»Coaching for Life«

Inkompetenz oder mangelnde Kompetenz – ich glaube, da sind wir uns alle einig: ist immer ein klares »no-go«, für jeden Trainer oder Coach. Egal in welcher Branche. Was ich genauso schlimm finde: Coaches mit einem kleinen oder einem fragilen Ego! Warum? Coaches sind nie die Stars! Also die Jungs oder Mädels, die im Rampenlicht stehen. Der Rockmusiker ist vielleicht die »Rampensau«, aber ohne seinen Songwriter hätte er nichts, was er vorsingen könnte. Die hübsche Schauspielerin schmückt die Titelblätter der Promi-Magazine, schwebt bei der Filmgala über den roten Teppich und lächelt gekonnt in die Kameras. Ohne Drehbuchautor hätte sie jedoch nichts zum Vorspielen. Wir Coaches sind die Menschen hinter den Kulissen. Wir schreiben Drehbücher, begleiten Lebensläufe oder Lebensabschnitte, kitzeln Bestleistungen aus unseren Partnern heraus, wollen glücklich sein, in dem wir anderen dabei helfen, ihr persönliches Glück oder einen Teil davon zu finden.

Und einen dieser großen, stillen »Stars« oder besser gesagt, sein Werk, möchte ich euch heute von ganzem Herzen empfehlen. Nein, es ist nicht Patrick »The Coach« Mouratoglou. Der Williams-Coach aus Frankreich ist mir zu laut! Es ist auch nicht Günther Bresnik, der Kollege aus Österreich mit seiner »Thiem Methode«, seinen 17 »Erfolgsprinzipien«. Sorry, auch er ist etwas zu laut. Etwas zu viel »Wo wäre dieser Junge ohne MICH!«-Prahlerei.

Die Rede ist von Paul Annacone, »Coaching for life«! In seiner aktiven Zeit ein wirklich großer, aber immer stiller, analytischer Top-20-Spieler. Im Doppel immer etwas höher platziert, als im Einzel. Coach von Roger Federer, Tim Henman, Pete Sampras und vielen anderen. Nun, Paul hat es wirklich auf die Kette bekommen, einen Mix aus Biographie, den Lehren, welche sein eigens Leben für ihn bereit stellte, Coaching-Tipps für jeden Spieler sowie auch Coaching-Tipps, die weit über die Limitierungen eines Tennisplatzes hinaus reichen, in ein wirklich megageiles Buch zu packen. Für mich »Coaching for life« eines der wertvollsten Tennisbücher überhaupt. Sehr empfehlenswert… nicht zuletzt auch für Trainer- oder Coaching-Kollegen!

Ich gebe vier Asse. Nicht, weil das Buch nicht auch fünf verdient hätte, sondern weil es nicht auf deutsch zu haben ist. Dafür ist es aber als e-book erhältlich. Hierzu noch ein kleiner Tipp: wer glaubt, er sei, nur weil das gute Schulenglisch vielleicht ein bisschen eingerostet ist, nicht in der Lage, ein Buch in englischer Sprache zu lesen – probiert es einfach mal! Gerade beim heutigen e-book-Reader habt ihr so tolle Übersetzungshilfen eingebaut, dass Ihr Euch ohne große Sucherei ganz gut durch fremdsprachige Texte arbeiten und dabei auch momentan unterforderte Synapsen ein bisschen trainieren könnt!

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