Auf in die Selbständigkeit

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Fra­ge an Frank Hof­en: Sehr geehr­ter Herr Hof­en. Ich wür­de mich in aller Kür­ze gern als Foto­gra­fin selb­stän­dig machen. Ich bin qua­si Auto­di­dak­tin und brin­ge mir alles sel­ber bei. So auch die recht­li­chen Grund­la­gen. Hier­bei sto­ße ich immer wie­der auf den Begriff „Model Release Ver­trag“. Kön­nen Sie mir sagen, was es damit auf sich hat und wann ein sol­cher Ver­trag mit wem abge­schlos­sen wer­den muss? Über­haupt: Wen darf ich über­haupt im Rah­men einer Sport­ver­an­stal­tung (ich berei­se fast aus­schließ­lich Ten­nise­vents) foto­gra­fie­ren? Ich bedan­ke mich sehr für Ihre Bemühungen!

Frank Hofen
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Frank Hof­en: Mei­ner­seits wün­sche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Vor­ha­ben, sich selbst­stän­dig zu machen. Dies birgt zwei­fels­oh­ne wirt­schaft­li­che und zeit­li­che Risi­ken, gleich­wohl soll­ten Sie sol­che Gedan­ken erst gar nicht an sich her­an las­sen. Bekannt­lich scha­den ängst­li­che Gedan­ken, denn nur der Mut stärkt einen.

Sie schrei­ben, dass Sie über­wie­gend auf Sport­ver­an­stal­tun­gen foto­gra­fie­ren wol­len, fol­ge des­sen ist ein »Model Release Ver­trag« für Sie unwich­tig. Die­ser besagt näm­lich nur, wel­che Rech­te ein Foto­graf an den Bil­dern hat und wel­che Rech­te das Model hat. Das regeln im Prin­zip die­se bei­den Sei­ten immer schrift­lich mit­ein­an­der. Das hat mit Ihrem Schritt in die Selb­stän­dig­keit aber nichts zu tun, Sie soll­ten viel­mehr für sich unter ande­rem Fol­gen­des erar­bei­ten. Bei­spiels­wei­se einen Busi­ness­plan, Finan­zie­rung des Vor­ha­bens, För­der­pro­gramm, Rechts­form, Steu­ern, Ver­si­che­run­gen, bzw. Vor­sor­ge. Eine Mit­glied­schaft in einem aner­kann­ten Berufs­ver­band wäre zudem sinn­voll, denn der erleich­tert ihnen den Zugang zu Events.

Grund­sätz­lich müs­sen Sie sich aller­dings, wenn es sich um pro­fes­sio­nell und gewerb­lich durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tun­gen (auch bei Ten­nise­vents) han­delt, beim Ver­an­stal­ter akkre­di­tie­ren las­sen. Nur der ent­schei­det, ob Sie eine sol­che Akkre­di­tie­rung und den Zugang zum Event erhal­ten. In die­sem Zusam­men­hang ist es im Übri­gen sehr hilf­reich, wenn Sie nach­wei­sen kön­nen, dass Sie für die­se Ver­an­stal­tung einen ent­spre­chen­den Auf­trag eines Ver­lags, einer Zei­tung oder eines Maga­zins haben. Nur der Hin­weis, »ich bin frei­be­ruf­li­che Foto­gra­fin«, reicht in der Regel nicht aus. Auch hilft zumeist der Ver­weis auf irgend­ein Online­por­tal nicht unbe­dingt wei­ter. Denn da befin­den Sie sich immer im Wett­be­werb mit hun­der­ten von Foto­gra­fen und Foto­gra­fin­nen, die schon län­ger frei­be­ruf­lich tätig sind.

Was zwei­fels­oh­ne hilft, jetzt die Bin­sen­weis­heit, ist der Nach­weis guter Arbeit. Fan­gen Sie in ihrem unmit­tel­ba­ren Umfeld ein­mal an, ihre foto­gra­fi­sche Arbeit dar­zu­stel­len. Fra­gen Sie in der Lokal­re­dak­ti­on, bei Orga­ni­sa­tio­nen, Sport­ver­ei­nen oder Ver­bän­den, der Stadt­ver­wal­tung, dem Ein­zel­han­del und bei Fir­men, etc. ein­mal nach, was mög­li­cher­wei­se zu foto­gra­fie­ren wäre. Oder tun Sie es ein­fach und zei­gen es (mein Hin­weis auf einen Busi­ness­plan). So kön­nen Sie Ihre ent­spre­chen­de Pro­fes­sio­na­li­tät nach­wei­sen, was zunächst nicht unbe­dingt Geld ein­bringt. Es sind aber Refe­ren­zen, die Ihnen auf Ihrem Weg in die Selbst­stän­dig­keit hilf­reich sein kön­nen. Von daher wün­sche viel Erfolg, denn gera­de in die­ser Zeit »trägt man wie­der Mut«.

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