An sich glauben…

Userfrage: „Liebe Brigitte. Ich hoffe, Du kannst mir helfen. Mein Problem ist es, dass ich mich nicht mehr aufraffen kann, sobald ich aussichtslos – sagen wir mehr als ein Break – hinten liege. Es ist wie verhext. Solange ich führe oder die Partie pari ist, kann ich mein Leistungsvermögen abrufen, beispielsweise bei 0:4 oder 1:5 ist es mir aber nicht mehr möglich. Manchmal reicht auch schon ein einziges Break. Ich spiele Damen 50 Bezirksliga, könnte aber eigentlich deutlich höher spielen, wenn ich im Rückstand liegend den berühmten Schalter umlegen könnte. Nur: wie???“

Brigitte Neumann: „Bevor ich Dir individuelle Tipps gebe, gibt es von meiner Seite einige Fragen. Erstens: Weißt Du was Du wirklich kannst? Bist Du Dir bewusst, was Du im Training an Leistung bringst? Zweitens: Glaubst Du an Dich und Deine Stärken? Drittens: Hattest Du schon immer Probleme beim Aufholen eines Rückstandes? Du scheinst bei Rückstand den Glauben an Dich zu verlieren und allen Kampfgeist aufzugeben.

Irgendwie fällt es mir schwer zu glauben, dass Du noch nie ein Match umgebogen hast. Erinnere Dich, wann das Dir zum letzten Mal gelungen ist. Wie Du Dich gefühlt hast, was Deine Gedanken waren, wer war damals Deine Gegnerin, welche Deiner Stärken hast Du gegen sie eingesetzt? Lass dieses erfolgreiche Match vor Deinem inneren Auge noch einmal ablaufen. Schließe Deine Augen und versetze Dich in diesen positiven Zustand. Und dann stelle Dir vor, wie dieser Erfolg im nächsten Match abläuft. Du bist die Regisseurin Deines Sieges. Male es Dir in allen Farben aus! Visualisiere Deinen Kampfgeist, spüre die Kampfbereitschaft in Dir! Sieh Dich, wie Du bei jedem gewonnenen Punkt Deine Faust ballst und Dich anfeuerst! Erlebe Dich, wie Deine Gegnerin Dich am Ende zu dieser Energieleistung beglückwünscht! Und dann sage Dir 3x laut vor: „Ich kann das und ich schaffe es!“

Come on! Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Autorin: Brigitte Neumann
Photocredit: Jürgen Hasenkopf
August 2018 · © Tennisredaktion.de