Kostenloser Expertenrat

Von Christoph Kellermann.


Dir brennt eine Frage auf der Zunge? Das Team von »tennisredaktion.de« steht Dir kostenlos Rede und Antwort. Wenn Du rund um das Thema Tennis etwas Bestimmtes wissen möchtest, dann schreib Dein Anliegen einfach an info@tennisredaktion.de! Wir finden zeitnah Antworten, die wir dann hier auf diesen Seiten veröffentlichen. Beachte bitte, dass anonyme Anfragen generell nicht bearbeitet werden. Deine persönlichen Daten werden aber nicht publiziert.


Folgendes Expertenteam steht Dir für folgende Bereiche Rede und Antwort:

Medizin (Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer), Training und Technik (Jörg Linden), Regelkunde (Falk Machwirth), Mentales, Eltern und Coaching (Stephan Medem), Profitennis (Marc-Kevin Goellner), Material (Boris Krumm), Besaitungen (Mike Emenako), Sportpsychologie (Brigitte Neumann), Beachtennis (Simon Schmidt), Schul- und Kindertennis (Reimar Bezzenberger) sowie Rollstuhltennis (Christoph Kellermann).

Teebaumöl bei Bremsenstichen

Von Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer.


Useranfrage: „Werde unfassbar häufig von Bremsen gestochen. Die Zeit kommt ja jetzt draußen wieder. Beim Spiel im Freien spielt man ja oft in Kurz und nicht selten an Wäldern grenzend. Eine Bremse stach mir letztes Jahr in die Kniekehle. Kann es sein, dass sie eine Vene oder was traf? Die Kniekehle war dick und ich fühlte einen »Hubbel«. Wie schützt man sich am wirksamsten vor diesen Viehchern??? Wenn man gestochen wurde, wie behandelt man das? Kratzen ist ja nicht so gut.“

Nun, in der Tat gibt es Menschen, die diese Viehcher »anziehen«. Wenn überhaupt ein »Vorbeugen« möglich ist, dann hat sich Autan oder Teebaumöl bewährt. Auch Pfefferminzöl kann ich empfehlen! Nach einem Stich kühlen und eventuell Apis C30 als homöopathische Behandlung. Wichtig: so simple Sachen wie »richtige« Kleidung tragen nicht vergessen.


Autor: Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer
Photocredit: Jürgen Hasenkopf

Mai 2018 · © tennisredaktion.de

Aufschlagvariationen

Von Christoph Kellermann.


Der Aufschlag gehört nicht ohne Grund zu den wichtigsten Schlägen im Tennis, wenn es nicht sogar der Wichtigste ist. Mit dem Service hast Du die einmalige Gelegenheit, ohne direkten Einfluss durch den Gegner zu agieren. Ist der Ball erst einmal im Spiel, ist dies bekanntlich nicht mehr der Fall. Tipp Nummer eins muss daher auf jeden Fall lauten: Ruhe bewahren, Zeit lassen und entspannt vorbereiten! Gewöhne Dir feste Rituale an! Zeitdruck liefert der anschließende Ballwechsel wahrscheinlich sowieso.

Nutze die Chance, einen ruhenden Ball zu spielen aus und stell` den Gegner mit Deinem Service, sprich: bei dessen Return, vor eine entsprechende Herausforderung. Dies kann mittels eines harten Kanonenaufschlags geschehen, doch Vorsicht: Spielst Du immer dieselbe Variante, stellt sich der Gegner irgendwann ganz sicher darauf ein, da kannst Du noch so hart servieren. »Variation« heißt also die Zauberformel. Mal »gerade durch den Körper des Gegenübers«, mal mit »Kick« über die Rückhand, mal raffiniert mit Slice nach außen. Selbstverständlich erfordert es einige Trainings-Lektionen, um alle drei Aufschlagvariationen sicher auf die Kette zu bekommen, aber der Trainingsfleiß wird sich auszahlen. Der Returnierer jedenfalls darf sich auf keinen deiner Aufschläge mittelfristig einstellen können. Welche Aufschlagvariante Du wählst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So zum Beispiel auch von der Platzbeschaffenheit. Ein Slice-Aufschlag ist beispielsweise auf Teppichboden besonders effektiv, weil der Belag den Drall perfekt annimmt. Abschließend ein besonderer Tipp: Serviere ruhig mal einen zweiten Aufschlag als Ersten! Der Gegner, der in der Regel bei Deinem ersten Aufschlag mit einem »Hammer« rechnen und demzufolge relativ weit hinter der Grundlinie stehen wird, ist sicher verdutzt, wenn es entgegen seiner Erwartung mal nicht bei ihm einschlägt. Dieser Überraschungseffekt wird Dir so manchen leicht erspielten Punkt einbringen! Probiere es aus! Sei variabel…


Autor: Christoph Kellermann
Photocredit: Jürgen Hasenkopf
Mai 2018 · © tennisredaktion.de

»Halfcourt-Topspin-Volley«

Von Christoph Kellermann.


Mal ehrlich, wer träumt nicht davon, das Spiel quasi aus dem Nichts mit einem gezogenen Topspin-Volley schnell machen zu können? Situationen, in denen man diesen Schlag, den ich persönlich zu den Spezialschlägen zähle, einsetzen kann, gibt es im Match reichlich. So kann der Topspin-Volley aus dem Hinter- oder Halbfeld als »Rhythmusbrecher« dienen, wenn der Gegner reihenweise hohe und lange Mondbälle spielt und Dich hierdurch nicht nur nach hinten drängen, sondern wohlmöglich auch zum Wahnsinn bringen möchte. Aber auch und gerade wenn Du Dich selbst bereits deutlich im Feld befindest und der Gegner mit einer sehr guten Länge agiert, ist ein offensiv und schnell gespielter Volley oft die einzige Möglichkeit, die Situation zu seinen eigenen Gunsten zu retten. Freiwillig jedefalls solltest Du Dich im Ballwechsel nicht nach hinten drängen lassen, das mal als Grundregel.

Was ist zu beachten, um einen erfolgreichen, offensiven Topspin-Volley zu setzen? Nun, zunächst einmal bedarf es einer gewissen Portion Mut und Selbstvertrauen, diesen Schlag überhaupt in Erwägung zu ziehen. Agierst Du halbherzig wird dieses Unterfangen bereits im Vorfeld scheitern. Du musst auf die Gelegenheit, den Ball auch aus dem hinteren Bereich des Feldes aus der Luft zu nehmen, regelrecht lauern. Der Gegner muss wissen, dass er von Dir gnadenlos bestraft wird, wenn er den Ball zwar lang, aber mit wenig Härte über die Mitte spielt. Das wird ihn zusätzlich unter Druck setzen und zu Fehlern verleiten.

Vorrücken und den Punkt wirklich zu Ende spielen

Zur Technik: Achte darauf, dass Du Dich nicht kerzengerade an den Ball heranbewegst, sondern schon ordentlich auf Vorspannung bist. Leite Deine Ausholbewegung rechtzeitig ein und schau dass Dein Racket – wie beim normalen Grundschlag auch – in einen tiefen Punkt der Schleife fällt, damit du den Schlägerkopf mit viel Schwung von unten nach vorne oben beschleunigen kannst. Zu den Kardinalfehlern bei diesem Schlag gehört sicherlich, dass der Schläger zu häufig von oben an den Ball geführt wird und der Körper vom Treffpunkt weg rotiert. Deshalb nimm eine extrem seitliche Position ein, und bau Dich vernünftig auf! Dreh` Dich mit einem perfekten Timing in den Treffmoment hinein. Das Gewicht wird hierbei durch den Treffpunkt hindurch bewegt. So bist Du geradewegs auf dem Weg zum Netz und kannst Deinem Ball in Schlagrichtung folgen. Mit einem Topspin-Volley machst Du das Spiel schnell und lässt Deinem Gegner, sofern Du Deinen Ball auch noch vernünftig platzieren kannst, kaum Zeit, sich wieder in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Bei einem erstklassigen Topspin-Volley ist für den Gegner ein akzeptabler »Save« kaum möglich. Rücke aber unbedingt vor, denn spätestens wenn Dein Topspin-Volley Dir noch nicht den direkten Punkt gebracht hat, musst Du den nächsten Ball vorne am Netz noch abräumen. Nimm diesen finalen Schlag dann aber nicht auf die leichte Schulter! Spiel` den Punkt unbedingt konzentriert zu Ende und ernte so Deine Früchte. Viel Erfolg!


Autor: Christoph Kellermann
Photocredit: Jürgen Hasenkopf
Mai 2018 · © tennisredaktion.de

Erst verlieren lernen

Von Stephan Medem.


Niederlagen bzw. die Erfahrungen, welche man aus ihnen sammeln kann, sind oft mehr wert als die aus den Siegen! Was passiert wenn Du gewonnen hast? Logisch, Du freust Dich! Aber denkst Du intensiver über Dein Spiel nach? „Was habe ich gut gemacht?“ – „Was habe ich nicht optimal gemacht?“ – „Woran muss ich arbeiten um mein Spiel für die Zukunft aufzurüsten?“…ich wette mit Dir: Nicht in der gleichen Art wie nach einer Niederlage! Natürlich bist Du nach einem verpatzten Match enttäuscht, vielleicht sogar richtig wütend! Auch gut, denn wir müssen lernen, mit diesen negativen Gefühlen umzugehen und diese Energie wieder für uns und unser Spiel nutzen zu können! Deshalb ist es unglaublich wichtig, mit Niederlagen richtig umzugehen.

Man sollte nach Möglichkeit vermeiden, zu emotional zu sein. Viel besser ist es, einen Misserfolg sachlich zu betrachten, zu analysieren. „Was kann ich verbessern?“ „Was muss ich trainieren damit mir das Gleiche nicht noch einmal passiert?“ „Welche Schläge haben funktioniert, welche haben mich zu viele Punkte gekostet?“ etc. sind wichtige Fragen, die zu beantworten sind und dann mit vollem Elan im Training zu optimieren sind. Nicht nur auf dem Tennisplatz besteht das ganze Leben nicht nur aus Siegen, sondern auch aus Niederlagen. Dumm sind nur die Menschen, die aus ihren Niederlagen nichts lernen!


Autor: Stephan Medem
Photocredit: Jürgen Hasenkopf

April 2018 · © tennisredaktion.de