Blick auf die »Alten«

Roger Federer
© Hasenkopf

Fra­ge an Jörg Lin­den: Es über­rascht ja doch, dass die Top-Spie­ler der Welt­rang­lis­te oft­mals weit über 30 Jah­re alt sind und es den jun­gen Spie­lern der Next Genera­ti­on immer noch zei­gen. Mich wür­de inter­es­sie­ren, wie die­se alten Recken ihr Trai­ning steu­ern. Sie bau­en ihr Trai­ning anders auf, als die auf­stre­ben­den jugend­li­chen Spie­ler, oder?

Jörg Linden
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Jörg Lin­den: Ja, Du hast recht. Die älte­ren Ten­nis-Cracks haben selbst­ver­ständ­lich eine völ­lig ande­re Trai­nings­steue­rung und Belas­tung, als die Nach­wuchs­spie­ler. Bei den »Youngs­tern« ist die Trai­nings­be­las­tung beim Mus­kel­auf­bau inten­si­ver, die­se wird gezielt auf­ge­baut und maxi­miert (ver­glei­che den Kör­per von Nadal — frü­her und heu­te!) und nicht wie bei den Älte­ren, gezielt erhal­ten und ver­fei­nert. Je nach­dem, wel­che Tur­nie­re gespielt wer­den, wird das Trai­ning in Zyklen indi­vi­du­ell geplant. Die Älte­ren haben, auch bedingt durch Ver­let­zun­gen oder das Aus­las­sen von Tur­nie­ren, genug Zeit, zu rege­ne­rie­ren, an Schwä­chen zu arbei­ten und an der spe­zi­el­len Fit­ness zu fei­len. Eben­falls ergibt sich eine ande­re Trai­nings­be­las­tung, da die bes­ten Spie­ler oft­mals bis zum Tur­nie­ren­de im Feld blei­ben, wäh­rend die Jün­ge­ren wohl­mög­lich schon längst aus­ge­schie­den sind. Die Älte­ren hal­ten sich durch Matches fit, die »Aus­ge­schie­de­nen« müs­sen ihre Trai­nings­plä­ne immer wie­der neu defi­nie­ren und anpassen.

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