Charakterentwicklung

Alexander Zverev
© Hasenkopf

Fra­ge an Ste­phan Medem: Ich möch­te gern wis­sen, was Du als Men­tal­pro­fi einem Alex­an­der Zver­ev erzäh­len wür­dest, damit er lernt, mit Nie­der­la­gen bes­ser umzu­ge­hen. Gegen Tsit­si­pas konn­te er ein­mal mehr die groß­ar­ti­ge Leis­tung sei­nes Gegen­übers nicht aner­ken­nen und bezeich­ne­te das Match als erbärm­lich. Er mein­te sogar, er glau­be nicht, das Tstit­si­pas gut gespielt habe. Hier ist er mei­ner Mei­nung nach mei­len­weit von einem ech­ten Champ ent­fernt und genau des­halb muss­te ihm doch jemand sagen, dass dies so nicht geht, oder?

Ste­phan Medem: Nun, ich weiß nicht, ob der gute Alex­an­der hier­für einen »Men­tal-Pro­fi« braucht. »Einen guten Cha­rak­ter erkennt man immer in sei­nen schwie­ri­gen Zei­ten!« Das heißt natür­lich für einen Ten­nis­spie­ler logi­scher­wei­se, wie er sich nach Nie­der­la­gen ver­hält. Dass es auch anders geht, dass ken­nen wir von Spie­ler­per­sön­lich­kei­ten wie Roger Fede­rer, Rafa­el Nadal, Novak Djo­ko­vic und vie­len ande­ren. Alex Zver­ev ist mitt­ler­wei­le ein sehr guter Spie­ler, das beweist sei­ne Rang­lis­ten­po­si­ti­on ganz klar. Eine gute »Spie­ler­per­sön­lich­keit« — nun von die­sem Attri­but ist er offen­sicht­lich noch Licht­jah­re ent­fernt. Aber er ist ja auch ein paar Jah­re jün­ger als die ein­gangs genann­ten Per­sön­lich­kei­ten und die haben ihre Erfah­run­gen ja auch mit der Zeit gemacht, bzw. machen dür­fen und dar­aus gelernt. Viel­leicht — ach was: ganz sicher — lernt auch ein Alex­an­der Zver­ev auch noch ein biss­chen etwas dazu. Es wäre uns allen und ganz beson­ders ihm selbst auf jeden Fall zu wünschen.

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