Hauptsache, der Fußball darf morgen wieder rollen, damit die Vereine ihre letzte Zahlung der Fernsehgelder erhalten, sonst sind einige platt. Auch hier wäre vielleicht eine Marktbereinigung gerechtfertigt. Wer mehr Geld ausgibt als er einnimmt, egal ob ein Tennisverein, ein Fußballverein oder eine Firma, der muss dann eben auch mal zusperren, wenn man immer nur auf Pump gelebt hat. Aber das kann man ja als Politiker nicht bringen und als Funktionär schon gleich zweimal nicht. Wie sagte Oliver Kahn seinerzeit treffend: „Eier, wir brauchen Eier. Sie wissen, was ich meine.“

Ich würde mit Ihnen an dieser Stelle gerne so verbleiben, dass ich mich über die Tennisredaktion wieder bei Ihnen melde, sobald ich valide Aussagen der Gesundheitsämter vorliegen habe. Bis dahin bleiben auch Sie gesund und bis bald mit »Tennis pur« anstatt »Tennis light«…

Thassilo Haun

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Thassilo Haun ist ein echter »Tausendsassa«. Bundesligaspieler, DTB-A-Lizenz-Tenniscoach, Jura-Student, Bankkaufmann sowie Privatkunden- und Existenzgründungsberater. Für unser Portal »Tennisredaktion.de« steht Thassilo als Teil des Kompetenz-Teams für den Bereich »Vereins- und Trainerberatung« kostenlos Rede und Antwort.

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