Novak Djokovic
© Jürgen Hasenkopf

Das »Netz-Duell« by »Tennisredaktion.de« ist ein nicht immer ernst gemeinter verbaler Austausch zwischen den beiden »Tennis-Buddies« Christoph »Chris« Kellermann und Stephan »Steph« Medem. Scharfe, aus der Hüfte geschossene Volleys prägen die wortgewandten Duelle. Oft direkt erbarmungslos auf den Körper, manchmal mit Netzkante, manchmal gerade noch auf der Linie und gewürzt mit einer Prise »ehrlicher« Satire…

Na Steph, auch ein bisschen reingeschaut bei Noles Adria-Tour?! Ist ja immerhin das erste Tennisevent, welches nach dem Lockdown mit internationaler Beteiligung an den Start ging und im Vorlauf auch ordentlich gehyped wurde. Chris, wie peinlich war das denn bitte schön?! Meine Fresse! Da stellt sich die Nummer Eins der Welt vor ein paar Wochen noch bei CNN vor’s Mikro und schwadroniert über Vorbildfunktion von Top-Athleten und füttert die Medien dann wenige Tage mit Nachtclub-Videos zum Fremdschämen… Upps! Hab ich noch gar nicht mitbekommen. Was habe ich verpasst? Was Du verpasst hast? Auf der Nachtclub-Bühne hüpfende Top-Tenspieler, die, nachdem sie tausenden von Fans beschissenes Tennis dargeboten haben, ungeniert und angetrunken Partylieder grölen und sich mit Sektkübeln auf dem Kopf halbnackt in den Armen liegen… Sprechen wir vom dem Djoker, der sich ernsthaft überlegt, ob er bei den geplanten US- Open im Herbst startet, weil er sich ernsthafte Sorgen um die Hygiene und Sicherheit der Profis und deren Mitarbeiter macht? Genau! Und der jetzt in Belgrad vor den Augen der ganzen Welt sämtliche in Corona-Zeiten anzuratenden Richtlinien und Vernunftsmaßnahmen gemeinsam mit seinen Kumpels, allen voran Sascha Zverev, konterkariert. Also war die Adria-Tour bislang eher keine gute Werbung für den Tennissport… Adria-Tour? Bislang war das eher eine Ballermann-Tour! Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber eine der übelsten Sorte. Noles Come-Together in Belgrad wirkte auf mich eher wie ein Super-Spreading-Event. In Zeiten von Social Distancing haben sich die Herren Djokovic, Zverev und Co. hier selbst in eine ganz dunkle Ecke getanzt. Und die Jungs haben zu fortgeschrittener Stunde wirklich gestrippt? Ja! Haben sie! Zu Bella Ciao. Da waren alle im Saal auch wohl ziemlich textsicher. Ché mi sento di morir… Häh? Na, das ist doch die berühmte Textzeile aus diesem Kultsong. Bedeutet übersetzt: Denn ich fühle, dass ich bald sterben werde… Wie makaber. Passt aber zu deren unentschuldbarem Faux-pas… Passt auch ins Bild des gemeinen Tennisspielers, der zwar die Kugel trifft, aber ansonsten mitunter recht wenig in der Birne hat… Gut weggedrückt, Alter.