Versicherungsschutz

Frage an Thassilo Haun: Sehr geehrter Herr Haun, ich konsultiere Sie, da ich versicherungstechnische Fragen habe. Wenn wir Menschen auf der Anlage haben, die noch in der Schnupperphase, sprich: noch keine Mitglieder sind, so sind diese ja über den Verein ja auch noch nicht versichert, für den Fall, dass mal was passiert, richtig? Empfiehlt es sich hier, eine gesonderte Vereinbarung zu schließen? Wie handhaben Sie das persönlich? Zweite Frage: Wie verhält es sich mit Spielerinnen oder Spielern von Gastmannschaften? Dritte und letzte Frage: ist es richtig, dass in einem Club eine gültige Trainerlizenz rechtlich eine Voraussetzung ist, damit alle auf dem Trainingscourt befindlichen Personen unfallversichert sind? Vielen Dank für Ihre Mühen!

Thassilo Haun
© AINFACH.com

Thassilo Haun: Vielen Dank für Deine Nachricht! Es ist richtig, dass Menschen, die noch in der Schnupperphase sind und noch nicht den Status eines Mitgliedes haben, auch noch nicht über den Verein versichert sind. Im Fall der Fälle bestünde also kein Versicherungsschutz. Solche Personen haben erst dann einen Versicherungsschutz, wenn sie als Mitglied im Verein aufgenommen sind und in dieser Eigenschaft dem jeweiligen Landessportverband (in Bayern der BLSV) verbindlich gemeldet wurden. Für den Zeitraum einer »Schnupperphase« gibt es bei der ARAG Sportversicherung die so genannte »Nichtmitgliederversicherung für Probetrainings«, die sich genau auf diese Zielgruppe spezialisiert hat. Hier gibt es weitere Infos:

» Versicherungsschutz für Nichtmitglieder

Was aktive Spielerinnen und Spieler von Gästeteams betrifft: Spielerinnen oder Spieler von Gastmannschaften sind Mitglieder der jeweiligen Vereine, die bei Ihnen auf der Anlage zu Gast sind. Diese Personen wurden beim jeweiligen Landessportverband gemeldet und sind somit auch versichert, egal auf welcher Anlage sie spielen.

Ich persönlich handhabe es so, dass ich »Schnupper- oder Probetrainings« nur in zeitlich begrenzten Umfängen anbiete (1x pro Monat und maximal 60 Minuten) und immer auf alle notwendigen Sicherheitsstandards auf dem Platz achte (ausreichend Abstand, geräumte Laufwege, angemessenes Trainerzuspiel, etc.). Wenn es um Kinder geht, die im Rahmen eines Probetrainings vorspielen, so ist bei mir immer mindestens ein Elternteil anwesend. Wenn es um Erwachsene geht, so achte ich darauf, dass auch hier alles in einem geordneten Rahmen abläuft, ohne unnötige Risiken einzugehen. Schon bei der telefonischen Terminvereinbarung frage ich aktiv nach vorhandenem Schuh- und Schlägermaterial und weise gegebenenfalls darauf hin, dass man diese Art von Sportschuh eher nicht wählen sollte, sondern diese oder jene Art besser wäre. Für mich entscheidend beim »Schnuppern« ist das persönliche Kennenlernen. Bei mir geht beim »Schnuppern« nie um den »Spagat der Woche« oder den »Vorhand-Winner des Monats«…

Gültige Trainerlizenz erforderlich?

Wie Du schreibst, hast Du gehört, dass in einem Club eine gültige Trainerlizenz rechtlich eine Voraussetzung ist, damit alle auf dem Trainingscourt befindlichen Personen unfallversichert sind. Eine solche Trainerlizenz gibt es nicht. Daher ist diese Aussage nicht korrekt. Dieser Punkt wird gerne mit der Thematik verwechselt, wenn ein Trainer im Auftrag des Vereins Training für Vereinsmitglieder gibt. Dann sind alle Personen Mitglieder (inklusive Trainer) beim jeweiligen Landessportverband (in Bayern der BLSV) gemeldet und somit auch versichert. Das hat aber mit der Trainerlizenz nichts zu tun.

  » Thassilos bisherige Beiträge…

Vertragslaufzeiten

Frage an Thassilo Haun: Hallo Herr Haun! Zunächst einmal Kompliment für Ihre bisherigen Beiträge. Ich bin als Jugendwart neu im Amt und habe eine Frage zur Vertragsgestaltung mit einem potentiellen Vereinstrainer. Welche Laufzeit sollten wir vertraglich mit unserem neuen Jugendtrainer vereinbaren? Was ist marktüblich? Auf der einen Seite wollen wir dem Trainer ja eine gewisse Perspektive bei uns zusichern, auf der anderen Seite wissen wir ja nicht, wie der Trainer einschlagen wird und ob er seitens unserer Jugend und deren Eltern überhaupt angenommen wird? Kann man Verträge auch einseitig vorzeitig lösen, wenn es absolut nicht passt? Ich bedanke mich sehr für Ihre Bemühungen und Expertise.

Thassilo Haun
© AINFACH.com

Thassilo Haun: Vielen Dank für Ihre Nachricht und das damit ausgesprochene Vertrauen in meine Person! Wenn wir einen Blick zum Fußball werfen, so sind dort mittlerweile 3- bis 5-Jahresverträge für Trainer mit entsprechender Qualität marktüblich geworden. Im Tennis ist es nach wie vor so, dass einige Tennistrainer nur mit unzureichenden Verträgen ausgestattet sind, teilweise aufgrund von Unwissenheit, teilweise aufgrund mangelnder Alternativen.

Ich gehe davon aus, dass Ihr potentieller Vereinstrainer im Rahmen seiner Bewerbung neben Kopien seiner Trainerlizenz(en) und/oder Berufsabschlüssen auch Arbeitsnachweise und/oder Zeugnisse früherer Engagements vorgelegt hat. Somit haben Sie bereits einen ersten Eindruck, wer vor Ihnen steht. Ergänzend dazu kann ein Anruf bei einem früheren Verein nicht schaden, da es nicht selten vorkommt, dass in Tätigkeitsnachweisen nicht immer alles drin steht, was wissenswert ist. Oft erfahren Sie in einem Telefonat mit dem Vorstand des vorherigen Vereins entscheidende Details für oder gegen einen Kandidaten. Wenn ein Kandidat nichts zu verheimlichen hat, wird er dieser telefonischen Kontaktaufnahme auch zustimmen.

Aufgrund meiner Erfahrung halte ich es für wichtig, darauf zu achten, ob der Kandidat eine gültige Trainerlizenz vorweisen kann oder nicht, ob sich der Kandidat den vorgeschriebenen Fortbildungen unterzogen hat oder nicht und ob er sich zusätzlich fortgebildet hat. Denn hieraus lassen sich Faktoren wie Eigenmotivation und Arbeitsqualität ableiten.

Kann der Kandidat aussagekräftige Referenzen vorlegen und verfügt er zeitgleich über viele Jahre Berufserfahrung, so steht einem 2- oder 3-Jahresvertrag nichts entgegen. Ich empfehle Ihnen aber, dass sie sich für das erste Jahr ein Sonderkündigungsrecht sichern, sollte der Kandidat trotz bester Referenzen und Erfahrung doch nicht bei den Mitgliedern ankommen. Denn schließlich tickt ja jeder Verein ein bisschen anders und oft passt es trotz bester Referenzen nicht zusammen. Entscheiden Sie sich für einen jüngeren Kandidaten, der erst am Anfang seiner Trainerlaufbahn steht und daher noch nicht viel vorlegen kann, so spricht nichts gegen eine kürzere Laufzeit zu Beginn (z.B. ein Jahr) – verbunden mit der Option, dass sich die geschlossene Vereinbarung vorzeitig um zwei Jahre verlängert, wenn es für beide Seiten passt und bis zum »Termin X« nichts Gegenteiliges vereinbart wurde. Somit hat auch der jüngere Kandidat die Chance, sich eine langfristige Perspektive aufzubauen. Ich selbst hatte eine solche Vereinbarung bei meiner ersten Trainerstation. Dieser Passus motivierte mich zusätzlich. Aus einem Jahresvertrag wurden am Ende sage und schreibe sechs Jahre am Stück.

  » Thassilos bisherige Beiträge…

Corona-Haftungsfrage

Frage an Thassilo Haun: Hallo, lieber Herr Haun! Ich benötige Ihren fachkundigen Rat als Vereinsberater. Haftet unser Tennisverein, bzw. unser bestellter Corona-Beauftragter für Infizierungen und deren mögliche wirtschaftlichen Folgen, die nachweislich auf den Betrieb auf unserer Anlage zurückzuverfolgen sind? Hier wird mir ein wenig mulmig. Unser örtliches Gesundheitsamt konnte mir diese Frage jedenfalls nicht ausreichend beantworten. Wie ist die rechtliche Lage in Baden-Württemberg? Und wie ist Ihre persönliche Meinung zu diesem Thema? Sollten wir die Clubs nicht besser noch eine Weile geschlossen halten? Danke und bleiben Sie gesund!

Thassilo Haun
© AINFACH.com

Thassilo Haun: Vielen Dank für Ihre Frage! Auch mir ist mulmig, wenn es zu den ersten Vorfällen dieser Art kommen wird. Aktuell sind mir noch keine entsprechenden Vorgänge bekannt geworden, insofern kann ich Ihnen (noch) keinen belegbaren Vorgang als Referenz nennen. All’ das ist neu und es gibt noch kein einziges rechtsgültiges Urteil, auf welches man sich beziehen kann. Meine persönliche Meinung ist, dass man durchaus noch ein bis zwei Wochen länger hätte warten können, um Tennisanlagen zu öffnen. Lieber etwas später, dafür um so »normaler« wäre meine Strategie gewesen. Aber hier gab es von politischer Seite den Wunsch, den vermeintlich gebeutelten Tennistrainern entgegen zu kommen.

Für mich fühlt sich nach wie vor alles wie »Tennis light« an: kein Shake-Hands, kein Doppel und bereits jetzt viele Vereine, die ihre Mannschaften für die laufende Punktspielsaison abmelden. Dazu theoretisch nur zwei Personen pro Auto bei Auswärtsspielen, bitte nur Einzel, kein Doppel und bitte zuhause duschen, wenn es nichts ausmacht. Und sorry, dass wir nicht noch ein paar Minuten auf einen Plausch auf der Terrasse sitzen bleiben dürfen. Es könnte ja einer von der »Inspektion« vorbeikommen. Essen danach zusammen fällt auch aus. Ich weiß nicht so Recht…

Wenn ich dann mitbekomme, dass sich Fußball-Profis aus Berlin mittels selbstgedrehter Videos über Corona lächerlich machen und auch ein Trainer aus Augsburg auf gewisse Spielregeln »scheißt«, dann schwillt mir als Tennisspieler der Kamm. Hauptsache, der Fußball darf morgen wieder rollen, damit die Vereine ihre letzte Zahlung der Fernsehgelder erhalten, sonst sind einige platt. Auch hier wäre vielleicht eine Marktbereinigung gerechtfertigt. Wer mehr Geld ausgibt als er einnimmt, egal ob ein Tennisverein, ein Fußballverein oder eine Firma, der muss dann eben auch mal zusperren, wenn man immer nur auf Pump gelebt hat. Aber das kann man ja als Politiker nicht bringen und als Funktionär schon gleich zweimal nicht. Wie sagte Oliver Kahn seinerzeit treffend: „Eier, wir brauchen Eier. Sie wissen, was ich meine.“

Ich würde mit Ihnen an dieser Stelle gerne so verbleiben, dass ich mich über die Tennisredaktion wieder bei Ihnen melde, sobald ich valide Aussagen der Gesundheitsämter vorliegen habe. Bis dahin bleiben auch Sie gesund und bis bald mit »Tennis pur« anstatt »Tennis light«…

  » Thassilos bisherige Beiträge…

Marktbereinigung

Frage an Thassilo Haun: Hallo Thassilo. Ich würde von Dir gerne eine Einschätzung hören, ob und wie sich die Trainerlandschaft während und vor allem nach Corona verändern wird? Werden wir endlich von den »Balleimerträgern«, die sich Trainer schimpfen und schwarz unterrichten und besaiten, befreit? Setzt sich der seriöse und top-ausgebildete Trainer am Ende durch? Ich persönlich denke, dass es sehr viele »so genannte« Trainer »erwischen« wird… Dir alles Gute und viel Gesundheit und besten Dank für die vielen guten Tipps!

Thassilo Haun
© AINFACH.com

Thassilo Haun: Ich denke, es ist unstreitig, dass sich sehr viele Bereiche durch Corona verändern. Manches, was bislang selbstverständlich war, wird nach Corona so nicht mehr automatisch gültig sein. Auch das Anforderungsprofil an einen Tennistrainer hat sich in den letzten 30 bis 40 Jahren mehrfach geändert.

In den 80er-Jahren erlebte Deutschland dank Becker und Graf einen wahren Tennis-Boom. Als »Trainer« galt seinerzeit quasi alles, was einen Eimer und Bälle hatte und es verstand, den Ball einigermaßen geradeaus anzuspielen und in die Rolle des mehr oder weniger gut gelaunten Moderators zu schlüpfen. Fachqualifikationen waren bei der Vergabe von Vakanzen noch nicht so entscheidend. Denn es gab so viel Nachfrage, dass quasi jede helfende Hand eingebunden wurde. In den 80er-Jahren wurde allerbestes Geld verdient, sehr oft schwarz, sehr oft mit überschaubarem Aufwand. Tennis war »hip« und jeder wollte davon profitieren. Wartelisten bei Clubs oder Bürgen auf Mitgliedsanträgen waren keine Seltenheit.

Mitte der 90er-Jahre erlebte die Tennislandschaft nach Becker und Graf in Deutschland eine erste »Bereinigung« und war für die Kinder und Jugendlichen nicht mehr automatisch Sportart Nummer Eins, da die großen Zugpferde und Idole fehlten. Nach den letzten großen Erfolgen im Herrenbereich (Stich 1991 Wimbledon und Davis-Cup-Team 1993) konnte zwar Steffi Graf zwischen 1993 und 1996 die Fahne als WTA-Nummer eins noch mal hochhalten, aber ihr Rücktritt 1999 war das finale Ende des »goldenen Zeitalters«. Tennis war nicht mehr so »hip« wie zuvor und die Interessen der bis dato treuen Tennis-Mitglieder veränderten sich langsam, aber sicher.

Anfang der 2000er-Jahre, zwei bis drei Jahre nach den Rücktritten von den Idolen meiner Jugend, merkten erste Vereine, dass Mitglieder kündigten und sich beispielsweise Richtung Golf oder Fitness umorientierten. Trainer und Vereine waren auf einmal gefordert, etwas »mehr« zu bieten, als nur »Balleimerträger«, so wie Du es beschrieben hast, oder uninspiriertes Kolonnentraining, so wie es in den 80er- und 90er-Jahren gelebter Standard war. Auf einmal erkannten viele Vereine, dass man es irgendwie übersehen hatte, neue, modernere Angebote zu schaffen, um die ehemaligen Kinder und Jugendlichen, die mittlerweile Erwachsene oder Jungsenioren waren, weiterhin an den Verein zu binden. Erste Vereine fingen an, mehr auf das Ausbildungsniveau der Bewerber zu achten, da man der Meinung war, dass der gut ausgebildete Trainer eher in der Lage ist, konzeptionell zu arbeiten und Vereine nach vorne zu bringen. Dass dieser Trainer dann aber pro Stunde mehr kostet, fand in kleinen Vereinen erstmal keine Zustimmung, da dort die Mittel beschränkt waren. In den mittleren bis großen Vereinen, in denen ich tätig war, wurde dies eher akzeptiert.

Zwischen 2010 und 2020 habe ich die Beobachtung gemacht, dass der Trainer heute immer mehr in die Rolle des (Event)-Managers rückt. Er soll ein gutes Training geben, Veranstaltungen planen und durchführen, bitte aktive Mitgliederwerbung betreiben und am Wochenende die Mannschaften betreuen. Ach ja, ein kleiner Presseartikel wäre auch noch zu machen und die Schul-AG liegt ja auf dem Weg, wenn es nichts ausmacht. Wir alle wissen, dass ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die deutsche Vereinslandschaft, nicht nur im Tennis, am Boden liegen würde. Dennoch wünsche ich mir, dass man bereit ist, für professionelle Hilfe von außen auch angemessenes Geld zu bezahlen. Dass dieses Verständnis bei mittleren bis größeren Vereinen eher vorhanden ist, als bei kleinen Vereinen, versteht sich von selbst.

Corona bietet die Chance, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vereine und Trainer haben gewisse Spielregeln einzuhalten. Und es lohnt sich, vorher an nachher zu denken, anstatt zu jammern, wenn mal ein paar Wochen kein Geld verdient wird. Ob Schwarzarbeit, ob Scheinselbständigkeit, ob Rentenversicherungspflicht: ich fände es gut, wenn nun ein neues Bewusstsein entstehen würde. Vereine sollten kritische Themen mit ihren Trainernvon Anfang an offen und direkt besprechen und zur beiderseitigen Zufriedenheit lösen.

Wenn sich ein Trainer für den Status des »Soloselbständigen« entscheidet, bitteschön. Dann aber bitte nicht nur nach den Vorteilen gieren, sondern alle Risiken abwägen und für sich entscheiden und lösen – oder nicht.  Wenn sich ein Trainer mit dem Verein auf eine Anstellung verständigen kann, bitteschön. Dann aber bitte nicht nur Rumjammern aufgrund des Nachteils, wie wenig pro Stunde auf dem Zettel steht, sondern sich aller Vorteile einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bewusst sein.

Jede Marktbereinigung, ob im Immobilienmarkt, ob im Aktienmarkt, ob im Tennistrainermarkt, hat Vor- und Nachteile. Viele Trainer haben in den letzten Wochen laut geschrien, dass sie keine Kohle haben und sie nicht mal Anspruch auf staatliche Zuschüsse oder ALG1 haben. Viele davon haben sich in den letzten 20 bis 30 Jahren bewusst gegen Absicherung in Form von privaten Verträgen oder staatlichen Optionen entschieden. Viele davon haben sich bewusst für den Status des »Soloselbständigen« entschieden, um die dortigen Vorteile mitzunehmen. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Wer als »Soloselbständiger« aber nur die Vorteile nutzen möchte und sich wenig bis gar nicht um seine damit verbundenen Risiken kümmert, der muss, bei allem Respekt, nun selbst schauen, wie er sich neu aufstellt. Und er sollte daraus lernen für die Zukunft.

  » Thassilos bisherige Beiträge…

Spätere Absicherung

Frage an Thassilo Haun: Hallo Herr Haun. Als Trainer (21 Jahre) frage ich mich, wie ich mich für später absichern kann. Wie viel Prozent meiner heutigen Honorare als Trainer sollte ich zurücklegen und ggf. investieren? Wenn Investment, was schlagen Sie vor? Ich bin übrigens kein Typ für riskante Angelegenheiten. Deshalb meine Sorge hinsichtlich der Vorsorge…

Thassilo Haun
© AINFACH.com

Thassilo Haun: Vielen Dank für Ihre Frage! Ich finde es prima, dass Sie sich mit 21 Jahren mit diesem Thema beschäftigen. Je früher man dies tut, desto früher laufen finanzielle Themen in eine geordnete Bahn. Für die langfristige Geldanlage sollte man sich einen regelmäßigen Sparbeitrag überlegen, der immer geleistet werden kann und somit immer »gesichert« ist, auch in der aktuellen Situation von und mit Corona. Je nach persönlicher Einkommenssituation und den individuellen Kosten der Lebenshaltung empfiehlt es sich, zwischen 10 und 20 Prozent seiner regelmäßigen Einnahmen langfristig zur Seite zu legen. Da Sie ein konservativer Anlegertyp sind, könnte der Kauf einer Wohnung, die Sie zunächst vermieten, eine interessante Variante sein. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie ausreichend Eigenkapital besitzen, um die ortsüblichen Kaufnebenkosten sowie zusätzlich 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises zahlen zu können, damit sich ein monatlicher Aufwand für die Finanzierung ergibt, der über eine ortsübliche angemessene Miete gedeckt wird.  Alle großen Banken und viele Finanzdienstleister haben entsprechende Angebote.

Aufgrund Corona und den noch immer nicht absehbaren Verwerfungen der Märkte, könnte es sein, dass das Angebot an interessanten Kaufoptionen zunehmen wird, da manch »knappe« Finanzierung, die vor Corona abgeschlossen wurde, möglicherweise nach Corona nicht mehr bedient werden kann und manche Objekte verkauft werden müssen. Wie immer muss dies genau überlegt sein und zum persönlichem Lebensplan passen. Und wie immer gilt: »bei Geld hört die Freundschaft auf«. Daher wie immer meine persönliche Empfehlung, Guido: sprechen Sie mit den Personen Ihres Vertrauens (Eltern, Großeltern, enge Freunde der Familie, Bankberater Ihrer Hausbank). Nutzen Sie auch Empfehlungen unabhängiger Plattformen!

Liebe Leser von »Tennisredaktion.de«, auf Folgendes möchte ich generell hinweisen: Meine Einschätzungen und Ratschläge ersetzen keine Rechtsberatung und sind ohne Gewähr. Sie zeigen lediglich meine persönlichen Ansichten der mir geschilderten Sachverhalte auf Basis meiner eigenen Erfahrung auf.

  » Thassilos bisherige Beiträge…