Brief an Annika Beck

Liebe Annika.

Am 20. Oktober hast Du Deinen Rücktritt vom Profitennis offiziell gemacht. Sportlich ist das natürlich sehr schade und gefühlt irgendwie auch zu früh. Mit 24. Die Gründe, die Du in Deinem Statement an die Öffentlichkeit und Deine Fans nanntest, sind aber mehr als einleuchtend. Und vor allem sehr intelligent. Aufgrund zahlreicher Rückschläge, auch verletzungsbedingt, hattest Du – wie Du sagst – die Gelegenheit, »nach links und rechts zu schauen«. Offensichtlich hast Du schnell bemerkt, dass das Leben noch einiges mehr zu bieten hat, als den Tennissport. Und vor allem: dass es auch ein Leben nach der Profikarriere gibt – und das ist eine deutlich längere Lebensphase, als die paar Profijahre, die einem Sportler zur Verfügung stehen.

Zwei WTA-Tour-Titel, ein Achtelfinale bei einem Grand Slam, Fed-Cup-Einsätze, Olympiateilnahme, über zwei Millionen US-Dollar Preisgeld – Du hast so einiges erlebt und eingespielt. Hierbei hast Du Dich immer toll verkauft und als echte Sympathieträgerin präsentiert. Dir zuzuschauen habe ich sehr gemocht. Ich bin mir sehr sicher, dass Du auch abseits der Tenniscourts eine prächtige Figur abgeben und viel Erfolg haben wirst. Ich wünsche Dir nur das Beste und beglückwünsche Dich zu Deiner ebenso mutigen wie weisen Entscheidung. Alles Gute für die nächste spannende Lebensphase, Annika!

Liebe Grüße, Christoph Kellermann

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

Oktober 2018 · © tennisredaktion.de