David Haggerty
© Jürgen Hasenkopf

»2020 Finals will now take place week commencing 22 November 2021 and named the 2021 Davis Cup by Rakuten Madrid Finals« – Was denn jetzt?! Wenn man die Erklärung der ITF liest, dann ist der Davis Cup »postponed«. Mein Englisch-Lehrer hatte uns beigebracht, dass »postponed« verschoben heißt. Verschoben, OK, vom November 2020 auf November 2021. Aber der Sieger des Davis Cup soll dann heißen: »Davis-Cup-Sieger 2021«. Irgendwie verwirrend. Verschoben von 2020, dann wäre es doch der »Sieger 2020«.

Dirk Hordorff
© ITF

Und irgendwie hat die International Tennis Federation (ITF) wohl gedacht, dass keiner merkt, dass es dann ja 2021 gar keinen Davis Cup gibt. Denn zweimal wollte man dann in 2021 doch nicht Davis Cup spielen. Man hat schon im Juni erkannt, dass man im November 2020 nicht in Madrid Tennis spielen kann. Ironisch muss man festhalten: eine solche Weitsicht hat eine Institution wie die ITF nicht. Während WTA und ATP gerade bekannt gegeben haben, dass man im September in Madrid gleichzeitig sowohl das WTA-Premium-Event der besten Damen , als auch das ATP-1000-Event der besten Herren spielen möchte, sagt die ITF den Davis Cup 2020 ab, bzw. verschiebt ihn um ein Jahr.

2016 in Orlando bei der »AGM« hat der DTB – wie andere große Verbände (Tennis Australia oder LTA) – vorausgesagt, in welchem Desaster das »Kosmos/Pique-Projekt« für die ITF enden wird. Nachdem Kosmos im ersten Jahr 2019 viele Millionen in den Sand gesetzt hat, viele Begegnungen bis auf die Heimmannschaftsspiele der Spanier vor teilweise leeren Rängen stattfanden, hat man hier mit der Corona-Begründung wohl die Notbremse gezogen. Nicht die ITF, sondern Kosmos. Und der ITF blieb wohl nichts anderes übrig, als »gute Miene zum bösen Spiel« zu machen. Und das kostet die ITF viele Millionen. Millionen, die dringend für das Development der Sportart Tennis gebraucht würden. Und die heute nicht zur Verfügung stehen.

Je länger die ITF braucht, um zu erkennen, dass dieses Projekt scheitern wird, je größer wird der Schaden am Ende sein. Wie sagte schon meine Großmutter: „Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.”

Jetzt ist es notwendig, dass sich die ITF mit den beteiligten Nationen zusammensetzt und eine Strategie für die Zukunft des FedCup und Davis Cup erarbeitet. Der alte Davis Cup benötigte Reformen, ein neues Format, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein und seine langjährige Tradition in die Zukunft zu retten. Aber wer dachte, hier das schnelle Geld machen zu können, der müsste gemerkt haben, dass man besser auf die Ratschläge der Fachleute gehört hätte. Jeder, der Ion Tiriac und seiner Analyse zu dem »Geschäftsmodell Pique/Kosmos« auf der letzten »AGM« aufmerksam zugehört hat, sollte wissen, dass andere Wege besser gewesen wären.