Brief an die ATP

Liebe ATP.

Wie viele Eskapaden darf sich der Tennisspieler Kyrgios eigentlich noch erlauben, bevor Ihr ihn dauerhaft wegsperrt?! Ohne jeden Zweifel ist der Australier ein begnadeter Sportler mit vielen Facetten. Vielleicht sogar mit zu vielen. Dieser Mann ist hierbei aber längst nicht mehr das viel zitierte »Contraire«, welches so oft herbei gewünscht wird. Dieser Mann ist schlichtweg krank. Er lebt in seiner eigenen Welt. Was um ihn herum geschieht, ist ihm mit Verlaub gesagt scheißegal. Kyrgios ist ein Spieler mit Null Respekt vor seinen Kollegen, Zuschauern und Offiziellen. Dies hat er nun zu Genüge unter Beweis gestellt. Vorläufiger Höhepunkt sind sicherlich seine Masturbationsbewegungen während eines Seitenwechsels in Queens – natürlich mit anschließendem Abspritzen. Ob ihm solche Aktionen im Nachgang leid tun? Mitnichten. Eher macht er sich darauf noch mal einen fertig.

Nein, mit einer Geldstrafe ist es längst nicht mehr getan. Die lächelt ein Multimillionär wie Nick Kyrgios vergnügt weg. Derartige Sanktionen spielen ihm sogar in die Karten. Nach dem Motto: „Seht her, Ihr Deppen! Ich bin Nick Kyrgios! Ich kann machen, was ich will!” Er mag es, wenn sich Kollegen, Medien und Offizielle mit ihm beschäftigen. Nehmt ihm endlich diese Aufmerksamkeit und sperrt ihn weg. Verordnet ihm eine entsprechende Therapie. Lasst ihn erst dann wieder auf den Court, wenn diese Therapie unter Aufsicht erfolgreich absolviert wurde. Und sperrt ihn beim kleinsten Verstoß gegen die Regeln menschlichen Anstands ohne Vorwarnung erneut. Lasst Euch von diesem Flegel nicht länger vorführen. Kommt Eurer Verantwortung gegenüber unserem Nachwuchs endlich nach.

Liebe Grüße, Christoph Kellermann

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

Juni 2018 · © tennisredaktion.de