»Roger Federer«

Hallo Tennis-Freaks! Gerade in diesen Tagen, in denen wir ja alle, also auch die ganzen »Tennis-Experten« nichts Aktuelles zu berichten haben, werden wir wieder mit überflüssigen Hitlisten, Best-Ofs, Statistiken und Highlights zugedröhnt. Da darf die große »GOAT-Frage« natürlich nicht außen vor bleiben. Für alle Unwissenden nur ganz kurz zur Information: »Goat«, englisch für »Ziege«, hat in diesem Zusammenhang nichts mit Landwirtschaft oder dergleichen zu tun. »GOAT« ist die liebevolle Bezeichnung für »Greatest Of All Time« und bei uns Tennisenthusiasten fallen da an erster Stelle natürlich fast immer die Namen Federer, Nadal und Djokovic an. Da werden dann Grand-Slams, Turniersiege, Karriere-Titel, Zeitspannen an Position eins oder in den Topten, Prize-Money und weiß der Geier was alles in irgendeine »Statistik« gepanscht und daraus eine »verlässliche Studie« zusammengeschustert.

Nun, für mich, nicht nur weil ich ein Landsmann von »RF« oder ebenfalls ein Tennisästhet bin, ist die Antwort klar. Der »Ziegentitel« geht für mich eindeutig an Roger Federer. »RFs« sportliche Erfolge sprechen eine klare Sprache. Nehme ich jetzt noch ein paar andere für mich wichtige »Side-products« dazu, bestätigen diese meine Wahl. Technik, Bewegung, Professionalität, Karrieredauer, Spiel-Intelligenz und Ökonomie, Vorbildfunktion, Engagement, Loyalität, X-Faktor und viele weitere »Softskills« machen Roger für mich zum »GOAT«.

Natürlich ist es absolut empfehlenswert, sich in dieser spielfreien Zeit das eine oder andere Video von Roger auf YouTube reinzuziehen. Vorzugsweise die vielen Studien in Zeitlupe. Jeder wird mir beipflichten: kein Spieler hat sich je so geschmeidig und technisch brillant auf einem Tennisplatz bewegt. Wer aber etwas darüber hinaus mehr über Roger Federer erfahren möchte, also über den »Menschen RF« hinter dem »Champion RF«, über seinen Werdegang, sein Team, seine Projekte off-court und vieles, vieles mehr, der MUSS die Biographie von René Stauffer lesen! René kenne ich noch sehr gut aus meinen Schweizer Tennistagen. Er gehört quasi in den »Inner circle« des Unternehmens »Federer Service« und kann uns mit wirklich tollen Insights versorgen – spannend und unterhaltsam zu Papier gebracht. Denn wir alle wissen: Roger, oder besser, seine Frau Mirka haben es über die Jahre hinaus perfekt geschafft, jegliche Art von Klatsch- oder Investigativ-Presse weit hinter der Grundlinie zu halten. Fünf Asse!

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»Winning ugly«

Hallo Tennis-Freaks! Zum Start unserer neuen Reihe habe ich mir gleich eines meiner absoluten Lieblingsbücher aus dem Regal gegriffen. PS: Wer sich über mein iPad wundert. Jap, der größte Teil meiner Bücher ist inzwischen in meiner elektronischen Bibliothek abgelegt. Eigentlich bin ich ja in Sachen Literatur »very old school« und habe nach wie vor sehr viel lieber ein »echtes Buch« in der Hand. Warum also elektronisch? Nun, viele wirklich richtig gute Bücher sind nicht auf Deutsch publiziert worden. Heute bin ich glücklicherweise in der Lage, jedes Buch, ob in deutsch, französisch oder englisch, per Mausklick zu laden und kann sofort mit dem Lesen beginnen. Leider habe ich in der Vergangenheit immer sehr gerne meine Bücher ausgeliehen und irgendwie kamen die Dinger ärgerlicherweise meistens nicht wieder zurück. Sollte da draußen also jetzt der eine oder andere eine rote Birne bekommen, no problem, entspannt Euch, Ihr könnt sie gerne behalten, »e-book« sei Dank…

Dass Brad Gilbert es in seiner aktiven Zeit auf der ATP-Tour einmal schaffen sollte, 20 Turniere zu gewinnen und zeitweise auf Rang vier der Weltrangliste zu stehen, hätte ihm zu Beginn seiner Karriere keine Sau zugetraut, außer er sich selbst. Und damit sind wir eigentlich schon am Punkt. Unterdurchschnittliche Schläge, durchschnittliche Athletik, aber ein überdurchschnittliches taktisches Verständnis für Tennis sowie eine noch überdurchschnittlichere mentale Konstitution machten aus Brad Gilbert den Angstgegner fast aller Top-Spieler, allen voran unseres Bobeles. Jap, der hatte jedes Mal die Hosen gestrichen voll, wenn es gegen »Mister Winning ugly« auf den Acker ging.

Aber nun zu besagtem Buch: Das Ding muss jeder Turnierspieler lesen! Egal, ob er international versucht, zu reüssieren oder einfach nur im Umkreis von ein paar Kilometern versucht, seine LK zu verbessern. Wer es schon gelesen hat, dem gratuliere ich und ich verwette meine ganze Racketbag darauf, dass jeder Leser von diesem Stoff profitiert hat. Wer es noch nicht gelesen hat, selbst schuld, but what the heck, genau jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um das nachzuholen. Lasst Euch bitte nicht vom Titel »Winning ugly« irritieren, das dürfen gerne auch hübsche Menschen lesen oder solche, die denken, in dem Buch gehts nur um irgendwelche fiesen oder unsportlichen »Hinterfotzigkeiten«, um seine Gegner zu besiegen?! Weit gefehlt! Einfach nur sehr viel Information zu diesem geilen Sport und vor allem natürlich zu den mentalen Aspekten und wie wir diese zu unserem Vorteil nutzen können – immer wieder gespickt mit echt coolen Episoden aus seiner eigenen Profizeit.

»Mentale Kriegsführung im Tennis« schreckt eventuell die weibliche, sicherlich jedoch die pazifistisch orientierte, Leserschaft ab. Ist auch mies gewählt der Text und da hat der Übersetzer auch echt schlecht gearbeitet. Aber hey, »This is America«, da gibt’s ja auch »killer serves«, »bombing returns«, »deadly dropshots«, »grenades«, »weapons«, und vieles mehr. Die Amis haben halt einfach ‘nen Hang zu ihrem »Cowboy-Slang«, das zieht sich ja bis zum heutigen Tag und bis in die allerhöchsten Regierungskreise durch.

1997?! Das Teil muss doch komplett uralt und völlig verstaubt daher kommen. Weit gefehlt. Für jeden Spieler immer noch aktuell. Auch wenn die »Next gen« da draußen nicht mehr weiß, wer Courrier, Lendl, Agassi oder McEnroe sind und dass Becker nicht einfach nur ein etwas übergewichtiger, zu gerne plappernder Fernsehexperte ist, sondern tatsächlich einige Grand-Slams gewonnen hat. Auch dass wir damals mit Hosen gespielt haben, wo Ihr Euch in Euren Schlabberbuxen heute vielleicht darüber wundert, dass wir uns nicht bei jedem Split-Step den Hoden gequetscht haben. Das Buch ist nach wie vor ein »must read«! Wer Bock darauf hat und über ein halbwegs gepflegtes Gymnasial-Englisch verfügt, sollte sich »Winning ugly« auf englisch downloaden. Da kommt Brads Style um einiges cooler rüber.

Ich gebe diesem Buch »4 ASSE«. Ein Ass Abzug – nicht etwa, weil der Inhalt nicht überzeugt. Aber Brad Gilbert oder auch sein Verlag oder gerne auch alle beide, hätten dafür sorgen müssen, dass diese Tennispflichtlektüre irgendwann wieder einmal aktualisiert wird. Für Damen, Pazifisten und die »Next gen«…

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