»Burn-Out«: Beuge vor!

Mental
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Wie kann ich im Sport Leis­tung brin­gen ohne aus­zu­bren­nen? Das »Burn-Out«-Syndrom ist oft der Grund, war­um Ten­nis­spie­ler ihren gelieb­ten Sport nicht mehr aus­üben wol­len. »Burn-Out« ist das Gefühl aus­ge­laugt und aus­ge­brannt zu sein. Man fühlt sich erschöpft, müde, über­for­dert, nichts klappt mehr. Ohne die geeig­ne­ten Maß­nah­men führt die­ser Zustand zu Antriebs­lo­sig­keit, Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung bis hin zur Depres­si­on. Sol­che Pha­sen hat jeder Mensch ein­mal. Das Syn­drom liegt also noch nicht vor, wenn Du ein­mal kei­ne Lust zum Trai­nie­ren hast, über einen begrenz­ten Zeit­raum nicht die opti­ma­le Leis­tung bringst oder nach einer har­ten Sai­son Lust auf einen aus­gie­bi­gen Urlaub hast. Wer aus­ge­brannt ist, muss ein­mal »ent­flammt« gewe­sen sein, begeis­tert, moti­viert, bereit zum Durch­hal­ten und Kämpfen.

Brigitte Neumann
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»Burn-Out« pas­siert lang­sam und schlei­chend, oft unbe­merkt! Zuerst ist der Sport­ler enthu­si­as­tisch, enga­giert, eupho­risch. Kei­ne Trai­nings­ein­heit ist zu lang, man will immer nur der Bes­te sein, gibt alles. Nach der Anfangs­eu­pho­rie folgt die Rea­li­tät, der All­tag. Der Reiz des Neu­en ist ver­blasst, eine rasan­te Leis­tungs­stei­ge­rung ist nicht mehr mög­lich, die gro­ßen Erfol­ge blei­ben aus. In die­ser Pha­se ist es wich­tig, sich kurz­fris­ti­ge Zie­le zu set­zen, die auch Erfolg ver­spre­chen und erreich­bar sind. Oft den­ken wir, die Erfolgs­lei­ter gin­ge immer wei­ter steil nach oben. Wir ver­lie­ren den Blick auf die klei­nen Erfolgs­er­leb­nis­se. Irgend­wann tritt dann eine Sta­gna­ti­on ein. Wir fra­gen uns, ob wir gut genug sind, um unse­re Zie­le zu errei­chen, ob sich der gebrach­te Ein­satz wirk­lich lohnt, ob wir genug Aner­ken­nung für die Schuf­te­rei bekom­men. In die­ser Pha­se spie­len wir nur noch ver­krampft, ver­su­chen eine Durch­hal­te­tak­tik zu ent­wer­fen, trai­nie­ren immer mehr (aber oft ohne Enga­ge­ment und Freu­de), haben kaum noch Spaß am Sport. Auf ande­re wir­ken wir gestresst und unaus­ge­gli­chen. Die erhoff­ten Erfolgs­er­leb­nis­se blei­ben wegen des hohen Anspruchs und der eige­nen Ner­vo­si­tät aus oder wer­den von uns gar nicht mehr wahr­ge­nom­men. Wir füh­len uns ent­mu­tigt, erschöpft und resi­gnie­ren. Oft sind wir ver­let­zungs­an­fäl­lig weil der Kör­per über­for­dert ist. In die­ser Pha­se hilft ein Urlaub, eine Aus­zeit vom Sport oder ein ande­rer Trai­nings­ort, Ruhe, Abwechslung.

Stress­be­wäl­ti­gung und Ent­span­nungs­trai­ning sind jetzt ange­sagt! Ohne Hil­fe gera­ten wir in die Pha­se der Frus­tra­ti­on. Wir sind tief ent­täuscht, wir ver­leug­nen unse­re Zie­le, wir­ken nega­tiv, haben zu nichts mehr Lust. In die­sem Zustand soll­ten wir uns ernst­haft mit dem Aus­stieg aus unse­rem Sport beschäf­ti­gen oder über­le­gen die Sport­art zu wech­seln. Beu­ge vor — unter­nimm etwas abseits des roten Aschen­recht­ecks! Du kannst die­sem schlei­chen­den Ver­lauf vor­beu­gen, indem Du neben Dei­nem Sport auch ande­re Inter­es­sen hast, mit Freun­den aus­gehst, die kein Ten­nis spie­len. Wäh­rend der Wett­kampf­pha­se musst Du natür­lich pro­fes­sio­nell arbei­ten, aber wenn Du am nächs­ten Tag kein Match spielst, darfst Du auch mal »aus­flip­pen«, Spaß haben. Viel­leicht hast Du Dich auch über­schätzt oder stehst durch äuße­re Umstän­de (Eltern, Trai­ner, Ver­band, Spon­so­ren) unter extre­mem Druck. Jeder, der sei­nen Sport ernst nimmt und mit Begeis­te­rung aus­übt, kann aus­bren­nen. Des­halb soll­test Du nach den Regeln des »balan­ced life« also Anfor­de­rung und Erho­lung gleich­mä­ßig beach­ten. Wich­tig ist, dass Du Dei­nem stra­pa­zier­ten Kör­per immer wie­der Zeit zum Ent­span­nen gibst, regel­mä­ßig in die Sau­na und zur Mas­sa­ge gehst, ande­re Sport­ar­ten (Fuß­ball, Bas­ket­ball, Schwim­men, Rad­fah­ren) ohne Leis­tungs­an­spruch aus­übst. Rich­ti­ges Erho­len will gelernt sein. Oft ent­schei­det Dei­ne Fähig­keit, Dich kör­per­lich, men­tal und emo­tio­nal zu erho­len über Sieg oder Nie­der­la­ge. Du musst die Bedeu­tung der Erho­lung für den Erfolg im Match ver­ste­hen, die Anzei­chen für den Bedarf an phy­si­scher und men­ta­ler Erho­lung erken­nen und die Gele­gen­heit dazu zwi­schen den Wett­kämp­fen nut­zen. Ein spe­zi­el­les Ent­span­nungs­trai­ning hilft wäh­rend der Tur­nier­sai­son kör­per­li­che und see­li­sche Ver­span­nun­gen und Ver­kramp­fun­gen zu lösen, Stress abzu­bau­en und gelas­se­ner zu wer­den. Ein Men­tal­trai­ner kann Dich  pro­fes­sio­nell unterstützen.

„Ein Stück des Weges liegt hin­ter Dir, ein ande­res Stück hast Du noch vor Dir. Wenn Du ver­weilst, dann nur, um Dich zu stär­ken, nicht aber um auf­zu­ge­ben.“ — Augustinus.

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