Matchvorbereitung

Frage an Stephan Medem: Guten Tag, liebes Tennisredaktionsteam! Mich interessiert Eure Expertise in Sachen psychische und physische Vorbereitung auf ein wichtiges Match. Und zwar der viel zitierte »Tunnel«, also die unmittelbare Phase vor Beginn einer Partie, sprich: der Zeitraum, wo die Turnierleitung einem sagt: nächster oder übernächster Platz, der frei wird… Das Ganze aber heruntergebrochen auf LK-Turnier-Ebene. Ich selbst habe LK 6 mit steigender Tendenz und bereise meine Turniere ohne Betreuer. Vielen Dank schon jetzt!

Stephan Medem: Wichtig ist dabei, dass Du versuchst – genauso wie es die professionellen Spieler machen – ein möglichst durchstrukturiertes und und gleichbleibendes Ritual zu etablieren. Am besten noch einmal ein bisschen auf Distanz gehen, also raus aus der Tennishalle, bzw. weg vom Trubel auf den Tennisplätzen und ein solides Warm-up absolvieren. Sicherlich weißt Du selbst am besten, was Dich persönlich hierbei weiterbringt. Es ist auch sehr hilfreich, ein paar tiefe, wohltuende Atemzüge zu machen und dabei Dein ganzes Schlagrepertoire nochmals – quasi auf Deiner »inneren Kinoleinwand« – in seiner optimalen Form zu visualisieren und passieren zu lassen. Du solltest bei diesem Ritual zum Ziel haben, Deinen Körper aufzuwärmen und Deine Muskulatur in einen optimalen Spannungszustand zu bringen sowie eine gesunde Mischung aus Gelassenheit und Vorfreude auf das Match in Deinem Kopf aufzubauen. Viel Erfolg!

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PLAYgirl

Frage an Stephan Medem: Hallo Herr Medem! Mit großem Interesse verfolge ich Ihre Beiträge in der Elternrubrik. In einer Episode sprechen Sie von einem Workbook, welches die Kinder anlegen sollen. Könnten Sie das ein wenig ausführlicher beschreiben? Ab welchem Alter sollte solch ein Workbook geführt werden? Wie motiviere ich unsere Tochter (11 Jahre), ein solches Workbook anzulegen und zu führen – ohne dass es den Anstrich einer schulischen Methode oder Aufgabe hat?! Könnten Sie mal eine Beispielsseite skizzieren, wie das Workbook inhaltlich ausschauen sollte?! Vielen Dank für weitere Informationen! Ich freue mich schon auf Ihre nächsten Beiträge.

Stephan Medem: Ich freue mich sehr, dass Dir meine Elternrubrik gefällt und natürlich noch viel mehr, wenn es das Zusammenspiel zwischen Deiner Tochter und Dir optimiert. Ich fände es nicht gut, wenn Du als Papa Deiner Tochter ein Tennis-Workbook aufbrummst. Pädagogisch nicht sehr klug. Es gibt zwei Möglichkeiten. Erstens: der Tennistrainer Deines Vertrauens macht es Deiner Tochter schmackhaft. Zweitens und was meiner Meinung nach der Königsweg wäre: Du besorgst Deiner Tochter meinen Jugendroman »PLAYgirl«. Dieser Roman erzählt nämlich die Geschichte eines jungen Mädchens, welches davon träumt Tennisprofi zu werden. Janni, die Erzählerin in dieser hübschen Geschichte, führt nämlich auch ein solches Buch… und dieses Workbook ist im Buch auch eingearbeitet. Somit hättest Du gleich vier Fliegen mit einem Schlag erlegt. 1. Deine Tochter wird zum Lesen animiert. 2. Sie wird für ihr eigenes Tennis motiviert und inspiriert. 3. Sie bekommt sehr wertvolle, umsetzbare Tipps für ihr Spiel. 4. Sie bekommt eine ganz einfache Anleitung, wie ihr persönliches Workbook aussehen könnte. Mit 11 Jahren kann sie mein Buch ganz locker lesen und von der Story profitieren.

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Zurück zum Start!

Frage an Stephan Medem: Hallo Stephan! Ich bin fleißiger Turnierspieler (LK2) und vermisse die Turniere seit einigen Monaten sehr. Im Training (vornehmlich Kondi und Fitness und seit ganz kurzer Zeit ja auch bedingt wieder Tennis) tue ich mich schwer, mich zu motivieren und zu fokussieren, weil ich nicht weiß wofür ich das gerade mache. Es ist kein Turnier in Aussicht, auf das man sich gezielt vorbereiten könnte und die Mannschaftsspiele fallen auch weg, weil mein Club das Team wegen Corona vom Spielbetrieb abgemeldet hat. Wie kriege ich es mental wieder auf die Reihe, dass ich motiviert auf ein nicht existierendes Ziel hinarbeiten kann?! Ich habe Angst, später den Anschluss nicht schaffen zu können!

Stephan Medem
© Heusinger

Stephan Medem: Du stellst Deine momentane Situation sehr düster dar. Ich würde diese gerne einmal aus meiner Perspektive, also der Perspektive eines »Erfolgscoaches« beleuchten und das Ganze so betrachten: alle Tennisspieler konnten die letzten drei Monate keine Wettkämpfe bestreiten. Jeder Spieler hatte, bzw. hat immer noch die Möglichkeit, sich in sämtlichen anderen Bereichen wie Kondition, mentale Verfassung oder Strategie weiter zu verbessern und an sich zu arbeiten. Sehr bald werden alle Spieler wieder »aus dem Bunker zurück an das Tageslicht« kommen.

Alle Spieler zurück zum Start!

Ergebnisse, Turniererfolge, persönliche Sieges- oder Niederlagenbilanzen liegen sehr, sehr weit zurück und haben keine direkte Relevanz mehr. Die Karten werden wieder komplett neu gemischt und verteilt. Eine wunderbare Chance für jeden Spieler! Eine Chance, die es zuvor noch nie gab! Es ist ja nicht so, dass DU verletzt warst, während alle anderen weiter trainieren konnten. Wie gesagt: ALLE zurück auf die Startlinie! Wie wir wissen, bestimmen unsere Gedanken unsere Gefühle und unsere Gefühle bestimmen unsere Aktionen. Davon hast Du sicherlich schon gehört. Es ist wie Mathematik. 1+1+1=3! Also, wenn Du magst, denke so weiter wie Du es in Deiner Mail an mich geschrieben hast. Oder, versuche meine Perspektive zu übernehmen. Was glaubst Du: welche Sichtweise ist für Dich motivierender und holt Dich erfolgreicher aus dem Lockdown?

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