Unerlaubter Schultereinsatz

Frage an Christoph Damaske: Herr Damaske, ich habe eine Regelfrage, die in meiner Mannschaft rege diskutiert wird. Ich hoffe, Sie können helfen! Ich rücke dicht ans Netz vor und mein Gegner spielt einen sehr strammen Ball auf meinen Körper. Der Ball springt an meine Schlägerkante, von dort an meine Schulter und von dort wiederum für den Gegner unerreichbar in dessen Feld. Das Ganze natürlich im Eifer des Gefechts und keinesfalls absichtlich. Wer bekommt den Punkt?

Christoph Damaske
© Hasenkopf

Christoph Damaske: Lange Frage, kurze Antwort: der Punkt geht an Deinen Gegner, da der Ball nur mit dem Schläger, keinesfalls aber mit einem Körperteil gespielt werden darf.

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Netzstütze/Netzpfosten

Frage an Christoph Damaske: Hallo Herr Damaske! Wenn ich Einzel spiele: gehört dann die Einzelstütze generell zum Spiel dazu? Sprich: zählt es, wenn ich beim Aufschlag oder im Ballwechsel die Einzelstütze oben treffe und der Ball ins gegnerische Feld fliegt? Die gleiche Frage möchte ich für das Doppel und den Netzpfosten stellen!

Christoph Damaske
© Hasenkopf

Christoph Damaske: Danke für diese sehr gute Frage, denn hier wird unterschieden zwischen dem Aufschlag, der keine »ständige Einrichtung« oder Netzpfosten/Einzelstütze berühren darf und daher ein Fehler ist und dem »normalen Ballwechsel«. Hier nämlich geht es weiter, wenn die Einzelstütze im Einzel berührt wird oder im Doppel der Netzpfosten. Wenn im Einzel der Netzpfosten außerhalb der Einzelstütze berührt wird oder das Netz außerhalb der Einzelstütze, ist der Ball aus. Denn außerhalb der Einzelstütze gilt das Netz als ständige Einrichtung. Viele Grüße nach Berlin!

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Kommunikation im Doppel

Frage an Christoph Damaske: Hallo Herr Damaske! Ich würde gerne wissen, wie das Regelwerk die Kommunikation zwischen zwei Doppelpartnern während des Ballwechsels sieht! Ich erinnere mich an eine Doppelpartie im Rahmen eines Meisterschaftsspiels, wo unsere Gegner derartigen Redebedarf für sich in Anspruch nahmen, dass mein Partner und ich uns echt immens gestört fühlten. Die Kommunikation unserer Gegner ging hierbei weit über das übliche »Du« oder »Lass« hinaus. Danke für Ihre Mühen!

Christoph Damaske
© Hasenkopf

Christoph Damaske: Das ist eine sehr gute Frage, die auch auf der Tour schon einmal zu Scharmützeln bei den Teams geführt hat. Generell gilt hier die »Hindrance-Regel«, also die Behinderungsregel. Anzuwenden ist hier der absichtliche Behinderungsteil, der zum Punktverlust führt. Dabei bewertet der Schiedsrichter auf der Tour, was eine normale Doppelkommunikation ist und was den Gegner absichtlich und mit Vorsatz behindern soll.

Da Doppel ein Teamsport ist, sind sich die meisten einig, das untereinander kommuniziert werden darf. Kurze Kommandos untereinander wie z.B. »Wechsel!« – »Bleib!« – »Du! – »Meiner!« dürften als »normal« betrachtet werden. Schwieriger wird es natürlich, wenn in den Schlag/Schwung des Gegners laut reingerufen wird. Dieser Fall ist dann der Übergang zur absichtlichen Behinderung, der natürlich mit Fingerspitzengefühl beobachtet und geahndet werden sollte. Dabei sollte sich der Schiedsrichter hinterfragen: Ist das noch »normale« Doppelkommunikation oder dient es vielleicht anderen Zielen. So gab es auf der Tour schon einmal Uneinigkeit darüber bei den Teams, ob »Cover your line!« leise im Ballwechsel gesprochen schon als absichtliche Behinderung gelten sollte. Das würde ich als Graubereich der Regeln bezeichnen. Dort sollte im Einzelfall entschieden werden, mit dem Gefühl für die Kommunikation im gesamten Match.

In Ihrem Fall – beim Spiel ohne Schiedsrichter – fehlt die Instanz des Schiedsrichters vor Ort. Sie sollten dann den Oberschiedsrichter zum Platz rufen, der dann eine Bewertung der Kommunikation des gegnerischen Teams vornimmt. Ist das hier jetzt »Gamesmanship«, also mentale Kriegsführung über die »normale« Doppelkommunikation hinaus, dann wird der Oberschiedsrichter das in der Regel mit einer Ermahnung und beim zweiten Vergehen mit Punktverlust ahnden. Vor allem, wenn die Äußerungen unmittelbar vor Ihrer Schlagausführung lautstark getätigt werden.

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