»Coaching for Life«

Stephan Medem
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Von Ste­phan Medem. Inkom­pe­tenz oder man­geln­de Kom­pe­tenz — ich glau­be, da sind wir uns alle einig: ist immer ein kla­res »no-go«, für jeden Trai­ner oder Coach. Egal in wel­cher Bran­che. Was ich genau­so schlimm fin­de: Coa­ches mit einem klei­nen oder einem fra­gi­len Ego! War­um? Coa­ches sind nie die Stars! Also die Jungs oder Mädels, die im Ram­pen­licht ste­hen. Der Rock­mu­si­ker ist viel­leicht die »Ram­pen­sau«, aber ohne sei­nen Song­wri­ter hät­te er nichts, was er vor­sin­gen könn­te. Die hüb­sche Schau­spie­le­rin schmückt die Titel­blät­ter der Pro­mi-Maga­zi­ne, schwebt bei der Film­ga­la über den roten Tep­pich und lächelt gekonnt in die Kame­ras. Ohne Dreh­buch­au­tor hät­te sie jedoch nichts zum Vor­spie­len. Wir Coa­ches sind die Men­schen hin­ter den Kulis­sen. Wir schrei­ben Dreh­bü­cher, beglei­ten Lebens­läu­fe oder Lebens­ab­schnit­te, kit­zeln Best­leis­tun­gen aus unse­ren Part­nern her­aus, wol­len glück­lich sein, in dem wir ande­ren dabei hel­fen, ihr per­sön­li­ches Glück oder einen Teil davon zu finden.

Und einen die­ser gro­ßen, stil­len »Stars« oder bes­ser gesagt, sein Werk, möch­te ich euch heu­te von gan­zem Her­zen emp­feh­len. Nein, es ist nicht Patrick »The Coach« Mou­ra­to­glou. Der Wil­liams-Coach aus Frank­reich ist mir zu laut! Es ist auch nicht Gün­ther Bres­nik, der Kol­le­ge aus Öster­reich mit sei­ner »Thiem Metho­de«, sei­nen 17 »Erfolgs­prin­zi­pi­en«. Sor­ry, auch er ist etwas zu laut. Etwas zu viel »Wo wäre die­ser Jun­ge ohne MICH!«-Prahlerei.

Die Rede ist von Paul Anna­co­ne, »Coa­ching for life«! In sei­ner akti­ven Zeit ein wirk­lich gro­ßer, aber immer stil­ler, ana­ly­ti­scher Top-20-Spie­ler. Im Dop­pel immer etwas höher plat­ziert, als im Ein­zel. Coach von Roger Fede­rer, Tim Hen­man, Pete Sam­pras und vie­len ande­ren. Nun, Paul hat es wirk­lich auf die Ket­te bekom­men, einen Mix aus Bio­gra­phie, den Leh­ren, wel­che sein eigens Leben für ihn bereit stell­te, Coa­ching-Tipps für jeden Spie­ler sowie auch Coa­ching-Tipps, die weit über die Limi­tie­run­gen eines Ten­nis­plat­zes hin­aus rei­chen, in ein wirk­lich mega­gei­les Buch zu packen. Für mich »Coa­ching for life« eines der wert­volls­ten Ten­nis­bü­cher über­haupt. Sehr emp­feh­lens­wert… nicht zuletzt auch für Trai­ner- oder Coaching-Kollegen!

Ich gebe vier Asse. Nicht, weil das Buch nicht auch fünf ver­dient hät­te, son­dern weil es nicht auf deutsch zu haben ist. Dafür ist es aber als e‑book erhält­lich. Hier­zu noch ein klei­ner Tipp: wer glaubt, er sei, nur weil das gute Schul­eng­lisch viel­leicht ein biss­chen ein­ge­ros­tet ist, nicht in der Lage, ein Buch in eng­li­scher Spra­che zu lesen — pro­biert es ein­fach mal! Gera­de beim heu­ti­gen e‑book-Rea­der habt ihr so tol­le Über­set­zungs­hil­fen ein­ge­baut, dass Ihr Euch ohne gro­ße Suche­rei ganz gut durch fremd­spra­chi­ge Tex­te arbei­ten und dabei auch momen­tan unter­for­der­te Syn­ap­sen ein biss­chen trai­nie­ren könnt!

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