Andre Begemann
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Liebe Tennisfreunde, heute möchte ich Euch erklären, wie Ihr zusammen mit Eurem Trainer den Return trainieren könnt! Generell unterscheidet sich das Return-Training im Doppel etwas vom Einzel. Außerdem ist es immer abhängig vom Spielertypen. Manche returnieren lieber früh und offensiv an der Linie (Roger Federer) und manche abwartend etwas weiter hinter der Grundlinie (Rafael Nadal). Im Einzel muss man den kompletten Platz abdecken, daher ist die Platzierung und die Länge entscheidend, um nach dem Return in eine gute Position zu gelangen. Da man im Doppel nur eine Platzhälfte abdecken muss, kann man deutlich aggressiver returnieren und gegen offensive »Serve-and-Volley-Spieler« ist besonders der etwas kürzere Return in die Füße sehr effektiv. Auf Hartplätzen und auf Rasen wird oftmals nah an der Grundlinie returniert, auf Sand meist tiefer hinter der Grundlinie.

Wenn Ihr auf schnellen Bodenbeläge weit hinter der Grundlinie returniert, habt Ihr oftmals keine Chance, zu agieren. Zum einen vergrößert sich der Winkel vom Aufschläger zum Return-Spieler, was bedeutet, dass er mit einem platziertem Aufschlag nach außen oder durch die Mitte relativ leicht ein Ass schlagen kann, da durch den schnellen Aufprall des Balles auf dem Boden, der Ball noch mehr an Fahrt gewinnt und somit nicht mehr genügend Reaktionszeit für den Return-Spieler bleibt. Falls er dann doch noch den Ball erreicht, sind Aufschläger und Netz-Spieler oftmals schon sehr nah am Netz und haben somit einen vermeintlich leichteren ersten Volley, als wenn der Return früh attackiert wird und sich dadurch die Reaktionszeit verkürzt. Außerdem ist der Return-Spieler oftmals nach dem Return schon so weit aus dem Feld, dass es unheimlich schwer für seinen Partner werden würde, den Rest des Feldes abzudecken und auf den nächsten Ball zu reagieren. Somit ist es auf schnelleren Belägen empfehlenswert, beim Return näher an der Linie zu stehen, um die Winkel und die Reaktionszeit nach dem Return für den Aufschläger zu verkürzen.

Auf Sand ist es wiederum schwieriger, an der Grundlinie zu returnieren, da der Ball durch Unebenheiten und höhere Absprünge des Aufschlags mehr Drall erzeugt und somit offensiv sehr schwer zu returnieren ist. Somit stellen sich die meisten Profis im Doppel auf Sand einen Schritt weiter nach hinten oder returnieren den Ball ganz früh direkt im Steigen, um einem möglichen »Verspringen« oder dem enormen Drall durch »Kick- Aufschläge« entgegenzuwirken und selbst die Kontrolle zu behalten. Dieser Return ist allerdings mit Abstand der Schwierigste, da der Return-Spieler besonders wenig Reaktionszeit hat und trotzdem extrem akkurate Beinarbeit, frühes Ausholen und sehr genaues Timing bis hin zum Treffpunkt benötigt, um den Return perfekt auszuführen.

Worauf sollte ich mich also beim Return-Training besonders konzentrieren? Generell ist es beim Return genauso, wie bei allen anderen Schlägen: Übung macht den Meister, doch hierbei ist die richtige Ausführung natürlich für eine positive Entwicklung entscheidend. Deswegen steht auf jeden Fall die Qualität, nicht die Quantität im Vordergrund.

7 Schritte zum Erfolg

1) Position vor dem Return festlegen (vor/hinter/an der Linie stehen) +++ 2) Split-Step (Bereitschaftssprung) +++ 3) Entscheidung Vorhand- oder Rückhand – Griff finden (Reaktionszeit vom Split-Step, der Drehung zur Ausholbewegung) +++ 4) Oberkörper und Knie drehen und dabei kurz ausholen (kein voller Schwung, da die Reaktionszeit beim Return viel kürzer ist) +++ 5) Körpergewicht ist vor dem Treffpunkt auf dem äußeren Bein und geht dann vorwärts +++ 6) Timing beim Treffpunkt finden (Auge-Hand-Koordination) +++ 7) Ausführung (offensiv oder defensiv je nach Zielvorgabe)

Viel Erfolg, Euer Bege