Feature US Open
© Jürgen Hasenkopf

Liebe Tennisfreunde!

In New York startet der ATP-Circuit ohne Zuschauer und mit einer Bubble. Den Anfang macht das 1000er-Cincinnati-Turnier, ausgerichtet in New York. Dafür hat man die Qualifikation der US Open geopfert. Ein paar Challenger in Italien und der Tschechei sollen die Spieler dafür entschädigen. Zum Thema Bubble: für die Öffentlichkeit wird dies publikumswirksam verkauft. Aber die Spieler sind teilweise fassungslos, was dort passiert. In einem der beiden Hotels gehen Airline-Crews ein und aus, benutzen dieselben Aufzüge wie die Spieler. Von einem gesicherten Hotel ist man da weit entfernt. Und auch in der zweiten Woche der US Open soll im anderen Hotel aufgrund der gesunkenen Spielerzahl von einer Bubble abgesehen werden.

Feature US Open
© Jürgen Hasenkopf

Umso verrückter sind dann die Regeln, die die US Open vorgesehen haben: erst mal wird die Qualifikation gestrichen, dann werden ausgefallene Spieler des Hauptfelds durch Doppelspieler ersetzt. Die nach der Rangliste qualifizierten Spieler werden nicht zugelassen. Dafür verbietet man dann den Einzelspielern mit ihrem Ranking für die Doppelkonkurrenz zu melden. Mit dem Ziel, mehr Doppelspieler beim Event zu haben. Wer soll das noch verstehen? Anscheinend haben ATP und WTA sich einfach nur zum Zuschauen entschieden.

Hoffentlich verstehen alle, dass die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler und aller am Turnier beteiligten Personen an erster Stelle stehen muss. Und nicht etwa der Profit der USTA. Und nach den US Open geht die Tour in Europa weiter. Mit den Highlights in Kitzbühel, Rom, Hamburg und Paris. Mit begrenzter Zuschauerzahl und Sicherheitskonzepten, die hoffentlich greifen und das Risiko minimieren. Ganz ohne Risiko wird dies alles nicht gehen. Ganz ohne Risiko ist es aber auch nicht ohne Tennis. Auf jeden Fall ist es risikoloser, ein Tennisturnier zu besuchen, als in eine Demo in einer deutschen Innenstadt zu geraten.

Euer Dirk Hordorff