Aus Fehlern lernen

Von Stephan Medem.

Ein User schrieb mir: „Hallo Herr Medem! Ich betreue meine Tochter auf ihrem Weg zu ihrem großen Ziel, Tennisprofi zu werden! Sie ist sehr ehrgeizig und macht sich prima, verzeiht sich aber absolut keine Fehler. Ich spreche hier noch nicht mal von Niederlagen, sondern von einzelnen verlorenen Ballwechseln, die sie stets total herunterziehen. Wie schaffe ich es, ihre Ansprüche herunterzuschrauben?“

Hey, ich finde es zunächst einmal toll, dass Du es Deiner Tochter ermöglichst, ihren Traum vom »Tennisprofessional« zu leben! Chapeau! Wie lange spielt sie schon Tennis? Anscheinend noch nicht sehr lange! Ansonsten müsste sie ja eigentlich begriffen haben, dass Fehler zum Tennis gehören wie Aufschläge, Volleys oder Topspins. Sie sind ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Tennissports und begleiten jeden Spieler, ob nun Deine Tochter, Serena Williams oder Roger Federer. Der große Unterschied ist nun, dass es die Top-Spieler gelernt haben, mit ihren Fehlern zu leben. Sie haben des Weiteren nicht nur gelernt, mit ihren Fehlern zu leben, sondern auch, aus ihren Fehlern zu lernen und diese als Fundament für Verbesserung zu sehen. Also nicht als etwas Negatives, sondern ganz im Gegenteil, als etwas absolut Positives. Nur wer Fehler macht, kann etwas lernen und sich wirklich entwickeln. Die Grundlabe eines jeden Fortschrittes, jeglicher Evolution oder jeder Entwicklung beruht auf Fehlern! Bitte verzeihe mir meine Offenheit, aber ich muss vermuten, dass auch Du selbst diese Erkenntnis noch nicht erlangt hast, ansonsten würde Deine Tochter sicherlich auch mit ihren Fehlern umgehen können.

April 2019 · Photocredit: Tennisredaktion.de